Rosenheim – Unsere fotografische Zeitreise geht heute zurück in das Jahr 1904. Auf der historischen Aufnahme zu sehen ist die Königstraße in Rosenheim.
Diesmal handelt es sich nicht um ein Foto, sondern um eine zeitgenössische Zeichnung, die einen spannenden Blick in das damalige Stadtbild eröffnet. Im Mittelpunkt steht dabei bereits das heutige Rosenheimer Rathaus, das zu diesem Zeitpunkt schon seit einigen Jahren in seiner neuen Funktion genutzt wurde. Das Gebäude war ursprünglich der erste Rosenheimer Bahnhof aus dem Jahr 1858, bevor dieser 1876 an den heutigen Standort am Südtiroler Platz verlegt wurde und das frühere Bahnhofsgebäude später zum Rathaus umgebaut wurde.
Die Zeichnung zeigt die Königstraße in einer Zeit, in der das Umfeld des Rathauses noch deutlich weniger städtisch geprägt war als heute. Statt dichter Bebauung dominieren großflächige Grünbereiche mit Wiesen und einzelnen Bäumen das Bild. Die Umgebung wirkt offen und fast parkähnlich.
Grünflächen statt Stadtbebauung
Auffällig ist dabei eine Fläche im Bereich des heutigen Rathauses, auf der mehrere Baumstämme oder Holzstapel zu erkennen sind. Eine eindeutige Zuordnung ist aus der Darstellung heraus schwierig – denkbar ist jedoch, dass hier Holz gelagert wurde oder die Fläche wirtschaftlich genutzt war, bevor sie später vollständig überbaut wurde.
Gegenüber des heutigen Rathauses ist ebenfalls ein großzügiger Gartenbereich dargestellt, der in dieser Form längst verschwunden ist. Erkennbar ist außerdem auch die evangelische Erlöserkirche, die im Oktober 1886 geweiht wurde.
Die Zeichnung macht eindrucksvoll sichtbar, wie sehr sich die Königstraße und ihr Umfeld in den vergangenen gut 120 Jahren verändert haben – von einer offenen, grün geprägten Stadtrandlage hin zu einem zentralen Verwaltungsbereich mitten in Rosenheim.
(Quelle: Beitragsbild: Archiv Herbert Borrmann / Bildtext: Karin Wunsam)


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