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Rott Rottiert: Autokorso gegen geplante Großunterkunft in Seeon

Protestaktion von "Rott Rottiert" in Seeon. Foto: Copyright Rott Rottiert

Karin Wunsam

Schreibt immer schon leidenschaftlich gern. Ihre journalistischen Wurzeln liegen beim OVB-Medienhaus. Mit der Geburt ihrer drei Kinder verabschiedete sie sich nach gut 10 Jahren von ihrer Festanstellung als Redakteurin und arbeitet seitdem freiberuflich für die verschiedensten Medien-Unternehmen in der Region Rosenheim.

7. Januar 2026

Lesezeit: 2 Minute(n)

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Rott am Inn / Seeon – Am Dreikönigstag (6.1.2026) führte die Bürgerinitiative „Rott Rottiert“ eine friedliche Protestaktion durch. Anlass war die geplante Errichtung einer Großunterkunft für mehrere hundert Flüchtlinge im Gewerbegebiet von Rott am Inn. Rund 50 Personen beteiligten sich an einem Autokorso mit etwa 25 Fahrzeugen, der vom Rathausparkplatz in Rott am Inn nach Seeon führte, wo sich weitere Demonstrierende anschlossen. Die Aktion verlief laut der Initiative geordnet, ruhig und ohne Zwischenfälle.

Die Bürgerinitiative machte deutlich, dass ihr Protest nicht gegen die zukünftigen Flüchtlinge gerichtet sei, sondern sich auf politische Entscheidungen rund um zentrale Sammelunterkünfte beziehe. Nach Auffassung der Initiative seien Großunterkünfte weder integrationsfördernd noch wirtschaftlich effizient. Ein Sprecher der Initiative erläuterte, dass, „wenn für Unterkünfte Sicherheitsdienste, Catering, externe Reinigungsdienste und umfangreiche Verwaltungsstrukturen notwendig sind, dann strukturell etwas falsch läuft.“ Die BI argumentiert, dass kleinere, dezentrale Unterkünfte den Flüchtlingen mehr Selbstständigkeit ermöglichen und deren Integration in Arbeit, Ausbildung und den Alltag erleichtern würden. Gleichzeitig könnten öffentliche Mittel effizienter eingesetzt werden.

Austausch vor Ort

In Seeon kam es zu Gesprächen mit Presse- und Fernsehteams sowie einem kurzen Austausch mit dem ehemaligen Landrat des Landkreises Traunstein, Siegfried Walch, der auf Unterschiede bei Unterbringungspraktiken in verschiedenen Landkreisen hinwies. So dauere die Belegung von Ankunftseinrichtungen in seinem früheren Zuständigkeitsbereich meist nur kurz, während Flüchtlinge im Landkreis Rosenheim teils mehrere Monate in beengten Verhältnissen untergebracht seien. Die Bürgerinitiative sieht darin den Reformbedarf bei der Unterbringungspraxis bestätigt.

Die BI kritisiert außerdem, dass Kommunen häufig erst spät oder unzureichend in Entscheidungsprozesse eingebunden würden. Entscheidungen zur Unterbringung fielen auf übergeordneter Ebene, während die Gemeinden die konkreten Auswirkungen trügen. Die Initiative fordert deshalb einen verbindlichen Verteilungsschlüssel im Landkreis Rosenheim, um eine Überlastung einzelner Kommunen zu vermeiden.

Öffentliches Interesse und Ausblick

Die Bürgerinitiative informiert regelmäßig über ihre Aktivitäten, unter anderem über den YouTube-Kanal @RottRottiert. Die Demonstration versteht die BI als Auftakt für weitere Aktionen, um die Anliegen weiterhin in der politischen Diskussion zu vertreten. Das große mediale Interesse wertet die Initiative als Hinweis darauf, dass die Themen Unterbringung, Integration und Umgang mit öffentlichen Mitteln inzwischen weit über die Gemeindegrenzen hinaus diskutiert werden.

Abschließend betont die Bürgerinitiative, dass der Protest nicht gegen die Flüchtlinge gerichtet sei. Sie distanziere sich ausdrücklich von Hass, Diskriminierung, Gewalt und extremistischen Tendenzen jeder Art. Ziel sei eine menschenwürdige, integrationsfördernde Unterbringung, die die Kommunen nicht überfordere und öffentliche Mittel verantwortungsvoll einsetze.
(Quelle: Pressemitteilung Bürgerinitiative Rott Rottiert / Beitragsbild: Bürgerinitiative Rott Rottiert)

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