Rosenheim – Zum ersten Mal fand die zweitägige VBEW-Fachtagung Wasser im Kultur- und Kongresszentrum Rosenheim statt. Über 100 Teilnehmer aus Wasserversorgung, Politik, Verwaltung und Wissenschaft nutzten die Veranstaltung, um aktuelle Herausforderungen und Lösungsansätze der Branche zu diskutieren.
Heiko Peckmann, Geschäftsführer der Stadtwerke Rosenheim, zeigte sich im Gespräch mit Innpuls.me zufrieden: Rosenheim stehe gut da, was die Versorgung mit Trinkwasser angehe.
Wassersicherheit in Rosenheim: Versorgung bleibt zuverlässig
Das Trinkwasser in Rosenheim wird aus einem Schutzgebiet im unteren Mangfalltal nahe Bad Aibling gewonnen und bis zu 35 Meter tief gefördert. Extremwetterlagen stellen die größte Herausforderung dar – etwa beim Starkregen 2011, als Regenwasser in die Brunnen gelangte und eine vorübergehende Chlorung notwendig machte. Seither sind moderne UV-Anlagen im Einsatz. Um die Versorgung auch für außergewöhnliche Situationen abzusichern, planen die Stadtwerke einen weiteren Brunnen nahe Hofstätter und Rinser See, was aktuell noch auf Widerstand von Schutzgemeinschaften stößt. Peckmann betonte, dass Seen und Moore geschützt werden sollen und plädierte für sachliche Diskussionen und bessere Zusammenarbeit über Gemeindegrenzen hinweg.
Unter den Gästen der Fachtagung waren auch Oberbürgermeister Andreas März sowie zahlreiche Vertreter der bayerischen Wasserwirtschaft. Marian Rappl, Hauptgeschäftsführer des VBEW, betonte in seiner Eröffnung: „Die Sicherstellung einer zuverlässigen Wasserversorgung gehört zu den größten Zukunftsaufgaben.“ Die Tagung bot eine Plattform, um technische Lösungen, organisatorische Strategien und innovative Projekte für die Wasserversorgung auszutauschen.
Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber hob die Bedeutung des novellierten Wassergesetzes und des Wasserpakets hervor, das die öffentliche Trinkwasserversorgung stärkt, den Hochwasserschutz verbessert und Verwaltungsverfahren digitalisiert. In anschließenden Podiumsdiskussionen diskutierten Vertreter von Politik und Wasserwirtschaft über Finanzierung, Resilienz und Anpassungsstrategien.
Am zweiten Tag standen technische und organisatorische Herausforderungen im Vordergrund: intelligente Anpassungsmaßnahmen, Nutzung von Synergien, Resilienzsteigerung und konkrete Praxisbeispiele. Marian Rappl zog ein positives Fazit: „Die bayerische Wasserwirtschaft stellt sich entschlossen den Herausforderungen – mit technischer Innovation, guter Zusammenarbeit und klarer strategischer Orientierung. Unsere Fachtagung bleibt ein zentraler Treffpunkt, um gemeinsam Wissen zu teilen, Probleme zu lösen und die Zukunft der Wasserversorgung aktiv zu gestalten.“
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Info: Pressemitteilung VBEW / Beitragsbild: Fotomontage Karin Wunsam)


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