Rosenheim – Von hoch oben im Sparkassenhochhaus reicht der Blick über die Rosenheimer Innenstadt bis weit hinaus ins alpenländische Umland. Genau dort, wo die beiden Sparkassenstiftungen Zukunft seit 20 Jahren Projekte unterstützen und Engagement ermöglichen, wurde jetzt ihr Jubiläum gefeiert. Seit ihrer Gründung haben die Sparkassenstiftung Zukunft für die Stadt Rosenheim und die Sparkassenstiftung Zukunft für den Landkreis Rosenheim insgesamt 10,5 Millionen Euro ausgeschüttet und damit 757 Projekte gefördert.
Mehr Geld für gute Ideen
Zum Jubiläum gibt es noch eine weitere gute Nachricht: Für die Ausschreibung „Nachhaltig. Gutes. Tun.“ werden insgesamt mehr als 260.000 Euro an gemeinnützige Vereine, Einrichtungen und Organisationen in Stadt und Landkreis Rosenheim vergeben. Ursprünglich waren dafür 200.000 Euro vorgesehen. Die Resonanz übertraf die Erwartungen deutlich: 113 Organisationen bewarben sich, 68 Projekte erhielten eine Förderung. Zusätzlich wurden zehn besonders kreative Foto- und Videobeiträge rund um die zehn neuen Jubiläumsbänke der Stiftungen mit jeweils 1.000 Euro für die Vereinsarbeit prämiert.
Wie vielfältig die geförderten Vorhaben sind, zeigen einige Beispiele: Das Junge Theater Rosenheim erhält ein Lastenrad für den Transport von Requisiten, die Musikkapelle Rohrdorf baut eine neue Bläserklasse auf und der Hauskrankenpflegeverein Rosenheim investiert in eine Photovoltaikanlage. Die Gemeinde Prutting errichtet ein barrierefreies Multifunktionsgebäude. Die Projekte stehen stellvertretend für das breite Spektrum der Stiftungsarbeit, das von Kultur und Jugendarbeit über Pflege und Inklusion bis hin zu Sport und Naturschutz reicht.
Rosenheims Oberbürgermeister Abuzar Erdogan übergab die Umschläge mit der Zusage für die Fördergelder für die ausgewählten Vereine und Organisationen in der Stadt Rosenheim. Nach ihm übernahm Landrat Otto Lederer diese Aufgabe für den Landkreis Rosenheim. Fotos: Karin Wunsam
„Stiftungen entstehen aus Begegnungen“
Bei der Jubiläumsfeier wurde nicht nur auf die aktuellen Förderungen geblickt, sondern auch auf die Anfänge vor 20 Jahren. Einer, der die Gründung der beiden Stiftungen mit auf den Weg gebracht hatte, war ebenfalls unter den Gästen: Alfons Maierthaler, der frühere Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling. Die Stiftungen wurden 2006 anlässlich des 150-jährigen Bestehens der Sparkasse ins Leben gerufen.
Maierthaler erinnerte in seiner Rede an den damaligen Festakt auf Herrenchiemsee. Dort überreichte der damalige Regierungspräsident von Oberbayern, Christoph Hillenbrand, die Anerkennungsurkunden für die beiden Stiftungen an die damalige Rosenheimer Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer und den damaligen Landrat Dr. Max Gimple. „Stiftungen entstehen aus Begegnungen und Stiftungen schaffen Begegnungen“, sagte Maierthaler.
Alfons Maierthaler, ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Rosenheim Bad Aibling, erzählte, wie die Geschichte der Sparkassenstiftungen Zukunft für 20 Jahren begann.
Besonders am Herzen lagen ihm Projekte, die aus seiner Sicht beispielhaft zeigen, was durch die Unterstützung möglich wird. Dazu zählt das Qualipatenprojekt, bei dem Schüler beim Schulabschluss, bei der Berufswahl und während der Ausbildung begleitet werden. Auch die Schulsozialarbeit nannte er als wichtiges Beispiel. Sie sei aus der Not einer engagierten Schulleiterin heraus entstanden, die sich wegen großer sozialer Spannungen an ihrer Schule an die Sparkasse gewandt hatte. Die Lehrer hätten die Probleme allein nicht mehr bewältigen können. Nach einer Finanzierungszusage entwickelte die Schulleiterin das Projekt. Weil sich der Bedarf bald auf weitere Schulen ausweitete, wurde schließlich der Staat aufgefordert, diese Aufgabe zu übernehmen. Heute seien Schulsozialpädagogen vielerorts selbstverständlich, so Maierthaler. Bei solchen Entwicklungen habe er sich immer wieder gefragt: „Was wäre gewesen ohne?“ – ohne die Unterstützung, die es ermöglicht habe, neue Ideen umzusetzen und wichtige Projekte auf den Weg zu bringen.
Zehn Jubiläumsbänke für die Region
Im Jubiläumsjahr stellten die Stiftungen zehn Sitzbänke für den öffentlichen Raum bereit. Sie gingen an mehrere Gemeinden und Städte in der Region. Rosenheim erhielt drei Bänke, die im Salingarten zum Verweilen einladen. Bei der Feier wurden auch die kreativen Foto- und Videobeiträge rund um die neuen Bänke gezeigt.
Unter den Gästen waren neben dem amtierenden Landrat Otto Lederer und Rosenheims Oberbürgermeister Abuzar Erdogan auch mehrere frühere politische Verantwortungsträger: die ehemalige Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer sowie die früheren Landräte Dr. Max Gimple und Josef Neiderhell. Im Mittelpunkt standen jedoch die Vertreter der Vereine und Organisationen, die bei der Jubiläumsausschreibung eine Förderung erhalten.
Förderung für 17 verschiedene Zwecke
Mit einem Stiftungskapital von 22,1 Millionen Euro zählen die Sparkassenstiftungen Zukunft zu den großen Förderern in der Region. Ihr Förderspektrum umfasst 17 Zwecke, darunter Kunst und Kultur, Bildung, Jugend- und Altenhilfe, Natur- und Umweltschutz sowie Sport. Allein im Jahr 2025 wurden mehr als 526.000 Euro ausgeschüttet.
Landrat Otto Lederer machte bei der Jubiläumsfeier deutlich, dass finanzielle Unterstützung allein aber nicht ausreicht. „Ohne sie würde die eigentliche Wirkung der Stiftungen verpuffen“, sagte er mit Blick auf die vielen Menschen, die sich ehrenamtlich in Vereinen und Organisationen engagieren. Erst durch ihren Einsatz werden aus Fördergeldern konkrete Projekte, die das Leben in Stadt und Landkreis Rosenheim bereichern.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild, Fotos: Karin Wunsam)




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