Oberaudorf / Landkreis Rosenheim – Der Schutzwald am Wildbarren bei Oberaudorf hat eine wichtige Funktion für die Region: Er schützt vor Naturgefahren und trägt auch zum Wasserrückhalt bei. Vertreter der Gemeinde Oberaudorf, der Gemeindewerke und der Bayerischen Staatsforsten haben sich jetzt bei einem gemeinsamen Waldbegang über den Zustand des Waldes und geplante Maßnahmen informiert.
Fachlicher Austausch zur Schutzwaldsanierung im Trinkwasserschutzgebiet Riedleiten am Wildbarren bei Oberaudorf: v.l.n.r. Marius Oeller, Lasse Weicht (beide Forstbetrieb Schliersee der Bayerischen Staatsforsten), Sebastian Rössert (Leiter der Fachstelle Schutzwaldmanagement am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Rosenheim), Hubert Paul (Werksleiter Gemeindewerke Oberaudorf) und Dr. Matthias Bernhardt (Bürgermeister Gemeinde Oberaudorf) Foto: Copyright AELF Rosenheim / Fachstelle Schutzwaldmanagement
Der Wildbarren liegt oberhalb von Oberaudorf im Inntal und ist Teil der Berglandschaft am nördlichen Rand der Alpen. Anlass des Treffens war das 40-jährige Bestehen der Schutzwaldsanierung in Bayern. Eingeladen hatte die Fachstelle Schutzwaldmanagement am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Rosenheim.
Auch Trinkwasserschutzgebiet Riedleiten betroffen
Im Mittelpunkt stand das Schutzwaldsanierungsgebiet Wildbarren, zu dem auch das Trinkwasserschutzgebiet Riedleiten gehört. Dort werden derzeit Pflanzungen für den Herbst 2026 vorbereitet.
Nach Angaben des AELF Rosenheim setzen Trockenheit und hohe Temperaturen auch den Bergwäldern zu. Besonders betroffen seien Bereiche, in denen die Schutzfunktion des Waldes durch Schäden, überalterte Bestände oder eine ungünstige Baumartenzusammensetzung eingeschränkt sei.
Bürgermeister Dr. Bernhardt und Mitarbeiter der Gemeindewerke Oberaudorf bestätigten nach Angaben des AELF, dass sich die Veränderungen auch auf die Wasserversorgung auswirken. Demnach habe die Trinkwassermenge im Schutzgebiet Riedleiten in den vergangenen Jahren durch Veränderungen bei Niederschlägen und deren Verteilung abgenommen.
Wald soll Wasser besser speichern
Bei dem Treffen wurde die Bedeutung intakter Schutzwälder für den Wasserhaushalt erläutert. Durch Humus und gesunde Böden können Wälder Wasser aufnehmen und speichern. Dadurch können Abflussspitzen abgemildert und Schnee sowie Schmelzwasser länger in der Fläche gehalten werden.
Lasse Weicht, Leiter des Forstbetriebs Schliersee der Bayerischen Staatsforsten, gab Einblicke in die Bewirtschaftung der Staatswälder im Inntal. Dazu gehören unter anderem Pflege- und Verjüngungsmaßnahmen sowie ein angepasstes Jagdmanagement, damit junge Bäume nachwachsen können.
Mehr als eine Million Euro für Wildbarren investiert
Wenn eine normale Waldbewirtschaftung nicht ausreicht, kommt die Schutzwaldsanierung zum Einsatz – etwa nach Stürmen, Schneeschäden oder Borkenkäferbefall.
Nach Angaben des AELF Rosenheim wurden in Bayern in den vergangenen 40 Jahren rund 108 Millionen Euro in solche Maßnahmen investiert. Mehr als eine Million Euro davon entfielen auf den Bereich Wildbarren bei Oberaudorf.
(Quelle: Pressemitteilung AELF Rosenheim / Beitragsbild: Copyright AELF Rosenheim/Fachstelle Schutzwaldmanagement)



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