Rosenheim – Mit einer abschließenden Teilhabekonferenz im Landratsamt Rosenheim ist der Beteiligungsprozess für den neuen Teilhabeplan des Landkreises auf die Zielgerade eingebogen. Ziel ist eine Fortschreibung des bestehenden Plans aus dem Jahr 2013, der die Teilhabe von Menschen mit Beeinträchtigungen im Landkreis weiter verbessern soll.
Im großen Sitzungssaal des Landratsamts kamen zum Abschluss noch einmal zahlreiche Teilnehmerinnen und Teilnehmer zusammen – darunter auch viele Menschen mit Beeinträchtigungen. Sie brachten weitere Ideen und Anregungen ein und nutzten die Gelegenheit zum Austausch.
Die im Vorfeld gesammelten Ergebnisse aus verschiedenen Veranstaltungen wurden von der Sozialplanerin des Landkreises, Sevgi Cetinkaya, auf Stellwänden präsentiert. Sie rief die Anwesenden dazu auf, sich zu informieren, miteinander ins Gespräch zu kommen und sich weiterhin aktiv einzubringen. Ziel sei es, praktikable Lösungen zu entwickeln. Dabei stellte sie klar: „Nicht der Mensch ist das Problem, sondern die Barrieren sind es.“
Vorschläge reichen von ÖPNV bis Bildung
Im Rahmen der Diskussion wurden zahlreiche konkrete Anliegen benannt. Dazu gehörten unter anderem mehr inklusive Angebote in Sportvereinen und Volkshochschulen, etwa Gebärdensprachkurse, ebenso wie die Stärkung ehrenamtlicher Fahrdienste.
Weitere Vorschläge betrafen unter anderem Behindertenparkplätze vor Arztpraxen, mehr personelle Unterstützung im Schulbereich für Kinder mit Förderbedarf, zusätzliche Schulsozialarbeit, mobile Nahversorgung im ländlichen Raum sowie eine konsequentere Berücksichtigung von Barrierefreiheit bei Neubauten.
Wiederkehrend wurden zudem grundlegende Kritikpunkte angesprochen, darunter fehlende Zebrastreifen im Umfeld von Bahnhöfen, nicht vorhandene Aufzüge an Bahnsteigen, unzureichende Busverbindungen, fehlende Niederflurbusse im ÖPNV sowie zu wenige barrierefreie Toiletten.
Abschlussbericht geht in politische Beratung
Die Sozialplanerin kündigte an, die eingegangenen Rückmeldungen in den Teilhabeplan einzuarbeiten. Anschließend wird dieser dem Kreistag des Landkreises Rosenheim zur Beratung und Entscheidung vorgelegt. Nach einem möglichen Beschluss soll die Umsetzung über die Fachstelle Inklusion sowie weitere Netzwerk- und Kooperationspartner erfolgen.
Insgesamt hatten sich in den vergangenen Monaten rund 500 Personen an dem Beteiligungsprozess beteiligt. Dieser umfasste unter anderem eine Auftaktkonferenz, mehrere Fachforen, Zukunftswerkstätten sowie eine Online-Beteiligung.
Landrat Otto Lederer dankte allen Beteiligten für ihre Mitwirkung und den offenen Austausch. Er wünsche sich, dass der Dialog auch künftig fortgeführt werde: Man solle weiter miteinander sprechen, zuhören und gemeinsam handeln.
(Quelle: Pressemitteilung Landratsamt Rosenheim / Beitragsbild: Landratsamt Rosenheim)


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