Rosenheim – Unsere fotografische Zeitreise geht heute zurück in das Jahr 1911. Auf der historischen Aufnahme zu sehen ist der Viktualienmarkt am Rosenheimer Ludwigsplatz.
Das Foto zeigt zwei Marktfrauen an ihren Ständen. Das Warenangebot wirkt aus heutiger Sicht überschaubar, doch damals war der Viktualienmarkt ein wichtiger Bestandteil des täglichen Lebens in Rosenheim. Hier deckten sich die Bürger mit Lebensmitteln und Waren des täglichen Bedarfs ein – lange bevor es Supermärkte oder Discounter gab.
Der Viktualienmarkt war über Jahrhunderte hinweg das Herzstück der Lebensmittelversorgung in Rosenheim. Seine Wurzeln reichen bis ins Mittelalter zurück und stehen im Zusammenhang mit der Entwicklung und Erweiterung der Stadt im 15. Jahrhundert.
Der Begriff „Viktualien“ leitet sich vom spätlateinischen Wort für Lebensmittel ab. Entsprechend vielfältig war das Angebot auf dem Markt. Mit der Marktordnung von 1883 wurden unter anderem feste Standgebühren für Obst, Gemüse, Kartoffeln, Blumen, Eier, Geflügel und Fisch eingeführt. Auch eine städtische Viktualienwaage gehörte damals, laut Information des Rosenheimer Stadtarchivs, zum Marktbetrieb.
Rund um das Jahr 1900 war das Markttreiben streng geregelt. Ein Magistratsrat und ein Polizeisergeant überwachten vor Ort die Einhaltung der Marktordnung und sorgten dafür, dass die Gebühren ordnungsgemäß entrichtet wurden.
Das Foto von 1911 vermittelt damit nicht nur einen Eindruck vom damaligen Warenangebot, sondern auch von einem Ort, der über viele Generationen hinweg das wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben Rosenheims mitprägte.
(Quelle: Beitragsbild: Archiv Herbert Borrmann – Foto Nickl / Bildtext: Karin Wunsam)


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