Bad Aibling / Landkreis Rosenheim – Was vor 20 Jahren mit zwei sogenannten „Brückenzimmern“ begann, ist heute ein fester Bestandteil der medizinischen Versorgung in der Region Rosenheim.: Der Palliativmedizinische Dienst (PMD) der RoMed Klinik Bad Aibling feiert sein 20-jähriges Bestehen.
Der Dienst begleitet schwerkranke Menschen und ihre Angehörigen in belastenden Lebenssituationen – mit medizinischer Unterstützung, persönlicher Zuwendung und einem interdisziplinären Ansatz. Im Mittelpunkt steht dabei nicht Heilung um jeden Preis, sondern Lebensqualität.
Zum Jubiläum würdigten Vertreter der Klinikleitung, Politik und Wegbegleiter die Entwicklung des Dienstes. RoMed-Geschäftsführer Dr. Ulrich Schulze dankte den beteiligten Berufsgruppen und dem Netzwerk in Stadt und Landkreis Rosenheim: „Mein Dank gilt allen Berufsgruppen und dem etablierten Netzwerk in Stadt und Landkreis Rosenheim. Der Bedarf an palliativmedizinischer Versorgung nimmt zu, unser Anspruch auch. Wir bauen die Zusammenarbeit weiter aus, stärken die Teams und halten Kurs: Interdisziplinär, zugewandt und nah am Menschen.“
Vom Modellprojekt zum festen Bestandteil
Die Geschichte des Palliativmedizinischen Dienstes begann im Jahr 2005. Nach der Zusammenführung der damaligen Landkreiskliniken entstanden in Bad Aibling zunächst zwei „Brückenzimmer“ – ein Projekt, das laut Klinik von Mitarbeitern verschiedener Berufsgruppen gemeinsam entwickelt wurde.
2011 folgte die Einführung eines palliativmedizinischen Konsiliardienstes für das gesamte Haus – nach Angaben der Klinik der erste seiner Art in Südostbayern. Bis heute wurde das Angebot stetig ausgebaut.
Dass der Bedarf wächst, zeigen auch die Zahlen: Wurden im Jahr 2015 noch 66 Fälle betreut, waren es 2025 bereits 218. Bis April 2026 begleitete das Team bereits rund 100 Patienten.
Mehr Lebensqualität in schwierigen Zeiten
Palliativmedizin soll Beschwerden lindern und Menschen in schweren Krankheitsphasen begleiten. Dazu gehören unter anderem die Behandlung von Schmerzen, Atemnot oder Angst sowie die Unterstützung bei Fragen zu Therapiezielen und Krankheitsbewältigung. Auch Angehörige werden in die Betreuung einbezogen.
Der PMD in Bad Aibling arbeitet dafür interdisziplinär. Beteiligt sind Ärzte, Pflegekräfte, Psychologen, Physiotherapeuten, Seelsorger sowie Sozial- und Entlassmanagement. Ergänzt wird das Angebot unter anderem durch Kunst- und Entspannungstherapie.
von links.: Dipl. Psych. Andrea Schmidt, Sandra Zabel, Kaufmännische Leiterin, Dr. Ulrich Schulze, RoMed Geschäftsführer, Annette Grüber, Leiterin des palliativmedizinischen Dienstes, Dr. Christof
Geigerseder, stv. Leiter des palliativmedizinischen Dienstes, Gemeindereferentin und Klinikseelsorgerin Elisabeth Boxhammer, stellvertretende Landrätin Marianne Loferer und Bürgermeister der Stadt Bad Aibling Stephan Schlier Foto: RoMed Kliniken
Die stellvertretende Landrätin Marianne Loferer würdigte das Engagement des Teams: „Zwei Jahrzehnte palliativmedizinische Begleitung stehen für gelebte Menschlichkeit, kontinuierliche Weiterentwicklung und ein tiefes Verantwortungsbewusstsein gegenüber schwerstkranken Menschen und ihren Angehörigen.“
Auch Bad Aiblings Bürgermeister Stephan Schlier hob die gesellschaftliche Bedeutung hervor: „Dieser Dienst ist die praktische Antwort auf das wichtigste Versprechen unserer Verfassung: ,Die Würde des Menschen ist unantastbar.’ Ein kranker Mensch in seiner letzten Lebensphase ist nicht ,weniger wert’ als ein junger Mensch in der Blüte seines Lebens. Hier bei Ihnen wird diese Überzeugung jeden Tag spürbar.“
Die Jubiläumsfeier endete mit einer Filmvorführung über die Arbeit des Palliativmedizinischen Dienstes sowie musikalischer Begleitung durch die Klinikband der RoMed Klinik Bad Aibling.
(Quelle: Pressemitteilung RoMed Kliniken / Beitragsbild, Foto. RoMed Kliniken)



0 Kommentare