Ministerpräsident Söder betonte: „Die Kreislaufwirtschaft stärkt unsere ökonomische Unabhängigkeit und ist aus ökologischer Perspektive ein Schlüssel für nachhaltiges Wachstum. Entscheidend ist, dass wir wissenschaftliche Erkenntnisse in wirtschaftliche Wertschöpfung überführen. Das Zentrum hier in Waldkraiburg ist dafür ein starkes Signal und ein Gewinn für ganz Bayern.“
Ganzheitlicher Ansatz für Unternehmen im DACH-Raum
Das ZKR richtet sich an Unternehmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, die Produkte und Prozesse nachhaltiger und kreislauffähiger gestalten möchten. Zunächst liegt der Fokus auf Kunststoffen; perspektivisch sollen auch Werkstoffe wie Holz, Baustoffe oder biobasierte Materialien einbezogen werden.
„Mit der Kreislaufwirtschaft können wir Wohlstand erhalten und gleichzeitig für Generationengerechtigkeit sorgen“, erklärt Prof. Dr.-Ing. Johannes Eben, Leiter des Zentrums. „Wir wollen Ansprechpartner im gesamten DACH-Raum sein – von Geschäftsmodellen über Produktdesign bis hin zur technischen Umsetzung.“
Das ZKR deckt die gesamte Wertschöpfungskette ab: Von der Produktentwicklung über Fertigung und Recycling bis hin zu Ökobilanzierung und Wirtschaftlichkeitsanalysen. Ziel ist es, das etablierte lineare Wirtschaftsmodell zu überdenken und geschlossene Stoffkreisläufe zu ermöglichen.
Strategische Bedeutung und Investitionen
Mit rund zwei Millionen Euro Investitionen – eine Million aus der Hightech Agenda Bayern und eine Million an industriellen Beistellungen – wurde die Infrastruktur des Zentrums geschaffen. Die Räumlichkeiten in Waldkraiburg stellt der Zweckverband Hochschulcampus Mühldorf a. Inn mietfrei zur Verfügung.
Aktuell sind zwei Professoren und fünf wissenschaftliche Mitarbeitende am Zentrum tätig, zwei Beschäftigte arbeiten an einer Promotion. Das Zentrum positioniert sich als strategisch bedeutende Forschungseinrichtung in einem Bereich, in dem es im deutschsprachigen Raum bislang nur wenige vergleichbare Einrichtungen gibt.
Professor Heinrich Köster, Präsident der TH Rosenheim, betont: „Nachhaltigkeit ist ein zentrales Handlungsfeld unserer Hochschule. Mit dem ZKR stärken wir gezielt den Wissens- und Technologietransfer in die regionale Wirtschaft und verbinden wissenschaftliche Exzellenz mit konkretem Nutzen für Unternehmen.“
Konkreter Nutzen für die Praxis
Das ZKR arbeitet im Open-Lab-Modell: Unternehmen jeder Größe – von Start-ups über Familienbetriebe bis hin zu Großunternehmen – können Infrastruktur und Expertise für ihre Projekte nutzen. Bereits zum Start bestehen Kooperationen mit Unternehmen wie der Kraiburg Gruppe, Netzsch sowie Partnern aus Österreich und Südtirol. Zahlreiche Entwicklungsprojekte sind bereits in Vorbereitung.
Landrat Max Heimerl, Verbandsvorsitzender des Zweckverbands Hochschulcampus Mühldorf a. Inn – Waldkraiburg, kommentiert: „Das Zentrum passt perfekt in unseren Chancenlandkreis. Wir setzen ein weiteres Zeichen für nachhaltige Wertschöpfung und zukunftsweisende Innovation.“
Abschließend hob Ministerpräsident Söder hervor: „Die Kraft und Vitalität Bayerns kommen aus den ländlichen Regionen. Hier in Waldkraiburg zeigen wir, wie Hightech, Nachhaltigkeit und wirtschaftliche Stärke zusammengehören – ein wichtiger Baustein unserer Innovations- und Nachhaltigkeitsstrategie.“
(Quelle: Pressemitteilung Technische Hochschule Rosenheim / Beitragsbild: Copyright Julia Hinterseer)


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