Rosenheim – In Rosenheim hängt der Frühling derzeit nicht nur in der Luft – er zeigt sich in voller Blüte. Entlang der Rathausstraße und in vielen anderen Bereichen der Innenstadt setzen Kastanienbäume derzeit kräftige Akzente in Weiß und Rot und verwandeln Straßenzüge für kurze Zeit in ein auffälliges Naturbild.
Was dabei auf den ersten Blick einfach nur schön aussieht, hat deutlich mehr Hintergrund, als man vermuten würde. Es geht um unterschiedliche Baumarten, erstaunliche Eigenschaften der Kastanie und um Fragen, die im Alltag oft kaum beachtet werden – obwohl sie direkt vor der Haustür sichtbar sind.
Zwei Farben, zwei Geschichten
Die weiß blühenden Kastanien sind die klassische Rosskastanie (Aesculus hippocastanum). Die rot blühenden Bäume stammen meist von der rotblühenden Rosskastanie (Aesculus × carnea), einer Kreuzung aus der gewöhnlichen Rosskastanie und einer nordamerikanischen Art.
Die unterschiedlichen Farben haben also nichts mit Standort oder Pflege zu tun, sondern sind genetisch bedingt. Während die weiße Kastanie seit Jahrhunderten in Europa verbreitet ist, wurde die rote gezielt gezüchtet und gilt als etwas robuster gegenüber bestimmten Belastungen im städtischen Raum.
10 Fakten zur Kastanienblüte.
- Die Blütenstände wirken wie Kerzen und können bis zu 30 Zentimeter lang werden.
- Kastanienblüten liefern sehr viel Nektar und sind damit eine wichtige frühe Nahrungsquelle für Bienen.
- Weiß und Rot stehen für unterschiedliche Arten, nicht für unterschiedliche Umweltbedingungen.
- Die Rosskastanie ist botanisch nicht mit der Edelkastanie verwandt.
- Die Hauptblüte dauert meist zwei bis drei Wochen.
- Kastanienbäume können über 100 Jahre alt werden und ganze Straßenzüge prägen.
- Die bekannten Kastanienfrüchte sind für Menschen nicht essbar, werden aber von Tieren genutzt.
- Aus den Samen wird der Wirkstoff Aescin gewonnen, der in Arzneimitteln gegen Venenbeschwerden eingesetzt wird.
- Die Blüten selbst spielen medizinisch keine direkte Rolle – entscheidend sind die Inhaltsstoffe der Samen.
- Wetterumschwünge wie Kälte oder Starkregen können die Blütezeit deutlich verkürzen – und das bedeutet bei den aktuellen Wetteraussichten – den Anblick heute noch in vollen Zügen genießen. 👀


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