Deutschland / Bayern / Rosenheim – Die bekannteste aller Wildtauben ist wohl die Turteltaube. Weniger bekannt ist die Tatsache, dass einige Arten von Wildtauben in Deutschland sehr selten geworden sind oder sogar als gefährdet gelten. Mit wenig Aufwand kann man ihnen im eigenen Garten attraktive Lebensräume bieten.
„Wildtauben haben mitunter besondere Ansprüche an ihren Lebensraum sowie die benötigten Nahrungsquellen“, sagt Jonas Liebhauser, Fachreferent für Heimtiere vom Bundesverband für fachgerechten Natur-, Tier und Artenschutz e. V. aus Hambrücken.
Ein taubenfreundlicher Garten
Wer Wildtauben unterstützen möchte, kann mit wenigen Handgriffen seinen Beitrag im heimischen Garten leisten. Alte Baumbestände schaffen optimale Voraussetzungen, denn viele Wildtauben bauen ihre Nester aus Ansammlungen von losen Zweigen in Bäumen. Wer in Sachen Baumbestand nachbessern möchte, kann auf Birken oder Walnussbäume zurückgreifen. Diese sind nicht nur schnellwachsend, sondern auch Teil der natürlich vorkommenden Flora.
Für den Nestbau verwenden viele Wildtauben gern kleine Zweige. Entsprechend ist ein Reisighaufen eine gute Methode, um Nistmaterial zur Verfügung zu stellen. Er bietet gleichzeitig Igeln und anderen Kleintieren eine Rückzugsmöglichkeit für den Winter.
Wildtauben richtig füttern
Wildtauben ernähren sich oftmals von Samenständen verschiedener Pflanzen und verschmähen auch frische Knospen nicht. „Möchte man im eigenen Garten Wildtauben zufüttern, sollte man deshalb auf eine geeignete Saatenmischung aus Hirse, Weizen, Mais oder Hafer zurückgreifen“, lautet der Tipp des Experten. Futter und Wasser sollten in flachen Schalen angeboten werden. Futterhäuschen für Kleinvögel sind weniger geeignet.
Wer einen taubenfreundlichen Lebensraum anbietet, kann mit Besuch der folgenden in Deutschland vorkommenden Arten rechnen:
Turteltaube
Die kleine Turteltaube (Streptopelia turtur) ist eine der bekanntesten, aber heute auch seltensten Taubenarten Europas. Ihr Name leitet sich von ihrem sanften, schnurrenden Gurren ab. Turteltauben sind Zugvögel und verbringen den Winter in südlichen Gefilden. In den letzten Jahrzehnten sind die Bestände stark zurückgegangen, vor allem durch Lebensraumverlust, intensive Landwirtschaft und Jagd entlang der Zugrouten. Daher gilt die Turteltaube heute als stark gefährdet und steht unter besonderem Schutz.
Hohltaube
Die Hohltaube (Columba oenas) kann vor allem durch den fehlenden weißen Halsfleck von der Ringeltaube unterschieden werden. Anders als viele andere Taubenarten bauen Hohltauben kein eigenes Nest, sondern nutzen natürliche Baumhöhlen oder alte Spechthöhlen – daher auch der Name. Durch den Rückgang alter Bäume und geeigneter Höhlen ist auch die Hohltaube regional gefährdet und auf naturnahe Wälder angewiesen.
Türkentaube
Die Türkentaube (Streptopelia decaocto) ist eine kleinere Taubenart mit überwiegend beige-grauem Gefieder, die gut an ihrem schwarzen Nackenring zu erkennen ist. Ursprünglich stammt sie aus Südostasien, hat sich jedoch seit dem 20. Jahrhundert rasant nach Westen ausgebreitet und ist heute in fast ganz Europa heimisch. Besonders häufig ist sie in Städten, Dörfern und landwirtschaftlich geprägten Gebieten anzutreffen. Im Gegensatz zu Turteltauben sind Türkentauben keine Zugvögel und verbringen den Winter in ihren Brutrevieren.
Ringeltaube
Die Ringeltaube (Columba palumbus) ist die größte heimische Taubenart Europas. Sie ist an ihrem graublauen Gefieder, der weißen Brust sowie den markanten weißen Flecken an den Halsseiten zu erkennen. Ursprünglich ein scheuer Waldvogel, hat sie sich in den letzten Jahrzehnten an das Leben in Städten und Siedlungen angepasst und ist heute nicht nur in Parks und Gärten, sondern selbst in Innenstädten verbreitet. Ihr lautes, klatschendes Flügelgeräusch beim Abflug ist ein typisches Bestimmungsmerkmal. Durch ihre Anpassungsfähigkeit und hohe Bestandszahlen zählt die Ringeltaube heute zu den häufigsten Vogelarten Mitteleuropas.
(Quelle: Pressemitteilung BNA/IVH / Beitragsbild: Symbolfoto re)


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