Deutschland / Bayern / Rosenheim – Meerschweinchen kommunizieren auf vielfältige Weise – durch Körpersprache, Gurren, Quieken oder Zähneklappern. Wer die Signale seiner Nager kennt, kann Freude, Stress oder gesundheitliche Probleme früh erkennen und besser auf ihre Bedürfnisse eingehen.
Rund eine Million Meerschweinchen in Deutschland erfreuen ihre Halter jeden Tag mit ihrer Geselligkeit, ihrem putzigen Aussehen und ihrer Lust, sich mitzuteilen. Wenn alle Voraussetzungen passen und die Tiere gemeinsam mit Artgenossen leben, zeigen sie gern ihre natürlichen Verhaltensweisen.
Es ist aus verschiedenen Gründen sinnvoll, ein Gespür für die (Körper-)Sprache der eigenen Tiere zu entwickeln: „Besonders wichtig ist der Kontext – ein Quieken kann beispielsweise sowohl Ausdruck der Freude als auch von Stress sein“, sagt Viola Schillinger, Meerschweinchen-Expertin und Autorin verschiedener Ratgeber zu den kleinen Nagern. „Im Zusammenspiel mit anderen Signalen lässt sich das einordnen. Dafür ist es wichtig, die Tiere regelmäßig und auch zu verschiedenen Tageszeiten zu beobachten, um ihr normales Verhalten und Auffälligkeiten zu erkennen.“ Mit zunehmender Erfahrung entwickeln Tierfreunde dann ein feines Gespür dafür, die Signale im Verhalten der einzelnen Tiere und in der Gruppendynamik zu deuten.
Gurren als Zeichen von Entspannung
Sind Meerschweinchen entspannt, bewegen sie sich ruhig, haben eine lockere Körperhaltung und lassen ab und an ein sanftes Gurren vernehmen. „Meerschweinchen Gurren oder Brummen auch bei sozialer Interaktion oder leichter Erregung“, ordnet die Expertin ein. „In entspannten, sozial stabilen Situationen sind oft ruhige, tiefe und gleichmäßige Laute zu hören.“ Auch das genüssliche Ausstrecken der Beine beim Ruhen deutet auf ein Gefühl von Sicherheit und Zufriedenheit hin.
Popcornen als Ausdruck von Freude
Glückliche Meerschweinchen zeigen ein breites Spektrum an positiven Signalen. Besonders ausdrucksstark ist das sogenannte Popcornen. „Wie der Mais in der heißen Pfanne springen Meerschweinchen manchmal mit allen Füßchen gleichzeitig hoch und wölben dabei den Rücken durch oder strecken sich“, erklärt Schillinger. „Vor allem junge Tiere bringen so Freude und Spaß zum Ausdruck, wenn sie beispielsweise etwas Neues kennenlernen oder gefüttert werden. Ältere Vertreter sind dagegen oft schon etwas ruhiger und hüpfen nur noch selten.“
Zähneklappern als Beleg für Stress
Auf Störungen und Gefahr reagieren die Fluchttiere empfindlich. „Stress zeigt sich in Form von geduckter Haltung, enganliegendem Fell und hektischen Bewegungen. Oder aber im genauen Gegenteil: Es kann sein, dass ein Meerschweinchen auf seiner Position scheinbar einfriert, weil es hochaufmerksam beobachtet und wartet“, sagt Schillinger. Akustisch kann das von schnellem Quieken oder Zähneklappern begleitet werden. Rangniedrige Tiere ziehen sich schnell in Verstecke zurück oder versuchen auszuweichen.
Gekrümmte Haltung als Indiz für Schmerzen
Schmerzen sind bei Meerschweinchen nicht immer direkt zu erkennen, da sie diese instinktiv zu verbergen versuchen. „Wichtige Anzeichen sind ein krummer Rücken oder eine angespannte Haltung, stumpfes Fell, wenig Bewegung oder Futterverweigerung. Viele Tiere zeigen auch ein Zähneknirschen beziehungsweise -mahlen, eine veränderte Mimik, etwa mit zusammengekniffenen Augen, oder sie interagieren weniger mit ihren Artgenossen“, beschreibt die Expertin. „Solche Symptome sind ein wichtiger Anlass, einen Tierarzt aufzusuchen, damit die Ursache schnell gefunden und behandelt werden kann.“
(Quelle: Pressemitteilung IVH / Beitragsbild: Symbolfoto re)


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