Rosenheim – Unsere fotografische Zeitreise geht heute zurück in das Jahr 1918. Auf der historischen Aufnahme zu sehen ist der Gasthof „Duschl“ auf dem Rosenheimer Max-Josefs-Platz.
Vor dem Gebäude stehen mehrere Pferdekutschen, der Platz wirkt noch deutlich vom damaligen Alltagsverkehr geprägt. Der Gasthof gehört zu einem der traditionsreichen Anwesen am Max-Josefs-Platz, dessen Geschichte bis in das 17. Jahrhundert zurückreicht. Bereits 1665 ist an dieser Stelle eine Brauerei nachgewiesen, die später als „Duschl-Bräu“ bekannt wurde. Der Name geht auf den Besitzer Peter Duschl zurück, der das Anwesen allerdings nur für kurze Zeit zwischen 1729 und 1743 innehatte.
Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich aus dem Brauerei-Anwesen ein Gasthofbetrieb mit mehreren baulichen Veränderungen. Eine wichtige Zäsur erfolgte zu Beginn des 20. Jahrhunderts: Der Braubetrieb wurde eingestellt, das Anwesen mehrfach umstrukturiert und schließlich auch die Nutzung neu geordnet.
Verlagerung in das Rückgebäude
Nach heutigen Erkenntnissen aus dem Stadtarchiv Rosenheim wurde der Gaststättenbetrieb Anfang der 1920er-Jahre in das Rückgebäude verlegt. Das Vorderhaus am Max-Josefs-Platz wurde anschließend als Wohn- und Geschäftshaus genutzt. Diese Trennung von Vorder- und Hinterhaus prägt die Nutzung des Ensembles bis heute.
Das Rückgebäude entwickelte sich in der Folge zu einem eigenständigen Gastronomiebereich, der unter dem Namen „Duschl-Bräu“ bzw. „Duschls Bierhallen“ weitergeführt wurde und später erneut in die Tradition der historischen Brauereiwirtschaft eingebunden wurde.
Was befindet sich heute dort?
Das historische Ensemble am Max-Josefs-Platz 12/12a ist heute weiterhin gastronomisch geprägt. Im Rückgebäude befindet sich das Wirtshaus „Duschlbräu“, das die historische Nutzung fortführt. Im Vorderhaus sind hingegen – wie für den Max-Josefs-Platz typisch – heute vor allem gewerbliche Nutzungen und Ladenflächen untergebracht.
(Quelle: Beitragsbild: Archiv Herbert Borrmann / Bildtext: Karin Wunsam)


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