Holger Paetz lieferte keine leichte Kost

Holger Paetz lieferte keine leichte Kost

Rosenheim – Mit einem Urgestein des politischen Kabaretts wurde im Saal des Rosenheimer Lokschuppens der Endspurt der Rosenheimer Kleinkunsttage eingeläutet: Holger Paetz wünschte dem Klima gute Besserung und das, wie von ihm gewohnt, mit viel bissigem, schwarzen Humor.

Blick in das Publikum im Saal des Rosenheimer Lokschuppens

Der Saal im Rosenheimer Lokschuppen war beim Auftritt des bekannten Kabarettisten voll besetzt. Fotos: Wunsam

Holger Paetz sitzt auf einem Stuhl auf der Buehne im Lokschuppen Rosenheim

Auf dem Stuhl hielt es Holger Paetz immer nur sehr kurz. 

Mit dem Kauf des „Pass 5“ entscheidet man sich bei den Rosenheimer Kleinkunsttagen speziell für Künstler und Gruppen, die erstmals in Rosenheim auftreten und in der Region auch noch eher wenig bekannt sind. Auf Holger Paetz trifft beides nicht zu. Der 70-jährige ist nicht zuletzt durch Auftritte bei TV-Sendungen wie „Mitternachtsspitzen,“ „Ottis Schlachthof“ und „Scheibenwischer“ einem breiten Publikum bekannt und war im Jahr 2002 schon einmal bei den Kleinkunsttagen zu Gast, damals als Mitglied und Autor des neu gegründeten Ensembles der Münchner Lach- und Schießgesellschaft. Dennoch gehörte er diesmal zum „Pass 5“. Den Grund dafür erklärte Sepp Hirle, Organisator der Kleinkunsttage so: „Als Solokünstler ist er das erste Mal hier.“
Die Rosenheimer Kleinkunsttage hatten in dieser Saison in der ersten Woche mit Anlaufschwierigkeiten zu kämpfen. Viele Plätze blieben leer. In der zweiten Woche schaut es aber nun deutlich besser aus. Bei Holger Paetz war der Saal mit über 100 Zuschauer voll besetzt.
Bei dem gut zweieinhalbstündigen Programm drehte sich alles um das Klima. Der Kabarettist erklärte den Zuschauern mit bissigster Satire was aus seiner Sicht alles schuld ist an der Krise und dazu viel ihm so einiges ein.  Das Lachen wandelte sich an einigen Stellen in nachdenkliche Betretenheit, denn alles was Paetz ironisch zum Besten gab, untermauerte er mit tatsächlichen Fakten, Zahlen und Ereignissen.

Der Abend war alles
andere als leichte Kost

Der Abend mit dem kabarettistischen Schwergewicht was damit alles andere als leichte Kost. Die Flut an Informationen und Pointen überforderte fast schon, was sich auch daran zeigte, dass es ein paar Besucher gab, die in der zweiten Halbzeit immer wieder mal für einige Minuten einschliefen.
Paetz selbst dagegen präsentierte sich in Höchstform. Der Stuhl, der für ihn auf der Bühne bereit stand, wurde nur selten genutzt. Kaum darauf Platz genommen, stand Paetz auch schon wieder auf, wanderte auf der Bühne auf und ab, wild gestikulierend mit seinen Händen, und zog sein Programm durch, ohne Hänger oder Versprecher. Eben ein Profi durch und durch.
Zugaben gab es am Schluss in Form von Lyrik, aber auch diese durchtränkt mit viel schwarzem Humor. Nicht umsonst spricht er selbst von seinen „depressiven Gedichten“, bei denen dann selbst die Vorfreude auf Weihnachten einen tiefen Dämpfer bekam.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild: Karin Wunsam)

Änderung der Müllabfuhr

Änderung der Müllabfuhr

Rosenheim – In der Woche des Allerheiligen-Feiertages verschiebt sich die Müllabfuhr in der Stadt Rosenheim ab dem Feiertag am Dienstag, 1. November, jeweils um einen Tag nach hinten.

Die Stadtverwaltung Rosenheim bittet die Bürger, ihre Mülltonnen entsprechend bereit zu stellen.
(Quelle: Pressemitteilung Stadt Rosenheim / Beitragsbild: Symbolfoto re)

Sonnengereifte Kampenwand

Sonnengereifte Kampenwand

Aschau / Landkreis Rosenheim – Was für ein Anblick: „Sonnengereift“ präsentierte sich die Kampenwand in Aschau im Chiemgau am frühen Morgen.

Stimmungsvoller kann sich der goldene Herbst kaum präsentieren. Diesen malerischen Anblick gab es übrigens nicht nur vom Fuße des Aschauer Hausbergs aus zu bestaunen, sondern weit in der Region.
(Quelle: Artikel: H. Reiter / Beitragsbild: H. Reiter)

Abschied von Dekan Daniel Reichel

Abschied von Dekan Daniel Reichel

Rosenheim / Landkreis – Nach 12 Jahren verlässt Domkapitular Dekan Pfarrer Daniel Reichel Rosenheim. Sein Umzug nach Freising ist für den 23. November geplant (siehe Interview).  Aktuell befindet er sich im Abschiedsmodus mit vielen Abschiedsfeiern. So nun auch in der Filialkirche St. Johann Baptist und Heilig Kreuz in Westerndorf am Wasen.

Verabschiedung von Pfarrer Daniel Reichel vor der Kirche

Viele herzliche Worte gab es bei der gestrigen Verabschiedung für den Geistlichen. Fotos: Martin Aerzbäck

Der Abschiedsgottesdienst am gestrigen Donnerstagabend war gut besucht. Viele Gläubige nutzten die Gelegenheit, sich von dem Geistlichen, der die vergangenen zwölf Jahre Pfarrer der Rundkirche war, zu verabschieden.
Veronika Wylezol, Vorsitzende des Pfarrgemeinderats und Kirchenpfleger Franz Unterlinner sprachen jeweils Dank für die gute Zusammenarbeit aus.
Dekan Reichel wiederum bekannte, sich in Westerndorf immer besonders gut aufgehoben und „daheim“ gefühlt zu haben.

Jubiläumsjahr in
Erinnerung gerufen

Er ging dabei auch auf die baulichen Ähnlichkeiten zwischen der Westerndorfer Kirche und der Wallfahrtskirche Maria Birnbaum in Siedenbach, einer Gemeinde in seinem Heimat-Landkreis Aichbach-Fiedberg, ein. Daneben rief der Priester mit Freude das Jubiläumjahr zum 350. Besehen der barocken Filialkirche, das im Jahr 2018 gefeiert worden war, in Erinnerung.
Nach dem Gottesdienst bestand die Möglichkeit bei einem Stehempfang vor der Kirche, sich persönlich von Reichel zu verabschieden, auf die gemeinsame Zeit zurückzublicken und ihm für seinen neuen beruflichen Abschnitt in Freising alles Gute zu wünschen. Die Bewirtung hatte der Pfarrgemeinderat übernommen.
(Quelle: Artikel: Martin Aerzbäck / Beitragsbild; Fotos: Martin Aerzbäck)

Hier Impressionen vom gestrigen Abend:

Vollbesetzte Kirche beim Abschiedsgottesdienst
Daniel Reichel in der Kirche beim Gotesdienst
Blick auf den Stehempfang vor der Kirche
Abschiedsfeier Daniel Reichel
Abschiedsfeier Daniel Reichel
Abschiedsfeier Daniel Reichel. Viele Gläubige um einen Stehtisch
Drei Männer unterhalten sich
Eine Frau verabschiedet sich von Daniel Reichel
Gläubige stehen in der Reihe, um sich von Daniel Reichel zu verabschieden.
Guten Morgen

Guten Morgen

Heute ist der 28. Oktober.

Namenstag haben: Alfred, Georg, Simon, Simone

3 bekannte Geburtstagskinder:

Bernie Ecclestone (1930 – ist ein britischer Unternehmer im Automobilsport, der als Erfinder der modernen „Formel 1“ gilt.)

Cornelia Froboess (1943 – ist eine deutsche Schauspielerin und ehemalige Schlagersängerin, die als Kinderstar „kleine Cornelia“ und später „Conny“ bis Mitte der 1960er mit Ohrwürmern wie „Pack die Badehose ein“ oder „Zwei kleine Italiener“ für gute Stimmung sorgte.)

Annette Humpe (1950  – ist eine deutsche Sängerin, die Anfang der 1980er mit der Band „Ideal“ bekannt wurde. Titel u. a. „Baue Augen“.)
(Quelle: geboren.am)

3 Ereignisse der Geschichte:

  • 1636: In Cambridge wird die Harvard-Universität gegründet. Ihren Namen verdankt sie ihrem ersten Wohltäter John Harvard.
  • 1859: Dmitri Iwanowitsch Mendelejew veröffentlicht das Periodensystem der Elemente.
  • 1886: Die 92 Meter hohe Freiheitsstatue in New York, ein Geschenk des französischen Volks, wird vom US-Präsidenten Stephen Grover Cleveland eingeweiht.
    (Quelle: wikipedia.org / Beitragsbild: re)
Schluss mit Leonhardi-Kutschfahrten?

Schluss mit Leonhardi-Kutschfahrten?

Warngau / Bayern – Bei der Leonhardi-Fahrt in Warngau am vergangen Sonntag passierte ein Unfall: Die Kutsche, in der auch die Bayerische Landtagspräsidentin Ilse Aigner saß, kippte um (wir berichteten). Die Tierschutzorganisation Peta fordert nun ein Ende der Leonhardifahrten. Innpuls.me hat dazu mit Alex Saalfeld gesprochen. Er ist Leiter des freiwilligen Peta-Zwei-Streetteams Rosenheim.

Dem entsprechenden Polizeibericht zufolge erschreckte ein Hund die Pferde. Diese gingen durch und die Kutsche kippte um. Die Präsidentin des Bayerischen Landtags, Ilse Aigner, zog sich nach eigenen Angaben zum Glück aber nur blaue Flecken zu.
Die Tierschutzorganisation nimmt diesen Vorfall nun zum Anlass, um sich für ein Ende der Leonhardi-Kutschfahrten einzusetzen.
„Tatsächlich gibt es immer wieder solche Unfälle“, so Alex Saalfeld. Seit Jahren warne Peta deshalb vor den Risiken bei der Nutzung von Pferden vor Kutschen. „Im vergangenen Monat wurden in Grafenau mehrere Menschen und Pferde bei einer Leonhardifahrt verletzt“, weiß der Rosenheimer Tierschützer.

Kutschunfall in Warngau
kein Einzelfall

Bei weitem seien dies keine Einzelfälle: „Im Jahr 2021 wurden bei insgesamt 35 Kutschunfällen in Deutschland ein Mensch getötet und mindestens 48 verletzt, viele von ihnen schwer. Darüber hinaus starben im vergangenen Jahr vier Pferde, zehn weitere Tiere verletzten sich.“ Die mit Abstand häufigste Unfallursache sei dabei das Erschrecken der Pferde. Für Alex Saalfeld steht deshalb fest: „Neben den Sicherheitsaspekten sind Pferde nach unserer Ansicht nicht auf dieser Welt, um als Transportmittel genutzt zu werden. Pferde gehören auf eine Wiese, nicht vor Kutschen.“
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild: Symbolfoto re)

Ehrenamtsbörse im Mangfalltal

Ehrenamtsbörse im Mangfalltal

Feldkirchen-Westerham / Landkreis Rosenheim – Nachwuchs sichern im Ehrenamt – und nachhaltig das soziale Miteinander stärken. Der Verein Soziales Netzwerk Feldkirchen-Westerham hat hierfür das Digital-Projekt Ehrenamtsbörse Mangfalltal ins Leben gerufen. Das Onlineportal vermittelt freie Ehrenamtsstellen in der Region an interessierte Bürger.

Schirmherrin des Projekts ist Landtagspräsidentin Ilse Aigner (links im Bild). Bei einem Besuch in der Sozialen Servicestelle, informierte Janine Karkosch (rechts im Bild), Leiterin der Beratungsstelle vom Sozialen Netzwerk sie über die Ziele der Ehrenamtsbörse. „Für uns ist es besonders wichtig, dass möglichst viele Vereine und ehrenamtlich Tätige hier auf dieser Plattform zusammenkommen und sich vernetzen können“, so Janine Karkosch.

Soziales Miteinander fördern

In ganz Bayern ist die Bereitschaft besonders groß, sich ehrenamtlich zu engagieren. Rund 47 Prozent der Menschen über 14 Jahre – fast 5,2 Millionen – sind ehrenamtlich tätig. Ganz unterschiedliche Bereiche werden im sozialen Zusammenleben ehrenamtlich abgedeckt – da braucht es ständig Nachwuchs, um diese Vielfalt an Tätigkeiten auch weiterhin zu gewährleisten. Die Ehrenamtsbörse vom Sozialen Netzwerk Feldkirchen-Westerham wurde genau hierfür entwickelt, damit Vereine und Institutionen
ihre aktuellen Angebote für Ehrenämter vorstellen und Interessierte einfach und unkompliziert Kontakt aufnehmen können.

Vereine stark machen

Das Ziel der Ehrenamtsbörse ist es, mit einer übersichtlichen und informativen Darstellung Lust aufs Ehrenamt zu machen und damit Vereine und soziale Organisationen auch zukünftig zu stärken. Das Projekt wurde gefördert von der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt.

Wie funktioniert die Börse genau? Jeder Verein kann sich auf der Börse ein eigenes Benutzerkonto erstellen und danach die freien Ehrenamtsstellen in einem Formular erfassen. Die wichtigsten Informationen zur betreffenden Tätigkeit können eigenständig eingestellt und verwaltet werden. Interessierte können dann in der gesamten Vereinslandschaft des Mangfalltals – gefiltert nach eigenen Interessen – vakante Ämter suchen und direkt Kontakt mit dem Anbieter der Stelle aufnehmen.

Satzungszweck des Vereins ist nicht nur die soziale Beratung und Unterstützung der Mitbürger, sondern vor allem auch die Vernetzung und Stärkung der Vereine. Der Verein hat sich bei diesem Projekt dazu entschlossen, das gesamte Mangfalltal anzusprechen, um bei der Suche & Vermittlung von Ehrenamtlichen auch über die Ortsgrenzen hinaus für ein vielfältiges Angebot zu unterstützen. In der Börse können vom Trainingsleiter bis hin zum Vorstandsmitglied alle gesuchten Tätigkeiten veröffentlicht werden.

Ehrenamt ist nicht nur Ehrensache

Ehrenamtlich tätig zu sein erweitere den Erfahrungshorizont generationsübergreifend – und könne insbesondere auch für jüngere Menschen eine gute Orientierungshilfe für die eigene Zukunftsplanung sein. Darüber hinaus wirke sich eine ehrenamtliche Tätigkeit aber auch durchaus positiv in Lebensläufen bei der Ausbildungs- oder Jobsuche aus. Auch steuerliche oder finanzielle Vorteile könnten z. B. mit der Ehrenamtskarte oder dem Ehrenamtsnachweis genutzt werden.
(Quelle: Pressemitteilung Verein Soziales Netzwerk Feldkirchen-Westerham / Beitragsbild: Copyright Verein Soziales Netzwerk Feldkirchen-Westerham)

Ausführliche Informationen sind hierzu ebenfalls auf dem Onlineportal Ehrenamtsbörse Mangfalltal zu finden:

Am Esbaum,  Rosenheim, 1973

Am Esbaum, Rosenheim, 1973

Rosenheim – Unsere fotografische Zeitreise geht heute zurück in das Jahr 1973. Auf unserer historischen Aufnahme zu sehen ist das Esbaum-Viertel in Rosenheim.

Als Esbaum bezeichnete man früher den Weideplatz eines Ortes. Mangels einer Einzäunung wurde das Vieh dort „gespannt“, bedeutete den Tieren wurden die Vorderfüße oder Kopf und Vorderfuß zusammengeseilt.  Die Bezeichnung übertrug sich später dann auf Ortschaften so wie beim Esbaum in der Stadt Rosenheim, der einst noch vor dem Münchener Tor lag und zur Gemeinde Roßacker gehörte. 1837 wurde diese Gemeinde und damit auch der Esbaum dem Markt Rosenheim einverleibt.
(Quelle: Beitragsbild: Archiv: Herbert Borrmann / Text: Info stadtarchiv.de)

Braunkehlchen Vogel des Jahres

Braunkehlchen Vogel des Jahres

Hilpoltstein / Bayern – Deutschland hat einen neuen Vogel des Jahres: 2023 trägt das Braunkehlchen (Saxicola rubetra) den Titel und löst damit den Wiedehopf ab. Bei der dritten öffentlichen Wahl, die der bayerische Naturschutzverband LBV (Landesbund für Vogel- und Naturschutz) gemeinsam mit seinem bundesweiten Partner NABU jährlich durchführt, erreichte das Braunkehlchen mit 58.609 (43,47 Prozent) Stimmen den ersten Platz.

Auf dem Siegertreppchen folgen der Feldsperling mit 24.292 (17,99 Prozent) und der Neuntöter mit 22.059 (16,36 Prozent) Stimmen. Platz vier und fünf der Wahl belegen der Trauerschnäpper mit 21.062 (15,62 Prozent) und das Teichhuhn mit 8.797 (6,53 Prozent) Stimmen. Deutschlandweit haben in diesem Jahr 134.819 Vogelbegeisterte ihre Stimme abgegeben. „Wir freuen uns, dass auch in Bayern die Wahlbeteiligung mit über 19.500 Stimmen erneut sehr hoch ist. Die Menschen haben eine europaweit stark gefährdete Vogelart gewählt und ihr so die dringend nötige Aufmerksamkeit verschafft“, sagt der LBV-Vorsitzende Dr. Norbert Schäffer. Das Braunkehlchen braucht artenreiche Wiesen, die spät im Jahr gemäht werden sowie Blühstreifen. Diese Flächen sind aufgrund der Intensivierung der Landwirtschaft aber leider immer seltener zu finden.

Braunkehlchen wird auch
„Wiesenclown“  genannt

Das Braunkehlchen ist 12 bis 14 Zentimeter groß und verdankt seinen Namen seiner braun-orangen Brust und Kehle. Wegen seines weißen Gesichtsbandes über den Augen wird es auch „Wiesenclown“ genannt. Sein Lebensraum sind feuchte Wiesen, Brachen und Feldränder. „Wichtig sind einzelne Büsche, hohe Stauden oder Zaunpfähle, welche die Vögel als Sing- und Ansitzwarte nutzen. In mehreren Schutzprojekten hat man herausgefunden, dass zahlreich aufgestellte Bambusstäbe von den kleinen Singvögel auch gerne angenommen werden“, erklärt die LBV-Biologin Dr. Angelika Nelson.

Nur noch 420 Braunkehlchen-Paarte
leben im Freistaat Bayern

Das Braunkehlchen kommt fast überall in Deutschland vor, am häufigsten aber im Osten und Nordosten – es bevorzugt weniger dicht besiedelten Regionen. Es frisst Insekten, Spinnen und Würmer, im Herbst auch Beeren. Deutschlandweit leben noch 19.500 bis 35.000 Brutpaare, Tendenz stark fallend. Auch in Bayern haben seine Bestände in den letzten Jahren dramatisch abgenommen. „Im Jahr 2021 brüteten nur noch 420 Braunkehlchen-Paare im Freistaat. Die größte bayerische Populationsdichte befindet sich dabei in den Mooren des Voralpenlandes“, so die LBV-Biologin.

Dem Braunkehlchen wird der Titel Vogel des Jahres in Abwesenheit verliehen. „Als Langstreckenzieher verbringt der kleine Singvogel den Winter mehr als 5.000 Kilometer von Deutschland entfernt südlich der Sahara und hat sich bereits im September auf seine lange Reise dorthin gemacht. Im April kommt es wieder zu uns zurück“, so die LBV-Biologin. Wie viele andere Zugvögel auch, fliegen Braunkehlchen nachts, tagsüber suchen sie nach Nahrung oder ruhen sich aus. Bei uns angekommen, suchen sie extensive genutzte Flächen, wie blütenreiche Wiesen und Brachen auf, um hier ihre Nester am Boden zu bauen und ihre Jungen großzuziehen. Diese Gebiete verschwinden aber immer mehr, weshalb der Bestand des Braunkehlchens seit Jahrzehnten zurückgeht. „Helfen kann man dem Braunkehlchen, indem man beim Einkauf auf regionale, ökologisch produzierte Lebensmittel zurückgreift und bei Wiesen-Spaziergängen Hunde an der Leine führt“, sagt Angelika Nelson.

„Vogel des Jahres“ gibt
es seit dem Jahr 1971

Der „Vogel des Jahres“ wurde in Deutschland erstmals im Jahr 1971 gekürt. Seit 2021 wird er durch eine öffentliche Wahl bestimmt. Auch in Österreich ist das Braunkehlchen 2023 der Vogel des Jahres. 1987 trug es in Deutschland schon einmal diesen Titel.
(Quelle: Pressemitteilung LBV / Beitragsbild: Symbolfoto re)

Flugschau in der Falknerei

Flugschau in der Falknerei

Aschau / Landkreis Rosenheim – Die Falknerei auf Burg Hohenaschau (Schloßbergstraße, 83229 Aschau im Chiemgau) im Chiemgau präsentiert am kommenden Sonntag, 30. Oktober, zum letzten Mal in dieser Saison eine Flugvorführung.

Die Flugvorführung beginnt um 15 Uhr. Besucher können dabei die Greifvögel hautnah erleben. Weitere Infos gibt es unter www.falknerei-burghohenaschau.de.
(Quelle: Pressemitteilung Tourist Information Aschau im Chiemgau / Beitragsbild: H. Reiter)

Pflegerisches Engagement gewürdigt

Pflegerisches Engagement gewürdigt

RosenheimFeierliche Verleihung des Pflegepreises „pflegecompass“ im Landratsamt in Rosenheim: Aus 25 Nominierungen wurden vier ausgewählt, die den „Pflegecompass“ erhalten haben. Vergeben wurde dieser vom Landratsamt Rosenheim und der Pflegeberatung compass. Rosenheims Landrat Otto Lederer betonte das hohe Engagement aller Nominierten, das nicht genug gewürdigt werden kann.

Blick in den Saal des Landratsamtes Rosenheim

Die Spannung war groß als die Gewinner verkündet wurden. Foto: @Karin Weber / compass private pflegeberatung

Rund 70 Gäste nahmen an der feierlichen Preisverleihung  im Landratsamt Rosenheim teil,  unter ihnen zahlreiche nominierte pflegende Angehörige, ehrenamtlich Pflegende und ihre Begleitungen. Aber auch die Ansprechpartner von vielen der vorgeschlagenen Pflege-Projekte ließen sich die Gelegenheit des Austauschs und die Feier nicht entgehen. Ebenso nahmen die Jurymitglieder des pflegecompass sowie Vertreter aus Politik und Verwaltung an der Preisverleihung teil. Umrahmt wurde die Veranstaltung mit Gitarre, Steirischer Ziach und Kontrabass von Schülern des Ignaz-Günther-Gymnasium Rosenheim.

Nominierungen für
den pflegecompass

Zwischen Mai und Juli 2022 konnten pflegende Angehörige, ehrenamtlich Pflegende und Pflege-Projekte für den Pflegepreis „pflegecompass“ vorgeschlagen werden, den das Landratsamt Rosenheim gemeinsam mit der Pflegeberatung compass vergeben hat. Insgesamt 25 Nominierungen wurden eingereicht: 12 Pflege-Projekte, 13 pflegende Angehörige und ehrenamtlich Pflegende. „Wir freuen uns sehr über die vielfältigen und sehr unterschiedlichen Nominierungen“, betont Landrat Otto Lederer. „Wer sich freiwillig engagiert und für Menschen und die Gesellschaft eintritt, spricht nicht nur über Nächstenliebe, sondern lebt sie täglich vor. Das ist ein so wertvoller gesellschaftlicher Beitrag und verdient höchsten Respekt. Die Entscheidung ist uns deshalb sehr schwer gefallen, weil es alle verdient hätten.“
„Nach intensivem Austausch ist die Entscheidung schließlich auf die Betreuungsgruppe für Senioren mit Demenz aus Feldkirchen-Westerham gefallen“, berichtete Nicole Hübel, Leiterin des Pflegestützpunktes Rosenheim, die ebenfalls Jurymitglied war auf der Preisverleihung. Unter anderem weil die von Ehrenamtlichen geleitete Gruppe sowohl pflegebedürftige Menschen soziale Teilhabe ermöglicht, als auch pflegende Angehörige entlastet und ehrenamtliches Engagement nicht hoch genug angesehen und gewürdigt werden kann, wählte die Jury schließlich dieses Projekt aus.

Überraschung für
die pflegenden Personen

Für die pflegenden Personen hielt die Jury eine Überraschung bereit: Um das Engagement aller nominierter Einzelpersonen gleichberechtigt zu würdigen, entschied sich die Jury dagegen 10 Personen auszuwählen, unter denen drei ausgelost werden, um die Herzenswünsche zu erfüllen. Stattdessen wurden alle 13 Personen für die Auslosung zugelassen. „Mit der Aufnahme aller sagen wir Danke für das, was Sie alle leisten und schätzen Ihren Einsatz gleichberechtigt wert,“ betont Regina Fiala, die das Pflegeberatungsteam von compass im Landkreis Rosenheim leitet und ebenfalls Teil der Jury war, bei der Preisverleihung. Bei der Auslosung durften sich dann folgende drei Personen darüber freuen, dass ihre Wünsche erfüllt werden:

• Katharina Niederthanner: Seit fast 60 Jahren pflegt sie zwei ihrer Kinder, die eine geistige Behinderung haben.
• Wolfgang Mayer: Er unterstützt, begleitet und pflegt seine schwerstbehinderte, fast blinde und an Demenz erkrankte Ehefrau.
• Erich Rohrhuber: Er ist selbst bereits 90 Jahre alt und pflegt seine Ehefrau.

Doch auch diejenigen, die nicht ausgelost wurden, gingen nicht leer aus. Sie durften sich über ein kleines Geschenk freuen und erhielten Urkunden.

Beratung in
Anspruch nehmen

Wichtig war es allen Akteuren vor Ort noch zu betonen, dass alle pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen einen gesetzlich verankertes Recht auf Pflegeberatung haben. Diese können sie entweder an einem Pflegestützpunkt, wie dem des Landkreises oder der Stadt Rosenheim, oder von compass in Anspruch nehmen. Pflegeberatung ist für Ratsuchende kostenfrei.
(Quelle: Pressemitteilung Landratsamt Rosenheim / Beitragsbild, Foto: Karin Weber/compass private pflegeberatung)

„Eine Kirche ohne Pfarrer erschreckt mich“

„Eine Kirche ohne Pfarrer erschreckt mich“

Rosenheim / Landkreis – Nach zwölf Jahren verlässt Domkapitular Dekan Pfarrer Daniel Reichel Rosenheim. Der Umzug ist für den 23. November geplant. Im Gespräch mit Innpuls.me erzählt der Geistliche, was ihn aktuell bewegt, was er aus seiner Zeit in Rosenheim mitnimmt und was er sich für die Zukunft wünscht. 

Frage: Hinter ihnen liegen Wochen im Abschiedsmodus mit vielen Abschiedsfeiern. Wie geht es Ihnen damit?
Antwort: Das ist schon eine sehr emotionale Zeit. Die Wertschätzung mir gegenüber ist immens, das tut unglaublich gut und manchmal fließen Tränen, auch bei mir. Die Zeit in Rosenheim war eben relativ lang und in all den Jahren ist so viel geschehen.

Frage: Was ist Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?
Antwort: Das Hochwasser im Jahr 2013. Da war ich als Seelsorger am stärksten gefordert. Es kamen so viele Menschen an mich heran, die Hilfe benötigten. Das war für mich als Pfarrer eine sehr prägende Zeit.

Frage: Was hat Ihnen bei Ihrer Ankunft in Rosenheim vor 12 Jahren auf Anhieb besonders gut gefallen?
Antwort: Die Nähe zu den Bergen. Auch wenn ich selbst kein begeistertet Bergsteiger bin, genieße ich den Anblick. Und natürlich habe ich mich auch auf neue Aufgaben und das Kennenlernen mit neuen Menschen gefreut.

Frage: Wie jeder Neue wurden aber natürlich auch Sie und ihr Tun anfänglich durchaus mit einer gewissen Skepsis beobachtet.
Antwort: Natürlich war mir das bewusst. Diese Skepsis war ja auch ganz normal. Man muss sich eben erst einmal näher kennenlernen. Vertrauen wächst erst mit der Zeit.

Frage: Wie schwer ist Ihnen jetzt die Entscheidung gefallen, Rosenheim zu verlassen?
Antwort: Sehr schwer. Besonders, als es dann daran ging, diese innerlich getroffene Entscheidung laut auszusprechen und mit anderen zu teilen.  Das machte es dann für mich endgültig. Damit gab es kein Zurück mehr.

Frage: Haben Sie sich für Ihr neues Amt in Freising beworben oder wurde es Ihnen aufgetragen?
Antwort: Der Erzbischof hat mich gefragt, ob ich mir diese Aufgabe für ich vorstellen könnte und ich habe dann beschlossen, mich dieser neuen Herausforderung zu stellen. Mit 46 Jahren ist es bis zu meinen Ruhestand dann doch noch lange hin und nach zwölf Jahren war es jetzt einfach Zeit für etwas Neues.

Frage: Mit dem Umzug nach Freising beginnt auch für ihre beiden Katzen Hemma und Franzi ein neues Leben.
Antwort: Das Pfarrhaus, in das ich einziehe, hat einen sehr großen Garten. Ich denke, den beiden wird es dort sehr gut gefallen. (Anmerkung der Redaktion – natürlich gab es von Innpuls.me für die beiden ein kleines Geschenk, siehe hier:)

Zwei kleine Spielzeugmäuse, schwarz und weiss und eine Schachtel mit katzenminze made in Bavaria

Damit auch den beiden Katzen von Pfarrer Reichel der Umzug nach Freising nicht allzu schwer fällt, gab es von Innpuls.me ein kleines Geschenk mit auf den Weg. Foto: Josefa Staudhammer

Frage: Eines ist auf alle Fälle klar, mit Ihrem Weggang wird sich aus kirchlicher Sicht vieles in Rosenheim ändern. Eine Nachfolgeregelung wurde bis jetzt noch nicht verkündet. Außerdem stehen weitere personelle Veränderungen an. Prodekan Sebastian Heindl könnte altermäßig bereits nächstes Jahr in den Ruhestand gehen. Bei Pfarrer Andreas Maria Zach ist es 2025 wohl soweit. Was dann passiert, ist aktuell noch völlig offen.
Antwort: Die Kirche verändert sich. Das steht fest und das ist nicht das erste Mal in der Geschichte. Das muss aber nicht negativ sein. Aus meiner Sicht gibt es für mich ein klares Ja für ein Ehrenamtliches Team. Mir als Pfarrer ist wichtig, dass ich weiß, was passiert. Das schon. Aber mein Führungsstil war immer schon kooperativ. In Zukunft werden die Ehrenamtlichen mehr Verantwortung übernehmen und ich hoffe, dafür einen guten Grundstock in Rosenheim gelegt zu haben.

Frage: Autor Martin Ebner stellt in einem seiner Werke die provokante Frage auf: „Braucht die Katholische Kirche Priester?“. Was meinen Sie?
Antwort: Der Gedanke an eine Kirche ohne Pfarrer erschreckt mich. Denn damit spricht man letztendlich auch mir meine Existenzberichtigung ab.

Frage: Es wird also auch in Zukunft Pfarrer geben?
Antwort: Das steht für mich außer Frage. Aber sie werden sich zukünftig mehr auf das Kerngeschäft konzentrieren, also beispielsweise Taufen und Hochzeiten.

Frage: Werden Sie in Zukunft hin und wieder Rosenheim besuchen?
Antwort: Auf alle Fälle. Aber erst einmal bleibe ich ein halbes Jahr auf Distanz. Ich glaube, dass es diesen Abstand braucht, um Neues entstehen zu lassen und dafür zu sorgen, sich auf Neues einlassen zu können.
(Quelle: Das Interview führte Karin Wunsam / Beitragsbild: Karin Wunsam)