Rosenheim – Jetzt ist es wieder so weit: In Gärten, an Böschungen und unter Sträuchern in Rosenheim zeigen sich die ersten weißen Blüten der Schneeglöckchen. Nach den frostigen Wochen wirken sie wie kleine Wunder im noch winterlichen Grau. Doch was viele nicht wissen: Hinter den zarten Frühlingsboten steckt Erstaunliches.
1. Sie sind keine „Frühstarter“, sondern pünktlich
Die Blütezeit von Schneeglöckchen liegt meist zwischen Februar und März. In milden Wintern zeigen sie sich schon im Januar, doch nach längeren Frostphasen ist eine Blüte jetzt völlig normal.
2. Ihr Name bedeutet „Milchblume“
Der botanische Name „Galanthus“ stammt aus dem Griechischen: „gála“ (Milch) und „ánthos“ (Blüte). Die reinweißen Blüten gaben der Pflanze ihren poetischen Namen.
3. Es gibt weit mehr als nur „das eine“ Schneeglöckchen
Rund 20 Arten und mehrere Hundert Sorten sind bekannt. Manche haben gefüllte Blüten, andere auffällige grüne Zeichnungen im Inneren.
4. Sie haben Frost im Griff
Schneeglöckchen besitzen besondere Zellstrukturen, die ihnen helfen, Frost zu überstehen. Ihre festen Blattspitzen können sogar durch leicht gefrorenen Boden wachsen.
5. Ameisen sind ihre Helfer
Die Samen tragen kleine, ölhaltige Anhängsel. Diese locken Ameisen an, die die Samen verschleppen und so zur natürlichen Verbreitung beitragen.
6. Sie sind giftig
Alle Pflanzenteile enthalten Alkaloide. Besonders die Zwiebeln sind giftig und können bei Verzehr zu Übelkeit und Erbrechen führen. Für Haustiere gilt daher ebenfalls Vorsicht.
7. Schneeglöckchen sind geschützt
Wild wachsende Schneeglöckchen stehen nach der Bundesartenschutzverordnung unter besonderem Schutz. Das Pflücken, Ausgraben oder Beschädigen ist verboten. Verstöße können als Ordnungswidrigkeit mit empfindlichen Bußgeldern geahndet werden – je nach Bundesland sind Beträge bis zu 50.000 Euro möglich.
Wichtig: Im eigenen Garten gekaufte Zwiebeln dürfen selbstverständlich gepflanzt und gepflegt werden.
8. Nicht verwechseln mit dem Märzenbecher
Oft werden Schneeglöckchen mit dem Märzenbecher verwechselt. Der Unterschied ist gut erkennbar:
- Schneeglöckchen haben drei größere äußere und drei kleinere innere Blütenblätter.
- Der Märzenbecher (botanisch: Märzenbecher) besitzt sechs gleich lange Blütenblätter mit einem grünen Punkt an der Spitze.
Auch der Märzenbecher steht übrigens unter Schutz.
9. Sie sind wichtige Nahrungsquelle
Für frühe Insekten wie Wildbienen stellen Schneeglöckchen eine der ersten Pollenquellen im Jahr dar – ein kleiner, aber wichtiger Beitrag zum ökologischen Kreislauf. Übrigens: Schneeglöckchen gelten als ein Indikator für den Klimawandel. In manchen Regionen blühen sie seit Jahrzehnten tendenziell früher.
10. Sie lieben Gesellschaft
Schneeglöckchen fühlen sich in Gruppen am wohlsten. Über die Jahre bilden sie dichte Blütenteppiche, weil sich ihre Zwiebeln teilen und vermehren.
Pflanztipps für Garten, Vorgarten und Balkon
Wer Schneeglöckchen im eigenen Garten ansiedeln möchte, sollte einige Punkte beachten:
- Standort: Halbschattig bis sonnig, ideal unter Laubbäumen oder Sträuchern.
- Boden: Locker, humusreich und gut durchlässig.
- Pflanzzeit: Am besten im Herbst (September bis November).
- Pflanztiefe: Etwa 5 bis 8 Zentimeter tief einsetzen.
- Pflege: Nach der Blüte die Blätter nicht sofort abschneiden. Erst wenn sie vergilbt sind, darf zurückgeschnitten werden – die Zwiebel speichert in dieser Zeit Kraft für das nächste Jahr.
Auch im Topf auf Balkon oder Terrasse gedeihen Schneeglöckchen gut, solange Staunässe vermieden wird.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild: Josefa Staudhammer)


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