Nachrichten, Informationen und Geschichten aus Rosenheim

Zwischen Imperium und Alltag: Römer kehren in den Lokschuppen zurück

Römer-Ausstellung. Eröffnung März 2026. Fotos: Innpuls.me

Karin Wunsam

Schreibt immer schon leidenschaftlich gern. Ihre journalistischen Wurzeln liegen beim OVB-Medienhaus. Mit der Geburt ihrer drei Kinder verabschiedete sie sich nach gut 10 Jahren von ihrer Festanstellung als Redakteurin und arbeitet seitdem freiberuflich für die verschiedensten Medien-Unternehmen in der Region Rosenheim.

18. März 2026

Lesezeit: 4 Minute(n)

Velkolepá autonehoda v Schliersee se stala známou mnoha hráčům online kasin. Podle policie k nehodě došlo kolem 00:40 ráno a podle dosavadních informací zůstali dva cestující bez zranění, přečtěte si také o nových českých online kasinech https://sancenavyhru.website3.me/. Také krátce před hasičskou zbrojnicí v Neuhausu zaparkovali dva hráči online kasina auto a nasedli do Passatu s poznávací značkou Tölzer, což nezůstalo bez povšimnutí pozorných přihlížejících.
Rosenheim – Mit dem Klang der Stadtkapelle begann am heutigen Mittwochvormittag (18.3.2026) im Rosenheimer Lokschuppen eine Reise durch rund 1.400 Jahre Geschichte: Vorgestellt wurde die neue Ausstellung „Römer – Gesichter eines Weltreiches“, die ab Freitag, 20. März, für die Öffentlichkeit geöffnet ist. Noch bevor sich die Türen offiziell öffnen, durften Medienvertreter bei einem Pressetermin eintauchen in eine Welt zwischen Macht, Mythos und Menschlichkeit – und bekamen einen ersten Eindruck davon, was Besucher erwartet. Im Lokschuppen ist damit eine neue Zeit angebrochen: die der Römer.
Römer-Ausstellung. Eröffnung März 2026. Fotos: Innpuls.me
Ab dem kommenden Freitag entsteht hier eine römische Stadt in Miniaturformat. Fotos: Karin Wunsam
Aus einem kleinen Dorf am Tiber wuchs einst eines der größten Imperien der Weltgeschichte. Über rund 1.400 Jahre spannt sich die Geschichte des Römischen Reiches – von Aufstieg über Blüte bis zum Zerfall. Das Erbe der Römer prägt unser Leben bis heute – in Politik, Kultur, Architektur und Alltag – und auch in der Region um das heutige Rosenheim hinterließen sie deutliche Spuren. Eine gewaltige Epoche, komprimiert auf wenige Ausstellungsräume. Eine Herausforderung, die die Kuratoren Dr. Jennifer Morscheiser, Romy Heyner und Dr. Stefan Reuter gemeinsam mit Florian Englert, Geschäftsführer der Veranstaltungs- und Kongress GmbH Rosenheim, bei der Pressekonferenz präsentierten.
Römer-Ausstellung. Eröffnung März 2026. Fotos: Innpuls.me
Dr. Jennifer Morscheiser, Lokschuppen-Leiterin und Kuratorin und Florian Englert, Geschäftsführer der Veranstaltungs- und Kongress GmbH Rosenheim schneiden eine Torte an – natürlich auch mit Römer-Motiv.
Die Ausstellung ist in mehrfacher Hinsicht besonders: Sie ist die 50. Schau im Lokschuppen – und zugleich die erste, die ein Thema ein zweites Mal aufgreift. Bereits im Jahr 2000 waren die Römer in Rosenheim zu Gast. Mit 270.000 Besuchern zählt diese Ausstellung bis heute zu den erfolgreichsten überhaupt. Für die neue Römer-Ausstellung setzt man erneut hohe Ziele: Mindestens 250.000 Besucher sollen sie sehen.
Schon beim Betreten werden Besucher von einer eindrucksvollen Statue des ersten römischen Kaisers Augustus empfangen. „Ohne ihn hätte es das römische Imperium nicht gegeben“, sagt Morscheiser. Von hier aus entfaltet sich die Geschichte in vielen Facetten: Große Namen wie Cäsar oder Marc Aurel begegnen den Besuchern ebenso wie einfache Menschen, deren Geschichten eigens für die Ausstellung geschrieben wurden.
Zehn bekannte Fantasy-Autoren, darunter Bernhard Hennen, Theresa Hannig und Markus Heitz, haben fiktive Lebensgeschichten entworfen, die dennoch nahbar wirken. Sie erzählen von Liebe, Hoffnung und Alltag – und schlagen so eine Brücke zwischen Antike und Gegenwart. Dass diese Verbindung funktioniert, zeigt ein kleines Objekt, das Kuratorin Romy Heyner besonders am Herzen liegt: eine unscheinbare Fibel mit einer Gravur auf der Rückseite. „Herrin, ich liebe Dich, alle anderen verlache ich“ – eine Botschaft, die auch heute noch verständlich ist.
Insgesamt sind 1.228 Exponate aus rund 30 Museen und Privatsammlungen zu sehen, viele davon erstmals öffentlich. Zu den Höhepunkten zählt der monumentale Augsburger Siegesaltar, ein rund 1,70 Meter hohes Steinmonument aus der Spätantike. Eine weite Reise haben auch die Metallobjekte eines Wagengrabs aus dem ungarischen Nationalmuseum hinter sich.
Römer-Ausstellung. Eröffnung März 2026. Fotos: Innpuls.me
„Römer, geht nach Hause“ – Grammatisch falsch. Eigentlich müsste der korrekte lateinische Satz lauen“ Romani ite domum“. Aber dieses „Graffiti“ stammt aus dem Film „Das Leben des Brian“ von Monty Python. Zu finden in der Miniatur-Römerstadt.
Die Ausstellung will erlebt werden. Immer wieder dürfen Besucher originale Objekte berühren, interaktive Stationen laden zum Mitmachen ein. Besonders eindrucksvoll ist das digitale Wagenrennen im Circus Maximus: Hier können Besucher selbst zu Wagenlenkern werden, ihre Pferde antreiben, Äpfel für zusätzlichen Schub sammeln und Pfützen geschickt ausweichen.

Daneben gibt es bewusst auch ruhige Momente. In einem Raum, der mit Kissen und Sitzmöglichkeiten fast wie ein Wohnzimmer wirkt, können antike Brettspiele ausprobiert werden. Und auf einer Fläche von rund 45 Quadratmetern entsteht nach und nach die wohl größte römische Stadt aus Lego®-Steinen: 65.000 Bausteine stehen bereit. Erste Bauwerke wie das Kolosseum sind bereits entstanden – den Rest gestalten die Besucher selbst.

Römer-Ausstellung. Eröffnung März 2026. Fotos: Innpuls.me
Wer will, kann sich sogar wie ein Römer kleiden.

Es sind jedoch nicht nur die großen Inszenierungen, die im Gedächtnis bleiben. Oft sind es die kleinen Dinge. Zwei unscheinbare Schuhnägel etwa, Lieblingsstücke von Kurator Dr. Stefan Reuter, gelten als entscheidender archäologischer Beweis für die Anwesenheit römischer Legionäre unter Julius Cäsar während seiner Feldzüge in Gallien und Germanien.

Römer-Ausstellung. Eröffnung März 2026. Fotos: Innpuls.me

Dieser Fund aus der Römerzeit – ein Dodekaeder – gibt bis heute Rätsel auf.

Rätselhaft bleibt dagegen ein anderes Objekt: ein bronzener Dodekaeder mit zwölf durchlochten Flächen. Etwa 130 Exemplare sind bekannt, doch ihre Funktion ist bis heute ungeklärt. Die Deutungen reichen vom Messinstrument bis zum Kultobjekt. Morscheiser schmunzelt über eine besonders originelle Theorie: „Eine Strickliesel für Fingerhandschuhe.“

Mit einem Investitionsvolumen von rund vier Millionen Euro ist eine Ausstellung entstanden, die bewusst in Bewegung bleibt. Aufgrund der langen Laufzeit bis zum 1. August 2027 werden Exponate regelmäßig ausgetauscht. So gibt es immer wieder Neues zu entdecken – darunter eine vergoldete Replik des Pferdekopfs von Waldgirmes oder ein Schatzfund mit silbernem Klappstuhl aus der Pfalz.

Römerlager im Mangfallpark

Begleitet wird die Ausstellung von einem umfangreichen Rahmenprogramm. Ein Höhepunkt dürfte das Römerlager im Mangfallpark am 20. und 21. Juni werden – mit Gladiatorenspielen, römischer Hochzeit und historischem Handwerk.

So kehren die Römer nach Rosenheim zurück – nicht nur als ferne historische Größe, sondern als Menschen mit Geschichten, die bis heute nachwirken.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild, Fotos: Karin Wunsam)

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.