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Erstnachweis der Bulldoggfledermaus im Nationalpark Berchtesgaden

Eine Bulldoggfledermaus. Foto: Copyright Dr. Christian Dietzz

Karin Wunsam

Schreibt immer schon leidenschaftlich gern. Ihre journalistischen Wurzeln liegen beim OVB-Medienhaus. Mit der Geburt ihrer drei Kinder verabschiedete sie sich nach gut 10 Jahren von ihrer Festanstellung als Redakteurin und arbeitet seitdem freiberuflich für die verschiedensten Medien-Unternehmen in der Region Rosenheim.

18. April 2026

Lesezeit: 2 Minute(n)

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Berchtesgaden – Im Nationalpark Berchtesgaden ist Fachleuten ein bemerkenswerter Fund gelungen, der so nicht erwartet wurde: Nahe des Seeleinsees im Stiergraben tauchte erstmals die Europäische Bulldoggfledermaus (Tadarida teniotis) auf. Was als geplante Untersuchung von schwärmenden Fledermäusen an einem Höhleneingang begann, entwickelte sich zu einem echten Überraschungsmoment für die beteiligten Mitarbeiter des Nationalparks Berchtesgaden, des Bayerischen Landesamtes für Umwelt (LfU) und des Vereins für Höhlenkunde München e.V.. Mit diesem Nachweis steigt die Zahl der im Nationalpark bekannten Fledermausarten auf 16. Der Fund gilt zugleich als eine der seltenen Beobachtungen dieser Art in Bayern überhaupt.

Die Bulldoggfledermaus gilt in Bayern als ausgesprochene Seltenheit und wird nur in Ausnahmefällen beobachtet. Sie jagt in großer Höhe und bleibt dadurch normalerweise unentdeckt.
„Eigentlich war ein Netzfang von schwärmenden Fledermäusen an einem Höhleneingang geplant, stattdessen gelang uns dieser Zufallsfund!“, berichtet Dr. Gertrud Keim vom Verein für Höhlenkunde München e.V.. Der Fund könnte ein Hinweis auf eine nordwärts gerichtete Ausbreitung dieser wärmeliebenden Art sein.

So wurden die Forscher auf die Fledermaus aufmerksam

Auch die Ortung des Tieres war besonders:
„Die Bulldoggfledermaus fliegt meist sehr hoch. Wir konnten sie an einer Felswand stehend wahrnehmen, da sie mit ihren Echoortungsrufen von 10–14 kHz im menschlich gut hörbaren Bereich liegen. Dadurch wurden wir auf sie aufmerksam.“ erläutert Dr. Hanna Kastein vom Nationalpark Berchtesgaden.

Bayernweit handelt es sich erst um den vierten Nachweis dieser Art. Nach dem Erstnachweis 2007 im Landkreis Starnberg wurden nur zwei weitere Zufallsfunde in Landshut und bei Kempten dokumentiert.

Dr. Simon Ripperger vom Bayerischen Landesamt für Umwelt ordnet den Fund ein: „Eigentlich ist die Art im Mittelmeerraum und Nordafrika zuhause. Es ist aber gut vorstellbar, dass sich diese schnellfliegende und hochmobile Art auch aufgrund des Klimawandels langsam nach Norden ausbreitet. Bei Zirl gelang 2010 der Erstnachweis der Art in Österreich und auch der letztjährige Fund im Ostallgäu deutet darauf hin, dass Einzeltiere immer wieder Erkundungsflüge nördlich der Alpen machen.“

Die Bulldoggfledermaus jagt vor allem in großen Höhen nach Insekten, insbesondere Nachtfaltern, und fliegt dabei sehr schnell. Dadurch wird sie bei klassischen Netzfängen nur selten erfasst. „Wir freuen uns über diesen seltenen Nachweis und sind gespannt, ob uns auch an anderen Stellen in den Alpen weitere Nachweise gelingen“, so Dr. Simon Ripperger weiter.
(Quelle: Pressemitteilung Bayerisches Landesamt für Umwelt / Nationalpark Berchtesgaden / Beitragsbild: Copyright Dr. Christian Dietz)

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