Rosenheim – Sollte bei privaten Bauprojekten in Rosenheim mehr Wert auf Begrünung gelegt werden? Mit dieser Frage wendet sich die Stadtratsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen in einem Antrag an Oberbürgermeister Andreas März. Die Grünen fordern, dass bei Neubauten stärker auf neue Bäume, Büsche oder begrünte Dächer und Fassaden geachtet wird.
Der Antrag sieht unter anderem vor, dass der Umweltausschuss künftig jährlich eine Übersicht über genehmigte Baumfällungen und durchgeführte Nachpflanzungen bei privaten Bauvorhaben erhält. Außerdem sollen Berichte erstellt werden, welche städtischen Instrumente bei Bauprojekten genutzt werden können, um mehr Grün zu schaffen und die Lebensqualität in Rosenheim zu erhalten. Auch Förderprogramme für Eigentümer sollen geprüft werden, die die Begrünung voranbringen könnten.
Die Grünen betonen, dass öffentliche Gebäude und städtische Freiflächen bereits zunehmend begrünt werden, private Bauvorhaben jedoch oft nur wenig Grünflächen berücksichtigen. „Wer heute baut, sollte Verantwortung für das Klima von morgen übernehmen. Das gilt für alle Bürger unserer schönen, teilweise noch gut durchgrünten Stadt“, heißt es im Antrag. Nach Ansicht der Fraktion zeigt die Entwicklung bei Neubauten jedoch, dass Grünflächen – Büsche, Hecken, Bäume – häufig entfernt werden und auf Flächen ohne Baumbestand kaum neue Pflanzen gesetzt werden.
Anna Rutz, Stadträtin der Grünen, bringt die bringt die Kritik unmissverständlich auf den Punkt: „Es kann nicht sein, dass klimaschädliche Versiegelung und das Fällen gesunder Bäume zur Regel werden, während Förderprogramme für grüne Alternativen kaum bekannt sind.“
(Quelle: Pressemitteilung Bündnis 90/Die Grünen Rosenheim / Beitragsbild: ai-generiert)


KURZANTWORT:
Ich bin ja mit den Damen und Herrn der Grün*innen nicht so häufig einer Meinung.
Aber bei dem Thema haben sie meine volle Zustimmung.
AUSFÜHRLICHERE ANTWORT:
In Rosenheim nimmt das Grün in manchen Bereichen wie beispielsweise in der Frühlingsstraße – rasant ab, weil bei privaten Bauvorhaben oft nur das Minimum an Grünflächen berücksichtigt wird.
Während öffentliche Flächen weiter begrünt werden, verschwinden Bäume, grüne Oasen und Gärten hinter neuen Monsterbauten, die in ihrer Gestaltung immer steriler, einfallsloser und ehrlich empfunden grausliger wirken.
Anstatt lebendige, grüne Wohnquartiere zu schaffen, entstehen hier häufig steinige, betonierte unfreundliche Räume, die der Lebensqualität in einer Stadt und dem oberbayerischen Lebensgefühl nicht gerecht werden.
Es wäre wichtig, dass beim Bauen wieder mehr Wert auf die Erhaltung und Integration echter Grünanlagen gelegt wird.