Stephanskirchen / Landkreis Rosenheim – Unsere fotografische Zeitreise geht heute zurück in das Jahr 1960. Auf der historischen Aufnahme sehen wir vier Motive des einst sehr beliebten Café Liebl am Simssee in Stephanskirchen (Landkreis Rosenheim).
Der Waldgasthof und das Strandbad Liebl gehörten über Jahrzehnte zu den bekanntesten Ausflugsgaststätten am Simssee. Entstanden ist die Anlage bereits um die Wende zum 20. Jahrhundert, als der Baierbacher Gastwirt Sebastian Liebl dort eine einfache Sommerschänke mit Ruderbootverleih und Badekabinen errichtete. Daraus entwickelte sich bis 1912 ein vollständiger Waldgasthof im damals typischen Heimatstil.
Besonders in den Sommermonaten zog das Café Liebl Gäste aus der gesamten Region an. Baden, Bootfahren und der Blick auf den Simssee machten den Ort zu einem klassischen Ziel der „Sommerfrische“.
Blütezeit in den 1950er- und 1960er-Jahren
Seine große Zeit erlebte der Betrieb in der Wirtschaftswunderzeit – genau aus dieser Epoche stammt auch die vorliegende Aufnahme. In den 1950er- und 1960er-Jahren war das Café Liebl ein lebendiger Treffpunkt: Familienausflüge, Badebetrieb, ein großer Biergarten und Tanzveranstaltungen prägten das Geschehen direkt am Seeufer.
Der Simssee entwickelte sich in dieser Zeit zu einem der wichtigsten Naherholungsziele im Landkreis Rosenheim. Mit zunehmender Motorisierung wurde er für Tagesausflügler aus der gesamten Region schnell erreichbar und entsprechend stark frequentiert.
Wandel der Ausflugskultur
In den folgenden Jahrzehnten veränderte sich vor allem die Struktur der Freizeitgestaltung deutlich. Reisen wurden internationaler, Urlaubsziele weiter entfernt und die klassische Ausflugsgastronomie am Seeufer geriet zunehmend unter Druck. Und so wurde das Cafè Liebl schließlich geschlossen.
(Quelle: Beitragsbild: Archiv Herbert Borrmann / Bildtext: Karin Wunsam)


Muss mal gesagt werden ,die Frau Wunsam und die Herren Borrmann und Ziegler machen mit ihren Zeitzeugenbildern und den dazugehörigen Textbeiträgen eine exzellente Arbeit und einen Einheimischen Bürger behmen sie auf eine nostalgische Zeitreise mit. Einfach pfundig weiter so .
Klaus Hallermeier