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Schafskälte: Wenn der Sommer kurz den Pullover sucht

Symbolfoto Schafkälte - Schafe mit Pullovern und teils Mützen auf der Wiese. Foto: ai generiert

Karin Wunsam

Schreibt immer schon leidenschaftlich gern. Ihre journalistischen Wurzeln liegen beim OVB-Medienhaus. Mit der Geburt ihrer drei Kinder verabschiedete sie sich nach gut 10 Jahren von ihrer Festanstellung als Redakteurin und arbeitet seitdem freiberuflich für die verschiedensten Medien-Unternehmen in der Region Rosenheim.

9. Juni 2026

Lesezeit: 2 Minute(n)

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Rosenheim  / Bayern – Der Juni kann in Bayern ziemlich launisch sein: Erst ein paar warme Sommertage, dann plötzlich wieder Wolken, Regen und Temperaturen, bei denen man morgens eher nach der Jacke als nach der Sonnenbrille greift. Genau dieses altbekannte Muster nennt sich Schafskälte – und in diesem Jahr scheint es wieder ziemlich gut zu passen.

Denn auch die nächsten Tage zeigen sich, laut Wettervorhersage, eher von der frischen Sorte: wechselhaft, regnerisch, kühl und deutlich unter dem, was man sich eigentlich von einem Sommermonat erhofft. Die kurze Sommerpause hat also gerade eher den Charakter einer Wetter-Umleitung.

Woher die „Schafskälte“ wirklich kommt

Der Name klingt erstmal niedlich, hat aber einen sehr praktischen Ursprung aus der Landwirtschaft. Früher wurden Schafe im späten Frühjahr geschoren, damit sie für den Sommer gewappnet waren. Die Idee: weniger Wolle, weniger Hitze. 

Nur blöd, wenn der Sommer dann plötzlich Pause macht. Denn genau im Juni kann es noch einmal richtig kühl werden – mit feuchter, windiger Luft und Temperaturen, die für frisch geschorene Schafe ziemlich ungemütlich sind.

Die Tiere standen dann buchstäblich „leicht bekleidet“ auf der Weide und hatten nicht viel entgegenzusetzen. Besonders Lämmer waren betroffen. So entstand der Begriff Schafskälte – eine Mischung aus Bauernbeobachtung und Wetterfrust.

Ob Schafe heute wirklich noch ernsthafte Probleme damit haben? In der modernen Landwirtschaft eher selten. Stallhaltung, bessere Schurzeitpunkte und Wettervorhersagen haben vieles entschärft. Aber als Bild aus alten Zeiten funktioniert es immer noch ziemlich gut.

Wann die Schafskälte auftritt – und wie sicher sie ist

Meteorologisch wird die Schafskälte meist zwischen dem 4. und 20. Juni eingeordnet, mit einem Häufungspunkt um den 11. Juni. Typisch ist ein kurzfristiger Einbruch der Temperaturen um etwa 5 bis 10 Grad, oft begleitet von Regen und windigem Wetter.

Ursache ist eine Wetterlage, bei der kühle Luft aus dem Nordwesten nach Mitteleuropa strömt. Während sich das Land schon sommerlich aufgewärmt hat, bringt diese Luftmasse einen spürbaren Kontrast – gefühlt wie ein kurzer Ausflug zurück in den April.

Ganz verlässlich ist das Ganze allerdings nicht. Die Schafskälte gilt als sogenannte meteorologische Singularität – also ein Muster, das statistisch häufig vorkommt, aber kein fest eingeplanter Termin im Wetterkalender ist. Mal fällt sie deutlich aus, mal kaum, und manchmal gar nicht.

Sommer mit kurzer Unterbrechung

Am Ende bleibt die Schafskälte genau das: ein wiederkehrendes, aber unberechenbares Sommerphänomen. Ein kleiner Wetter-Kurzurlaub in kühlere Zeiten, bevor der Sommer wieder übernimmt.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam  / Beitragsbild: Symbolfoto ai generiert)

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