Rosenheim / Bayern / Deutschland / Welt – Wenn die Uhr am 31. Dezember Mitternacht schlägt, wird weltweit gefeiert: Das alte Jahr verabschiedet und das neue begrüßt – oft mit Feuerwerk, Böllern und viel Krach. In diesem Artikel geht es nicht nur um die Geschichte von Silvester, sondern auch um die Entwicklung des Feuerwerks – von alten Ritualen bis zu spektakulären Pyro-Events der Gegenwart.
Von Julius Caesar bis zum Julianischen Kalender
Vor über 2.000 Jahren legte Julius Caesar den 1. Januar als Jahresbeginn fest. Bis dahin begann das Neue Jahr an ganz unterschiedlichen Tagen: Für die Römer war es der 1. März, für frühe Christen Weihnachten oder der Dreikönigstag am 6. Januar.
Auch die Germanen kannten eigene Jahresrhythmen: Sie feierten das „Julfest“ zur Wintersonnwende. Zwischen dem 24. Dezember und dem 6. Januar standen Sonne und Licht symbolisch still. In dieser dunklen Zeit wurden die sogenannten Rauhnächte begangen, geprägt von Ritualen, Räucherungen und Opfergaben – Schutz vor bösen Geistern und eine Phase der inneren Einkehr.
Der julianische Kalender, den Caesar einführte, richtete sich nach dem Sonnenjahr: 365 Tage, zwölf Monate, sieben Wochentage und alle vier Jahre ein Schaltjahr.
Gregorianischer Kalender und Papst Silvester I.
Seit 1582 bestimmt der gregorianische Kalender, benannt nach Papst Gregor XIII., wann Silvester gefeiert wird. Namensgeber des Festes ist ebenfalls ein Papst: Silvester I., Bischof von Rom, der am 31. Dezember 335 starb.
Der Legende nach heilte Silvester I. Kaiser Konstantin von seiner Lepra, woraufhin sich der Kaiser zum Christentum bekannte – ein Wendepunkt, der dem Christentum erheblichen Auftrieb verschaffte.
Interessant: Der Name Silvester bedeutet übersetzt „der aus dem Wald Stammende“ – mit dem Jahreswechsel hatte der Name ursprünglich also nichts zu tun.
Krach und Feuerwerk – Tradition gegen böse Geister
Wie in vorchristlicher Zeit wird auch heute noch laut gefeiert. Knaller und Raketen sollten ursprünglich böse Geister vertreiben.
Das Feuerwerk hat seine Wurzeln im alten China: Bereits im 12. Jahrhundert wurde Schwarzpulver genutzt, um Geister fernzuhalten. In Europa tauchte das Feuerwerk im 14. Jahrhundert in Italien auf und wurde ab dem 16. Jahrhundert an europäischen Höfen populär. In Deutschland soll das erste große Feuerwerk 1506 zu Ehren von Kaiser Maximilian I. gezündet worden sein.
Mit der Professionalisierung der Pyrotechnik im 19. Jahrhundert und der Industrialisierung wurde Feuerwerk für breite Bevölkerungsschichten erschwinglich. Früher dominierten einfache Schwarzpulverknaller, heute gibt es eine riesige Vielfalt an Raketen, Batterien und Fontänen.
Das wohl bisher größte Feuerwerk überhaupt wurde 1988 in Hokkaido, Japan, gezündet: Eine 700 Kilogramm schwere Kugelbombe mit einem Durchmesser von 1,39 Metern explodierte auf 1.200 Metern – ein wahres Spektakel.
Feuerwerk heute – immer mehr Einschränkungen
Mittlerweile mehren sich die kritischen Stimmen aufgrund von Sorge um Umwelt und Tieren. In den Niederlanden wird ab Silvester 2026/2027 ein Feuerwerksverbot für Privatpersonen gelten. In Deutschland haben bereits viele Städte und Regionen Einschränkungen erlassen, in Nordtirol gilt heuer ein Feuerwerksverbot in Wäldern und Gefährdungsgebieten – aus Sorge vor Waldbränden und aufgrund anhaltender Trockenheit.
Fazit:
Silvester ist ein Fest mit langer Tradition – von der Julnacht der Germanen über Papst Silvester I. bis hin zum heutigen Feuerwerk. Auch wenn sich Bräuche wandeln, bleibt der Jahreswechsel eine Zeit des Feierns, der Reflexion und des Neuanfangs.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild: Archiv Innpuls.me)