Rosenheim / Landkreis – Der Fachdienst Asyl und Migration der Caritas in Stadt und Landkreis Rosenheim blickt in diesem Jahr auf sein zehnjähriges Bestehen zurück. Der Dienst hat sich in dieser Zeit als Anlaufstelle für Migranten, Ehrenamtliche und kommunale Partner etabliert und begleitet Menschen durch das Asyl- und Aufenthaltsverfahren.
„Kein Tag war und ist wie der andere“, berichtet das Team des Fachdienstes. Wolfgang Ehrenlechner, Kreisgeschäftsführer der Caritas Zentren in Stadt und Landkreis Rosenheim, betont: „Politik setzt die Rahmenbedingungen, wir dagegen sehen den einzelnen Menschen, den wir auf seinem Weg zu einem selbstbestimmten Leben bei uns in Deutschland unterstützen wollen. Dies ist das Selbstverständnis der Caritas.“
Beratung, Unterstützung und Vernetzung
Aktuell arbeiten 23 Mitarbeitende im Fachdienst Asyl und Migration. Sie beraten Migranten zu aufenthaltsrechtlichen Fragen, psychosozialen Anliegen, Bildung, Sprache, Arbeit und Gesundheit. Die Beratungen erfolgen im Verbund mit weiteren Wohlfahrtsverbänden wie Diakonie, BRK und AWO. Petra Gäbelein, Fachdienstleitung Asyl und Migration, erklärt: „Seit zehn Jahren arbeiten wir dafür, Menschen in schwierigen Lebenslagen Perspektiven zu geben. Die Krisen dieser Welt haben ständigen Einfluss auf das Beratungssetting, die Herausforderungen sind groß, unsere Arbeit hat sich dadurch professionalisiert.“
Der Dienst wird durch Ehrenamtliche unterstützt, die unter anderem Sprachtreffs, internationale Cafés oder Radlwerkstätten organisieren. Die Helferkreise in den Gemeinden bilden oft das Bindeglied zwischen den Ratsuchenden und den Beratungseinrichtungen.
Fluchtgeschichten sichtbar machen
Gäbelein weist auf die historische und menschliche Dimension von Flucht hin: „Flucht ist kein Ausnahmephänomen – sie ist Teil unserer Geschichte.“ Die Ausstellung „An(ge)kommen“ im Bildungswerk Rosenheim, die am 26. Februar eröffnet wurde, zeigt Fluchtbiografien von 1945 bis 2016 und verdeutlicht, wie individuell und doch ähnlich menschliche Erfahrungen von Verlust, Hoffnung und Neubeginn sein können.
Zugang zu Arbeit und Integration
Der Fachdienst weist darauf hin, dass Integration nur gelingen kann, wenn Menschen frühzeitig Zugang zu Sprache, Bildung und Arbeit erhalten. Der Deutsche Caritasverband fordert daher Integration ab Tag 1, schnellere Verfahren und den frühzeitigen Zugang zu Deutschkursen und Arbeitsmarktangeboten. Ehrenlechner erklärt: „Mindestens sechs Monate, durchschnittlich 15 Monate, dauert die Erteilung einer Arbeitserlaubnis. Diese Wartezeit wirkt sich auch auf die Motivation und die psychische Gesundheit aus.“
Praktische Erfahrungen und Erfolgsgeschichten
Anja Heubelhuber, Mitarbeiterin der „ersten Stunde“, berichtet von langjährigen Begleitungen: „Es freut mich, wenn ich heute Jugendliche treffe, deren Mütter ich schon vor zehn Jahren im Beisein von ihnen als Kleinstkindern beraten durfte. Heute sind es junge Erwachsene, die Auto fahren, einen Schulabschluss haben oder in der Ausbildung sind. Solche Erfolgsgeschichten unterstreichen, was der Fachdienst leisten kann.“
Ausblick
Der Fachdienst setzt weiterhin auf Optimierung der Verfahren, Bürokratieabbau und bessere Rahmenbedingungen, um Integration durch frühzeitigen Zugang zu Sprache und Arbeit zu fördern. Interessierte können die Arbeit des Fachdienstes über Seminare, Filme und Veranstaltungen kennenlernen. Das aktuelle Programm ist online verfügbar unter: dewww.caritas-rosenheim-asyl.
(Quelle: Pressemitteilung Caritas Stadt und Landkreis Rosenheim / Beitragsbild Copyright Stadt und Landkreis Rosenheim)


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