Rosenheim – Rund 9.900 Haushalte in Rosenheim leben in selbstgenutztem Eigentum. Laut einer Analyse des Pestel-Instituts liegt die Wohneigentumsquote bei 29,6 Prozent – unter dem Bundesdurchschnitt von 43,5 Prozent. Besonders junge Erwachsene zwischen 25 und 40 Jahren stehen vor großen Hürden beim Erwerb eigener vier Wände.
Der BDB kritisiert die aktuelle Lage aus Sicht der Branche. Katharina Metzger, Präsidentin des Verbands, sagt: „Der Bund hat zuletzt die Eigenheimzulage und dann das Baukindergeld abgeschafft – und damit die effektive Förderung von Wohneigentum faktisch eingestellt.“ Sie fordert ein neues Förderprogramm mit direkten Zuschüssen, um auch Durchschnittsverdienern den Erwerb eigener vier Wände zu ermöglichen. Zudem hält Metzger ein Niedrigzinsprogramm für notwendig. „Wer Wohneigentum will, muss über viele Jahre Abstriche machen, lebt dann aber auch für Jahrzehnte in den eigenen vier Wänden und zahlt keine Miete mehr“, erläutert sie.
Hannes Zapf, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau (DGfM), betont die Notwendigkeit langfristiger Fördermaßnahmen: „Es muss eine Marathon- und keine Sprint-Förderung geben. Wer heute in ein Haus oder eine Eigentumswohnung investiert, muss auch in drei, fünf oder sieben Jahren auf staatliche Unterstützung zählen können.“
Die Experten heben zudem hervor, dass Wohneigentum im Alter finanzielle Sicherheit bringen kann. Zapf: „Das beste Beispiel sind die Baby-Boomer. Immer mehr Neu-Rentner können sich ihre bisherige Miete nicht leisten – wer Eigentum hat, kommt finanziell deutlich besser über die Runden.“
Der BDB appelliert an Bundestagsabgeordnete von CSU und SPD, die Förderung von Wohneigentum konsequent umzusetzen. Katharina Metzger ergänzt: „Im Koalitionsvertrag steht klipp und klar, dass Wohneigentum gefördert werden soll. Aber wann, wenn nicht jetzt? Solange der Bund nicht handelt, bleibt der Traum von den eigenen vier Wänden auf Eis.“
(Quelle: Bundesverband Deutscher Baustoff-Fachhandel (BDB), Pestel-Institut / Beitragsbild: Copyright: Nils Hillebrand)


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