München / Regensburg – Ein in Taimering bei Regensburg entdecktes Wollhaarmammut gibt Forschenden neue Einblicke in das Leben und Sterben der Tiere in der letzten Eiszeit – und in mögliche menschliche Aktivitäten vor rund 25.000 Jahren. Schnittspuren an Knochen deuten darauf hin, dass Jäger und Sammler den Kadaver gezielt bearbeitet haben könnten.
Ein Mitarbeiter des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege bei der Bergung des Mammut-Stoßzahnes. Fotos: Copyright BLfD
Das Mammut wurde bereits 2020 bei Bauarbeiten entdeckt. Dabei fanden Mitarbeitende des Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege einen fast 2,5 Meter langen Stoßzahn sowie mehr als 70 Knochen und Knochenfragmente. Darunter befanden sich vor allem Teile des Brustkorbs sowie Hand- und Fußknochen. Die meisten Langknochen fehlten.
Nach Angaben der Forschenden handelt es sich um ein einzelnes, noch nicht ausgewachsenes Tier mit rund drei Metern Schulterhöhe. Das Mammut kam demnach vermutlich direkt an der Fundstelle oder in unmittelbarer Nähe zu Tode und wurde in den Sedimenten eines eiszeitlichen Tümpels oder eines langsam fließenden Gewässers eingebettet.
Parallele Schnittspuren auf einer Rippe des Mammuts geben eindeutige Hinweise auf Menschliche Aktivitäten.
Altersdatierungen zeigen, dass das Tier vor etwa 27.000 bis 25.000 Jahren lebte – in der Phase des Kältemaximums der Würmeiszeit.
Schnittspuren deuten auf menschliche Bearbeitung hin
Bei der weiteren Untersuchung entdeckten Forschende ungewöhnliche Schnittmarken auf mehreren Rippen. Diese stammen nach Einschätzung des interdisziplinären Forschungsteams von altsteinzeitlichen Jägern und Sammlern, die den Kadaver offenbar zerlegten.
Eine der Rippen sei sogar als eine Art Schneideunterlage verwendet worden. Ob das Tier zuvor von Menschen erlegt wurde oder bereits verendet war, lässt sich laut den Wissenschaftlern nicht mehr eindeutig klären.
Bergung der ersten linken Rippe des Mammut-Brustkorbs.
Analysen der Pflanzenreste aus dem Fundumfeld zeigen zudem, dass das Mammut in einer tundraartigen Steppenlandschaft lebte. Diese sogenannte Mammutsteppe war während der letzten Kaltzeit ein weitläufiges, baumloses Ökosystem, das zahlreiche große Säugetiere ernährte.
An der Untersuchung waren insgesamt 14 Fachleute verschiedener Einrichtungen beteiligt, darunter das BLfD, mehrere Universitäten sowie naturwissenschaftliche Sammlungen und Museen. Die Ergebnisse wurden in einer Fachzeitschrift veröffentlicht.(Quelle: Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege / Beitragsbild, Fotos: Copyright BLfD )





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