Rosenheim – Unsere fotografische Zeitreise geht heute zurück in das Jahr 1956. Auf der historischen Aufnahme ist das Städtische Freibad Rosenheim zu sehen.
Der Sommer zeigte sich auch damals offenbar von seiner schönsten Seite. Am Sprungturm hat sich eine beachtliche Warteschlange gebildet. Geduldig warten die Badegäste darauf, endlich selbst den Sprung ins kühle Nass wagen zu dürfen. Die Szene vermittelt einen lebhaften Eindruck vom Badebetrieb jener Zeit.
Neues Funktionsgebäude
Auffällig ist auch der langgezogene zweigeschossige Bau auf der rechten Bildseite. Auf der oberen Etage haben sich einige Personen versammelt, die das Geschehen am Sprungturm verfolgen. Tatsächlich handelte es sich dabei um ein Funktionsgebäude des Freibads. Im Zuge der umfassenden Erneuerung der Anlage in den Jahren 1956 und 1957 entstand ein zweigeschossiger Bau mit Kasse, Umkleideräumen und einer Dienstwohnung für den Bademeister. Er ersetzte den alten Pavillon aus dem 19. Jahrhundert.
Die Aufnahme dokumentiert damit eine spannende Phase in der Geschichte des Rosenheimer Freibads. Die Anlage selbst blickt auf eine lange Tradition zurück. Bereits 1871 entstand zwischen Mangfall und Kaltenmühlbach die „Städtische Schwimm- und Badeanstalt“, die von vielen Rosenheimern schlicht „Schwimmschule“ genannt wurde.
Wer das Freibad heute besucht, wird manches aus dem Bild von 1956 nicht mehr wiederfinden. Der markante Sprungturm ist längst verschwunden, ebenso das langgezogene Gebäude am Beckenrand. Auch das Umfeld hat sich in den vergangenen Jahrzehnten deutlich verändert.
Geblieben ist jedoch die besondere Rolle des Freibads als Treffpunkt an heißen Sommertagen. Und betrachtet man die lange Schlange am Sprungturm, wird schnell klar: Die Vorfreude auf eine Abkühlung war damals nicht kleiner als heute.
(Quelle: Beitragsbild: Archiv Herbert Borrmann / Bildtext: Karin Wunsam)


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