Entstanden ist die Redewendung um das Jahr 1900 und sie wird ausschließlich im deutschsprachigen Raum verwendet. Sprachwissenschaftler sehen ihren Ursprung nicht im winterlichen Ausrutschen, sondern in einer ganz anderen sprachlichen Wurzel. Demnach leitet sich das Wort „Rutsch“ vom hebräischen „Rosch ha-Schana“ ab, was „Jahresbeginn“ bedeutet. Im Jiddischen heißt der Neujahrsgruß „a git Rosch“, also sinngemäß „einen guten Anfang“. Aus diesem Wunsch entwickelte sich im Laufe der Zeit der heute gebräuchliche „Gute Rutsch“.
Doch es gibt noch eine weitere Erklärung für den Ausdruck. Früher hatte das Verb „rutschen“ eine andere Bedeutung als heute: Es stand für „reisen“ oder „fahren“. Der Dichter Johann Wolfgang von Goethe verwendete das Wort in diesem Sinne, etwa mit dem Satz „Sonntag rutscht man auf das Land“ – gemeint war eine Reise oder Fahrt ins Umland.
Welche Herkunft nun die richtige ist, lässt sich nicht mit letzter Sicherheit sagen. Sicher ist jedoch: Der Wunsch soll Glück und einen guten Start ins neue Jahr bringen. In diesem Sinne – einen guten Rutsch.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild: Symbolfoto ai)


0 Kommentare