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Silvesternacht fordert Rettungsdienst stark

Drei geparkte Rettungswagen. Frontansicht. Foto: re

Karin Wunsam

Schreibt immer schon leidenschaftlich gern. Ihre journalistischen Wurzeln liegen beim OVB-Medienhaus. Mit der Geburt ihrer drei Kinder verabschiedete sie sich nach gut 10 Jahren von ihrer Festanstellung als Redakteurin und arbeitet seitdem freiberuflich für die verschiedensten Medien-Unternehmen in der Region Rosenheim.

31. Dezember 2025

Lesezeit: 2 Minute(n)

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München / Bayern – Wenn andere feiern, steigt für den Rettungsdienst die Belastung massiv: In der Silvesternacht rücken die Einsatzkräfte deutlich häufiger aus als an normalen Tagen. Das Bayerische Rote Kreuz (BRK)  bestätigt den bundesweiten Trend – und mahnt zu mehr Vorsicht beim Umgang mit Feuerwerk.

Die Silvesternacht zählt für den Rettungsdienst zu den einsatzintensivsten des gesamten Jahres. Eine aktuelle Auswertung der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) zeigt: Beim Jahreswechsel 2024/25 wurden bundesweit mehr als 100 Menschen durch Feuerwerkskörper so schwer verletzt, dass sie stationär im Krankenhaus behandelt werden mussten. Das entspricht etwa dem Vierfachen eines durchschnittlichen Tages. Nicht enthalten sind dabei Verletzte, die ambulant in Notaufnahmen versorgt wurden.

Als größter Rettungsdienstdurchführender in Bayern mit rund 80 Prozent aller Rettungseinsätze bestätigt das Bayerische Rote Kreuz (BRK) diese Entwicklung. Während die Einsatzzahlen nachts normalerweise sinken, steigen sie rund um den Jahreswechsel deutlich an. In einer durchschnittlichen Silvesternacht zwischen 18 Uhr und 5.59 Uhr rücken BRK-Rettungswagen rund 1.500 Mal aus. Hinzu kommen Notarzt- und Krankentransporte. Grundlage sind die Mittelwerte der Jahreswechsel von 2018/19 bis 2022/23.
„Was für viele eine Feiernacht ist, ist für den Rettungsdienst eine der härtesten Schichten des Jahres“, sagt BRK-Landesarzt Dr. Florian Meier, selbst aktiver Notarzt. „Unachtsamer Umgang mit Feuerwerk gefährdet jedes Jahr Menschenleben – oft mit dauerhaften Folgen.“
„Verbrennungen, Augenverletzungen oder abgerissene Finger sind keine Randerscheinung – sie richten dauerhaft Schaden an“, so Meier weiter. „Mit ein paar einfachen Regeln und Tipps reduzieren Sie das Risiko deutlich.“

Vier Erste-Hilfe-Tipps für Silvester

Verbrennungen:
Kleinere Verbrennungen, die nicht größer als die eigene Handfläche sind, kurz mit nicht allzu kaltem Leitungswasser kühlen. „Größere Verbrennungen dürfen nicht gekühlt werden – sie sind immer ein Fall für den Rettungsdienst oder die Notaufnahme“, betont Dr. Meier.

Handverletzungen:
Größere Wunden steril abdecken, bei starkem Blutverlust sofort den Notruf 112 wählen. Abgetrennte Finger möglichst keimfrei in ein Tuch wickeln, in einen Plastikbeutel legen und diesen in einen zweiten Beutel mit Wasser und Eis geben. Der Finger darf dabei nicht nass werden. „Dann besteht eine reale Chance, den Finger zu retten“, so Meier.

Augenverletzungen:
Fremdkörper im Auge oder Verbrennungen am Auge sind häufig ein Notfall. „Wählen Sie die 112 und verbinden Sie beide Augen, damit das verletzte Auge ruhiggestellt wird“, rät Meier.

Alkoholvergiftung:
Bewusstlosigkeit nach Alkoholkonsum ist lebensgefährlich. Atmung prüfen, stabile Seitenlage herstellen, den Notruf 112 alarmieren und die betroffene Person warmhalten – besonders bei Kälte.

Um auf die hohe Einsatzbelastung und zusätzliche Gefahren durch Feuerwerk vorbereitet zu sein, wird der Rettungsdienst in der Silvesternacht personell verstärkt. Die Planung erfolgt regional in enger Abstimmung mit den zuständigen Zweckverbänden für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung. In Nürnberg etwa sind in einer regulären Nacht sieben Rettungswagen im Einsatz, in Vorfeiertagsnächten neun. In der Silvesternacht steigt die Zahl auf mehr als 14 Rettungswagen – nahezu eine Verdoppelung im Vergleich zu einer normalen Werktagnacht.
(Quelle: Pressemitteilung BRK / Beitragsbild: Symbolfoto re)

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