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Katzenkrallen: Warum Samtpfoten scharfe Werkzeuge haben

Getigerte Katze im Karten. Symbolfoto re

Karin Wunsam

Schreibt immer schon leidenschaftlich gern. Ihre journalistischen Wurzeln liegen beim OVB-Medienhaus. Mit der Geburt ihrer drei Kinder verabschiedete sie sich nach gut 10 Jahren von ihrer Festanstellung als Redakteurin und arbeitet seitdem freiberuflich fĂŒr die verschiedensten Medien-Unternehmen in der Region Rosenheim.
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18. April 2026

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Lesezeit: 3 Minute(n)

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Rosenheim / Bayern / Deutschland –  Katzen wirken oft weich und harmlos – ihre Krallen erzĂ€hlen aber eine ganz andere Geschichte. Sie sind Werkzeug, Kommunikationsmittel und Pflegehelfer zugleich. Doch wann brauchen Katzen eigentlich UnterstĂŒtzung bei der Krallenpflege?

Katzen werden gern als Samtpfoten bezeichnet. Dabei wird oft vergessen, dass an diesen Pfoten hochfunktionale Werkzeuge stecken: die Krallen. Sie sind fĂŒr Katzen im Alltag unverzichtbar – beim Klettern, Spielen oder auch zur Kommunikation. Der Industrieverband Heimtierbedarf (IVH) erklĂ€rt, warum die Krallen so wichtig sind und wann Halter eingreifen sollten.

„Katzen nutzen ihre Krallen zum Klettern und Festhalten, beim Spielen, Markieren, Verteidigen und natĂŒrlich auch, um sich zu kratzen, wenn es juckt. Außerdem helfen sie bei der Fellpflege, um lose Haare zu entfernen“, beschreibt Dr. Katja Oelmann, TierĂ€rztin und Inhaberin einer Praxis fĂŒr Katzen- und Verhaltensmedizin, den vielfĂ€ltigen Nutzen der Krallen im Katzenalltag. „Im Gegensatz zum Hund sind Katzen in der Lage, ihre Krallen in Hauttaschen zurĂŒckzuziehen – dafĂŒr sind BĂ€nder verantwortlich. Das ermöglicht das Schleichen auf leisen Pfoten, hilft aber auch dabei, sehr feinmotorisch zu arbeiten.“

Gleichgewicht zwischen Wachstum und Abnutzung

Katzenkrallen bestehen aus Horn und wachsen stĂ€ndig nach. Gleichzeitig werden sie durch das Kratzen regelmĂ€ĂŸig abgenutzt. Bei gesunden Tieren bleibt so ein natĂŒrliches Gleichgewicht erhalten. Wichtig ist deshalb vor allem bei Wohnungskatzen, dass geeignete Kratzmöglichkeiten vorhanden sind.

„Katzen wetzen ihre Krallen zum Beispiel gern auch nach einem ausgiebigen SchlĂ€fchen. Hierbei strecken sie die Vorderbeine und lockern und dehnen ihre BĂ€nder und die Schultermuskulatur. Das hilft, geschmeidig zu bleiben“, erklĂ€rt die Expertin. „Es kann außerdem Stress abbauen oder im hĂ€uslichen Umfeld ein Ruf nach der Aufmerksamkeit der Halter sein.“

Draußen ĂŒbernehmen Kratzspuren zusĂ€tzlich eine kommunikative Funktion: Sie dienen als Markierungen fĂŒr andere Katzen und können durch Duftstoffe ergĂ€nzt werden. So entsteht eine Art „Nachrichtensystem“, ohne direkten Kontakt.

Wann Katzen UnterstĂŒtzung brauchen

GrundsĂ€tzlich kĂŒmmern sich Katzen selbst um ihre Krallenpflege. Es gibt aber Situationen, in denen UnterstĂŒtzung nötig wird – etwa im Alter oder bei Erkrankungen.

„Wenn die Krallen zu lang werden, kann es sein, dass eine Katze etwa am Teppich oder an anderen Textilien hĂ€ngenbleibt. Die Krallen können auch in die Ballenhaut einwachsen. Die Verletzungsgefahr steigt ebenfalls: Das Tier kann sich eine Kralle ausreißen, sich selbst bei der Pflege kratzen oder die Kralle kann splittern“, fasst Dr. Oelmann zusammen.

Ein möglicher Hinweis auf zu lange Krallen ist ein leichtes Klickern beim Laufen auf hartem Boden. RegelmĂ€ĂŸige Kontrolle hilft außerdem, Verletzungen oder EntzĂŒndungen frĂŒhzeitig zu erkennen.

Krallen richtig kĂŒrzen – nur mit Vorsicht

Beim KĂŒrzen der Krallen gilt besondere Sorgfalt. TierĂ€rzte oder Katzenfriseure können die richtige Technik zeigen.

„Eine wichtige Voraussetzung ist hier, dass die Katzen bestenfalls schon im jungen Alter lernen, an den empfindlichen Pfoten berĂŒhrt zu werden. Mit vielen Leckerlis und anderen Belohnungen kann man die Krallen durch leichten Druck auf Ballen und Zehen nach vorne verlagern. Man sollte dabei unbedingt darauf achten, dass das Tier keine Anzeichen von Panik zeigt. Im Zweifel lieber eine Pause einlegen“, sagt die TierĂ€rztin.

Wichtig ist außerdem das richtige Werkzeug: Eine spezielle Krallenschere aus dem Fachhandel ist Pflicht, da sie die Kralle sauber schneidet, ohne sie zu quetschen.

„Wie viel man kĂŒrzt, hĂ€ngt auch ein bisschen vom AktivitĂ€tslevel ab: Wenn die Katze noch viel klettert, sollte man eher nur die Spitzen und dafĂŒr regelmĂ€ĂŸig kĂŒrzen. Liegt die alte Katze hauptsĂ€chlich nur noch, kann auch etwas mehr gekĂŒrzt werden. Niemals sollte man allerdings bis in die Lederhaut abschneiden und die Katze so verletzen. Ein Tierarzt kann genau zeigen, welche LĂ€nge gut geeignet ist. Im Zweifel aber lieber zu wenig abschneiden und dafĂŒr hĂ€ufiger kĂŒrzen als zu viel“, so das Fazit von Dr. Oelmann.

Katzenkrallen sind also weit mehr als nur „scharfe Spitzen an der Pfote“ – sie sind ein zentrales Werkzeug im Leben der Tiere. Wer ihre Funktion versteht und regelmĂ€ĂŸig kontrolliert, sorgt dafĂŒr, dass die Samtpfote gesund und beweglich bleibt.
(Quelle: Industrieverband Heimtierbedarf (IVH) / Beitragsbild: Symbolfoto re)

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