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Ludwigsplatz, Rosenheim, 1987

Der Rosenheimer Ludwigsplatz im Jahr 1987. Foto: Archiv Herbert Borrmann

Karin Wunsam

Schreibt immer schon leidenschaftlich gern. Ihre journalistischen Wurzeln liegen beim OVB-Medienhaus. Mit der Geburt ihrer drei Kinder verabschiedete sie sich nach gut 10 Jahren von ihrer Festanstellung als Redakteurin und arbeitet seitdem freiberuflich fĂźr die verschiedensten Medien-Unternehmen in der Region Rosenheim.
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16. Juni 2026

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Lesezeit: 2 Minute(n)

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Rosenheim – Unsere fotografische Zeitreise geht heute zurĂźck in das Jahr 1987. Auf der historischen Aufnahme zu sehen ist der Rosenheimer Ludwigsplatz. Und der wirkt darauf noch ganz anders als heute: keine Fußgängerzone, sondern ein Platz, auf dem noch viele Autos direkt vor den Arkaden parkten.

Besonders spannend wird das Bild beim genaueren Hinsehen, denn es zeigt auch zwei Gasthäuser, die den Ludwigsplatz über viele Jahrzehnte geprägt haben: den „Ludwigshof“ und die „Alte Post“. Beide sind heute verschwunden – und erzählen doch ein großes Stück Stadtgeschichte.

Der heutige „Ludwigshof“ hat eine lange Vorgeschichte. Ursprünglich stand dort, laut Informationen des Rosenheimer Stadtarchivs, das Gesellenhaus des Katholischen Gesellenvereins, das wiederum aus der früheren „Alten Post“ des Posthalters Franz Xaver Amann hervorgegangen war. Bereits 1850 wurde diese erste Posthalterei an den Ludwigsplatz verlegt und blieb danach als Gasthaus bestehen. 1903 kaufte der Gesellenverein das Gebäude für 80.000 Mark.

Das Nachbargebäude, das spätere „Alte Brauhaus“ und später „Saubräu“ genannt, wurde bereits 1550 erstmals erwähnt. Damals musste der Brauer Wolf Westner für seine Braubehausung zwei Gulden Jahreszins an die St.-Nikolaus-Kirche abführen. Der Name „Saubräu“ entstand im Volksmund, weil sich in der Umgebung der Schweinemarkt befand – der Platz wurde deshalb auch „Saumarkt“ genannt.

Im Laufe der Jahrhunderte wechselte das Gebäude mehrfach Besitzer und Nutzung. 1887 verkaufte Christoph Zollner das Anwesen an den Brauereibesitzer Johann Auer, der dort 1889 erstmals Bier sieden ließ. Später wurde das Haus als Gasthaus „Alte Brauhaus“ geführt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden dort zeitweise auch Flüchtlinge untergebracht. 1956 zog zudem das Kino „Kurbel“ in den Saaltrakt ein, das jedoch bereits 1961 wieder schließen musste. Übrig blieb der „Ludwigshof“.

Auch die „Alte Post“ nebenan hat eine bewegte Geschichte. Der Posthalter Franz Xaver Amann betrieb dort ab 1842 eine Postexpedition mit Pferden, Kutschen und Postfahrten in mehrere umliegende Orte. Bereits 1850 wurde ihm die Konzession wieder entzogen. Der Gaststättenname „Alte Post“ erinnerte bis 1999 an diese erste Rosenheimer Poststelle.

Heute sind beide Gasthäuser Geschichte. An ihrer Stelle finden sich unter anderem der Künstlerhof sowie eine Burger-Gaststätte. Der Ludwigsplatz selbst hat sich längst zur Fußgängerzone entwickelt – das historische Foto von 1987 zeigt damit einen Platz im Wandel.
(Quelle: Beitragsbild: Archiv  Herbert Borrmann / Bildtext: Karin Wunsam)

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