Rosenheim / Landkreis – Nur noch wenige Tage bis zur Kommunalwahl am 8. März 2026 – bei der U18-Wahl hatten Kinder und Jugendliche die Möglichkeit, ihre Stimmen für Landrat, Stadtrat und Bürgermeister zu simulieren. Im Landkreis Rosenheim zeigt die Wahlsimulation, dass Amtsinhaber Otto Lederer (CSU) die meisten Stimmen erhielt, gefolgt von Andreas Winhart (AfD). In der Stadt Rosenheim erhielt die CSU bei der Stadtratswahl die meisten Stimmen, gefolgt von SPD und Grünen.
Landkreisergebnis: CSU vorne, AfD Zweiter
Zwischen dem 16. und 27. Februar 2026 haben über 500 Kinder und Jugendliche im Landkreis Rosenheim ihre Stimmen bei der U18-Wahl abgegeben. Die Wahl wurde in zehn Kommunen an insgesamt 13 Wahllokalen durchgeführt – von Jugendtreffs über Schulen bis hin zum DAV-Basislager Bad Aibling. Die Wahllokale waren kreativ gestaltet: Die DAV-Sektion Stützpunkt Inntal verzierte ihre Wahlurne beispielsweise mit Klettergriffen.
Bei der simulierten Landratswahl erhielt Amtsinhaber Otto Lederer (CSU) mit 191 Stimmen die meisten Stimmen, gefolgt von Andreas Winhart (AfD) mit 82 Stimmen. Die weiteren Kandidierenden lagen deutlich dahinter: Alexandra Burgmaier (SPD) 77 Stimmen, Martin Bauhof (Die Linke) 76 Stimmen, Sepp Hofer (Freie Wähler) 52 Stimmen, Helmut Freund (Bayernpartei) 31 Stimmen und Josef Fortner (ÖDP) 17 Stimmen.
Da bei dieser Wahlsimulation niemand die absolute Mehrheit von mehr als 50 % erreicht hat, würde nach den Regeln der realen Landratswahl eine Stichwahl zwischen den beiden Kandidaten mit den meisten Stimmen stattfinden – in diesem Fall zwischen CSU und AfD. Das zeigt, welche Kandidaten bei den teilnehmenden Jugendlichen am stärksten unterstützt wurden, auch wenn die U18-Wahl keine direkten Auswirkungen auf die echte Wahl hat.
Die Mehrheit der Teilnehmer entschied sich bei der Wahlsimulation Parteien, die allgemein zur demokratischen Mitte gezählt werden: CSU 34,2 %, SPD 16 %, Freie Wähler 13,1 %, Grüne 11,3 %, Weitere Stimmen entfielen auf AfD 10,7 %, Linke 6,5 %, sonstige Parteien 6,8 %.
Stadt Rosenheim: CSU führt, SPD und Grüne folgen
In der Stadt Rosenheim nahmen insgesamt 1.474 Jugendliche an der U18-Wahl für den Stadtrat teil. Das Ergebnis:
- CSU 24,42 %
- SPD 19,40 %
- Grüne 16,42 %
- AfD 15,40 %
- Linke 15,13 %
- Freie Wähler 4,82 %
- FDP 2,04 %
- ÖDP 1,42 %
- REP 0,95 %
Bei der Bürgermeisterwahl (261 abgegebene Stimmen) liegt der CSU-Kandidat Andreas März mit 36,40 % vorne, gefolgt von SPD-Kandidat Abuzar Erdogan (23,37 %) und AfD-Kandidat Maximilian Leucht (12,64 %).
Bildungsprojekt mit langer Tradition
Die U18-Wahl ist ein bewährtes Projekt der politischen Bildung. Kinder und Jugendliche erhalten die Möglichkeit, demokratische Prozesse kennenzulernen und sich mit politischen Themen auseinanderzusetzen. 1996 wurde die erste U18-Wahl in einem einzigen Wahllokal in Berlin durchgeführt. Heute zählt die Aktion zu den größten bildungspolitischen Initiativen für Kinder und Jugendliche in Deutschland.
Die U18-Wahl hat zwar keine direkten Auswirkungen auf die Kommunalwahl, bietet aber spannende Einblicke darin, wie Kinder und Jugendliche hypothetisch abstimmen würden, wenn sie bereits wahlberechtigt wären. In Bayern erreichte die Beteiligung 2026 einen neuen Höchststand: Über 30.000 junge Menschen nahmen landesweit teil – fast doppelt so viele wie noch bei der letzten U18-Wahl 2020.
(Quellen: Artikel: Karin Wunsam / Infos: Stadtjugendring und Kreisjugendring / Beitragsbild: Symbolfoto ai generiert)


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