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Tipps für das Zusammenleben von Vögeln und Vierbeinern

Weißer welpe und ein Kaninchen

Josefa Staudhammer

Ihr Traumberuf ist Journalistin. Sie steht zwar noch am Anfang ihrer Karriere, hat aber schon einige Erfahrung auf diesem Gebiet sammeln dürfen. Besonders am Herzen liegt ihr die Vernetzung von Innpuls.me mit Social Media. Außerdem ist sie Euere Ansprechpartnerin für Interviews und Jugendstorys aus der Region Rosenheim.

24. Februar 2024

Lesezeit: 3 Minute(n)

Deutschland / Bayern / Rosenheim – Viele Tierfreunde wollen nicht nur eine Tierart halten, sondern gleich mehrere. Dann gesellt sich mal ein Hund zur Katze oder zusätzlich zu Fischen ziehen auch Kaninchen ein. Wenn Ziervögel wie Wellensittiche oder Kanarienvögel dazukommen sollen, sollten Halter ein paar Tipps beachten, damit sich alle Tiere wohlfühlen und nicht etwa dauerhaft unter Stress stehen.

In den sozialen Medien gehen immer wieder Videos viral, wie Hund oder Katze und Ziervogel in Harmonie zusammenleben. Doch ist das wirklich so einfach möglich? Vogelexpertin, Autorin von Fachbeiträgen zur Ziervogelhaltung und Betreiberin der Informationsseite www.birds-online.de Gaby Schulemann-Maier rät zur Vorsicht: „Die typischerweise als Heimvögel gehaltenen Arten, darunter Wellensittiche und Kanarienvögel, sind in der Natur Beutetiere. Katzen und Hunde dagegen sind Beutegreifer. Vielen Vögeln ist dies unterschwellig bewusst und ihr Instinkt sorgt dafür, dass sie in Gegenwart von Katzen und Hunden ständig in Alarmbereitschaft sind. Obwohl sie auf den ersten Blick entspannt wirken, können sie also trotzdem erheblich gestresst sein, was ihrer Gesundheit schadet.“
Vögel sollten daher immer räumlich getrennt von den Vierbeinern untergebracht und nicht mit diesen alleingelassen werden. Auch empfiehlt es sich, den Vogelbauer mindestens auf Augenhöhe mit den Menschen zu platzieren. Mindestens eine Wand im Rücken schenkt den Tieren zudem Sicherheit, weshalb ihr Heim nicht frei im Raum aufgestellt werden sollte.

Zusammenleben mit Kaninchen, Hamstern und Fischen

Weniger problematisch gestaltet sich dagegen die gemeinsame Haltung von Vögeln und anderen Tieren, die in der Natur als Beutetiere angesehen werden. „Es gab bereits Fälle, in denen Wellensittiche Kleintiere interessiert untersucht und ihnen am Fell gezupft haben oder sich am Futternapf bedienen wollten, woraufhin sich die Meerschweinchen gewehrt haben. Aber wenn man eine gewisse räumliche Trennung gewährleistet, können sie auch im selben Zimmer gehalten werden“, erklärt die Expertin. Bedenken sollte man dabei immer die Lebensweisen der Tiere: Ein tagaktiver Wellensittich und ein nachtaktiver Hamster können sich durchaus gegenseitig stören. Wer zusätzliche Heimtiere aufnimmt, sollte daher immer bei allen Tieren auf plötzliche Stresssymptome oder andere Zeichen von Unwohlsein achten.
Auch bei Aquarien und Terrarien gibt es grundsätzlich nur wenige Dinge zu beachten. „Aquarien sollten oben immer geschlossen sein, sonst laufen neugierige Ziervögel Gefahr, hineinzustürzen und zu ertrinken. Bei Terrarien ist dagegen wichtig, dass die Wärmelampen nicht für die Vögel zugänglich sind, da diese sehr heiß werden können“, sagt Schulemann-Maier. „Außerdem reagieren manche Reptilien empfindlich auf Störungen, etwa wenn ein Ziervogel in ihrem direkten Umfeld landet. Dann kann es beispielsweise bei Schildkröten zu Abwehrbissen kommen. Aber bei ausreichend Abstand steht einer Gemeinschaftshaltung der unterschiedlichen Tiere häufig nichts im Wege.“

Gemeinsame Haltung mit anderen Ziervögeln

Natürlich kann es auch vorkommen, dass verschiedene Ziervogelarten in einem Haushalt zusammenkommen. „Wenn die Tiere in einer gemeinsamen Voliere gehalten werden sollen, brauchen sie sehr viel Platz und Rückzugsorte. Kleine Zimmervolieren, deren Grundfläche meist unter zwei Quadratmetern liegt, sind dafür nicht geeignet“, betont die Ziervogelexpertin. Darüber hinaus gilt es auch hier wieder, auf die Lebensgewohnheiten zu achten: Tagsüber sehr aktive Wellensittiche und eher dämmerungsaktive Bourkesittiche passen beispielsweise nicht zusammen und stören sich gegenseitig. Auch beim Futter kann es zu Problemen kommen, wenn die gehaltenen Arten unterschiedliche Futtermischungen für eine optimale Ernährung brauchen. „Wenn genügend Platz vorhanden ist, können sich zum Beispiel Wellensittiche und Nymphensittiche gut vertragen. Beim Futter muss man dann aber eine Lösung finden, damit beide Arten ihre richtige Nahrung bekommen. Außerdem muss man immer genau beobachten, ob die Tiere sich wirklich vertragen und etwa die eher ruhigen Nymphensittiche nicht gestresst werden.“
Entsprechend sollten sich Halter immer schon im Vorfeld genaue Gedanken machen und sich informieren, ob der Vogel aktuell in Wohnung und Gemeinschaft passt. Informationsangebote finden Interessierte etwa bei Vogelvereinen, Tierärzten oder in Fachmagazinen.
(Quelle: Pressemitteilung IVH / Beitragsbild: Symbolfoto re)

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