Rosenheim – Die wirtschaftliche Stimmung in Südostoberbayern hat sich zu Beginn des Jahres verschlechtert. Der IHK-Konjunkturindex sank im Vergleich zum Herbst um acht Punkte auf 99 Zähler und liegt damit deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt von 114 Punkten. Das geht aus der aktuellen Konjunkturumfrage der IHK für München und Oberbayern hervor.
Geschäftslage und Risiken
Die Unternehmen berichten von einer anhaltend schwachen Nachfrage: Nur 26 Prozent der Betriebe geben an, mit ihrer Geschäftslage zufrieden zu sein, 28 Prozent sind unzufrieden. Über 65 Prozent der Unternehmen nennen Nachfrageschwäche als Belastung (Herbst 2025: 57 %). Hohe Energiepreise (60 %) und steigende Rohstoffkosten (52 %) belasten die Betriebe zusätzlich. Handelshemmnisse wie Zölle betreffen rund vier von zehn Unternehmen in der Region.
Für die kommenden Monate erwarten die meisten Unternehmen keine Entspannung: Etwa ein Fünftel rechnet mit einer Geschäftsbelebung, ein gleich großer Anteil mit einer weiteren Eintrübung. Als zentrale Risiken werden wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen (69 %), hohe Arbeitskosten (zwei von drei Unternehmen) sowie fehlende Inlandsnachfrage (64 %) und weiterhin hohe Energie- und Rohstoffpreise (50 %) genannt. Der Arbeitskräftemangel wird weniger kritisch gesehen (42 %).
Investitionen und Personalplanung bleiben zurückhaltend: 22 % der Unternehmen wollen ihre Investitionen ausweiten, 27 % planen eine Reduzierung. Auf dem Arbeitsmarkt steht ein Stellenabbau bevor: Jedes vierte Unternehmen will Stellen abbauen, nur jedes zehnte plant Neueinstellungen.
Stellungnahme der IHK
Zu den Ergebnissen sagt Andreas Bensegger, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Rosenheim:
„Die Entwicklung der wirtschaftlichen Lage in der Region ist dramatisch. Dass die ohnehin schon seit Jahren schlechter werdende Geschäftslage jetzt noch einmal auf ein krisenähnliches Niveau absackt, ist ein deutliches Warnsignal. Die Unternehmen kämpfen weiter mit Bürokratie, international nicht wettbewerbsfähigen Energiekosten, einer schwächelnden Konsumlaune und steigenden Lohnnebenkosten. Um aus dieser Situation herauszukommen, braucht es Strukturreformen – und zwar jetzt.“
Bensegger fordert insbesondere von der Bundespolitik Maßnahmen zur Entlastung der Unternehmen:
„Die Menschen brauchen mehr Anreize, mehr zu arbeiten. Dazu dürfen die Arbeitskosten nicht weiter steigen. Die Politik muss Unternehmertum fördern, Gründungen erleichtern und Unternehmen unterstützen. Südostoberbayern verfügt über engagierte und innovative Unternehmen – vom Start-up bis zum international tätigen Global Player –, die Wachstum ermöglichen können, wenn ihnen keine Steine in den Weg gelegt werden.“
Die IHK befragte für ihren Konjunkturbericht Anfang bis Mitte Januar zahlreiche Unternehmen in den Landkreisen Berchtesgadener Land, Altötting, Mühldorf, Traunstein sowie in Stadt und Landkreis Rosenheim. Der Bericht wird dreimal jährlich veröffentlicht.
(Quelle: Pressemitteilung IHK für München und Oberbayern / Beitragsbild: Symbolfoto: re)


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