Rosenheim – Taxifahren in Rosenheim wird merklich teurer. Der Stadtrat hat eine Neufassung der Taxitarifordnung beschlossen – einstimmig und ohne Diskussion. Für Fahrgäste bedeutet das: Ab 1. August steigen die Preise, weitere Erhöhungen sollen in den kommenden Jahren erfolgen.
Ausgangspunkt war ein gemeinsamer Antrag von sieben Taxiunternehmen Anfang November vergangenen Jahres. Die letzte Anpassung hatte es 2023 gegeben. Seither sind die Kosten deutlich gestiegen – etwa für Fahrzeuge, Versicherungen, Energie und Personal.
„Unabhängig davon, ob ein Tarifantrag vorliegt, muss jedoch jede Genehmigungsbehörde bei der Festsetzung der Taxitarife insbesondere darauf achten, dass diese unter Berücksichtigung einer angemessenen Gewinnspanne (Unternehmerlohn) zumindest kostendeckend sind, aber auch mit dem öffentlichen Verkehrsinteresse und dem Gemeinwohl in Einklang stehen“, so die Stadtverwaltung.
Kilometerpreis steigt in mehreren Schritten
Kern der Neuregelung ist eine schrittweise Erhöhung des Kilometerpreises. Aktuell liegt dieser bei 2,30 Euro. Ab 1. August 2026 steigt er auf 2,50 Euro, zum 1. Januar 2027 auf 2,60 Euro und ein Jahr später auf 2,70 Euro.
Die von den Taxiunternehmen geforderte Erhöhung um durchschnittlich 21,5 Prozent wurde damit nicht vollständig umgesetzt. Die Stadt entschied sich bewusst für eine moderatere Lösung, um die Belastung für Fahrgäste sozialverträglicher zu gestalten.
Unterm Strich verteuern sich durchschnittliche Taxifahrten bis Anfang 2028 um rund 9,5 Prozent.
Wartezeit bleibt gleich
Unverändert bleibt die sogenannte Wartezeit von 39 Euro pro Stunde. Diese wird nicht pauschal berechnet, sondern nur anteilig – zum Beispiel bei Stau, roten Ampeln oder wenn das Taxi auf den Fahrgast wartet. Während der Fahrt selbst wird dagegen der Kilometerpreis berechnet.
Eine zweite Wartezeitregelung entfällt künftig und wird in das bestehende Modell integriert.
Auch Rollstuhlfahrten werden teurer
Für Fahrten mit Rollstuhl gibt es in Rosenheim eine feste Stadtpauschale. Diese steigt von derzeit 31,50 Euro auf 32,50 Euro ab August 2026. Damit werden auch diese speziellen Fahrten etwas teurer.
Mehr Flexibilität – aber nur nach oben
Neu ist zudem ein sogenannter „Tarifkorridor“. Dieser erlaubt es Taxiunternehmen, bei vorab bestellten Fahrten den Preis individuell zu vereinbaren – allerdings nur nach oben. Abweichungen von bis zu 20 Prozent über dem regulären Tarif sind möglich. Günstiger als der festgelegte Tarif darf es hingegen nicht werden.
Ziel ist es, das Taxigewerbe wettbewerbsfähiger zu machen, insbesondere gegenüber Mietwagenanbietern. Unterstützt wird dieser Ansatz unter anderem von der Industrie- und Handelskammer sowie dem Landesverband der Bayerischen Taxi- und Mietwagenunternehmen.
Kartenzahlung wird Pflicht
Eine weitere wichtige Neuerung: Künftig müssen alle Taxis bargeldlose Bezahlung akzeptieren. Fahrgäste können also verbindlich auch mit Karte zahlen.
Einordnung im Vergleich
Im Vergleich liegt der Kilometerpreis in München derzeit bei rund 2,70 Euro. Rosenheim bewegt sich mit der neuen Regelung zunächst etwas darunter, nähert sich in den kommenden Jahren jedoch schrittweise an dieses Niveau an. Auch im Vergleich zu Salzburg liegt Rosenheim preislich eher im mittleren bis leicht höheren Bereich.
Die neuen Regelungen wurden größtenteils gemeinsam mit dem Landkreis Rosenheim erarbeitet, da auch dort entsprechende Anpassungen anstanden.
Beschlossen wurde die Neufassung in der jüngsten Stadtratssitzung – der letzten unter dem Vorsitz von Oberbürgermeister Andreas März.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild: Symbolfoto re)


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