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Wenn wieder eine Apotheke verschwindet – Das Ende der Engel-Apotheke in Rosenheim

Schließung Engel-Apotheke in der Münchenerstraße 29 in Rosenheim. Foto: Innpuls.me

Karin Wunsam

Schreibt immer schon leidenschaftlich gern. Ihre journalistischen Wurzeln liegen beim OVB-Medienhaus. Mit der Geburt ihrer drei Kinder verabschiedete sie sich nach gut 10 Jahren von ihrer Festanstellung als Redakteurin und arbeitet seitdem freiberuflich für die verschiedensten Medien-Unternehmen in der Region Rosenheim.

8. Februar 2026

Lesezeit: 3 Minute(n)

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Rosenheim / Bayern Deutschland – Der Schriftzug ist verschwunden. Und doch ist er noch da. Wer an der Münchener Straße 29 vorbeigeht, dem fällt der Eingang unweigerlich ins Auge. Über dem ehemaligen Zugang zur Engel-Apotheke fehlen die Buchstaben – ihre Umrisse zeichnen sich jedoch noch deutlich an der Fassade ab. Spuren eines Namens, der hier über Generationen hinweg für Beratung, Versorgung und Verlässlichkeit stand.

Mit dem Jahresende 2025 hat die Engel-Apotheke geschlossen. Eröffnet im Jahr 1897, prägte sie 128 Jahre lang das Stadtbild an dieser Stelle Rosenheims. Die Geschichte dieses Hauses steht damit beispielhaft für eine Entwicklung, die längst über einzelne Standorte hinausgeht.

Abgeklebte Scheiben, leise Abschiedsworte

Auch die Schaufenster zeugen vom Abschied. Die Scheiben sind abgeklebt, Hinweise informieren darüber, wohin sich die Kunden künftig wenden können. Die Inhaber-Familie betreibt weiterhin eine weitere Apotheke in Rosenheim.
Ein Satz im Schaufenster macht die Entscheidung greifbar: „Hier schließt leider – nach 128 Jahren – wieder eine Apotheke mehr in Deutschland.“ Leicht gefallen ist die Geschäftsaufgabe offenbar nicht.

Rosenheim verliert erneut eine Apotheke

Für Rosenheim ist es nicht die erste Apothekenschließung in jüngerer Zeit. Bereits Ende Januar 2024 schloss die Rathaus-Apotheke in der Rathausstraße. Sie war fast 50 Jahre lang dort ansässig und vor allem Anlaufstelle für Patienten der Arztpraxen im selben Gebäude. Innpuls.me berichtete. Mit der Engel-Apotheke hat die Stadt nun erneut einen traditionsreichen Versorgungsstandort.

Apothekensterben in Deutschland: eine Entwicklung mit klaren Zahlen

Dass die Schließung der Engel-Apotheke kein Einzelfall ist, zeigen aktuelle Zahlen der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände. Zum Jahresende 2025 gab es bundesweit 16.601 Apotheken. Das sind 440 Betriebe beziehungsweise 2,6 Prozent weniger als Ende 2024. Im Verlauf des Jahres 2025 standen 502 Schließungen lediglich 62 Neueröffnungen gegenüber.

Damit liegt die Zahl der Apotheken wieder auf einem Stand, wie er zuletzt vor fast 50 Jahren erreicht wurde: 1977 existierten in Ost- und Westdeutschland zusammen 16.374 Apotheken. Danach setzte ein regelrechter Boom ein, und seit einigen Jahren sinkt die Zahl nun drastisch – mit allen Folgen für die Versorgung in Deutschland.

Als einen zentralen Grund nennt die ABDA die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Seit der Umstellung der Arzneimittelpreisverordnung auf das fixe Packungshonorar vor mehr als zwei Jahrzehnten wurde dieses nur einmal angepasst – 2013 um 3,1 Prozent. Die Folgen sind deutlich: Seit 2013 musste bundesweit jede fünfte Apotheke schließen. Damals gab es noch 20.662 Apotheken, heute sind es 4.061 weniger.

Versorgung wird dünner

ABDA-Präsident Thomas Preis warnt vor den Folgen für die Bevölkerung. Sinkende Apothekenzahlen bedeuteten, dass viele Menschen immer weitere Wege bis zur nächsten Apotheke zurücklegen müssten. Gerade für ältere oder in ihrer Mobilität eingeschränkte Patienten könne das – etwa bei außergewöhnlichen Wetterlagen – schnell zur Belastung werden.

Zwar seien Botendienste der Apotheken in solchen Situationen eine wichtige Säule der Versorgung, könnten jedoch den persönlichen Apothekenbesuch und dessen umfassendes Dienstleistungsangebot nur teilweise ersetzen. Auch wenn sich das Apothekensterben zuletzt leicht abgeschwächt habe, seien allein 2025 erneut rund 500 Apotheken dauerhaft aus der Versorgung verschwunden. Mit jeder Schließung verliere das System an Stabilität und Widerstandskraft.

Zusätzlich verschärft werde die Lage durch stark gestiegene Kosten. Seit der letzten Honoraranpassung im Jahr 2013 seien die Ausgaben der Apotheken um rund 65 Prozent gestiegen. Für immer mehr Betriebe sei ein wirtschaftlicher Betrieb unter diesen Bedingungen nicht mehr darstellbar. Zwar ist im Koalitionsvertrag von Union und SPD aus dem Mai 2025 eine Erhöhung des Apothekenhonorars auf 9,50 Euro vorgesehen, im aktuellen Vorhaben zur Apothekenreform spiele diese bislang jedoch keine Rolle.

Ein weiteres Kapitel schließt sich

Zurück bleiben in der Münchener Straße in Rosenheim die sichtbaren Spuren eines Namens, der hier mehr als ein Jahrhundert lang zum Stadtbild gehörte. Die Engel-Apotheke ist Geschichte. Ihre Schließung steht exemplarisch für eine Entwicklung, die inzwischen auch in Rosenheim deutlich sichtbar ist.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Info ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände / Beitragsbild: Copyright Innpuls.me)

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