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Von Hamburg nach Ghana: Wie eine Schlangenbändigerin zur Götting wurde

Die aktuelle Ausstellung in der Städtischen Galerie Rosenheim erzählt auch die Geschichte der Schlangenbändigerin, die zur Göttin wurde. Foto: Copyright Städtische Galerie Rosenheim

Karin Wunsam

Schreibt immer schon leidenschaftlich gern. Ihre journalistischen Wurzeln liegen beim OVB-Medienhaus. Mit der Geburt ihrer drei Kinder verabschiedete sie sich nach gut 10 Jahren von ihrer Festanstellung als Redakteurin und arbeitet seitdem freiberuflich für die verschiedensten Medien-Unternehmen in der Region Rosenheim.

15. Juli 2026

Lesezeit: 2 Minute(n)

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Rosenheim – Was hat ein Werbeplakat aus Hamburg mit einer westafrikanischen Göttin zu tun? Genau dieser ungewöhnlichen Geschichte widmet sich die Städtische Galerie Rosenheim im Rahmen ihrer Ausstellung „BIG PROMISES. Gemalte Filmplakate aus Ghana“. Im Mittelpunkt steht die Figur Mami Wata, die in vielen Regionen Westafrikas als Wassergeist verehrt wird – und deren heutiges Erscheinungsbild nach Angaben der Ausstellungsmacher überraschende Wurzeln in einem Hamburger Zirkusplakat des 19. Jahrhunderts haben soll.

Die Schlangenbändigerin - ein wiederkehrendes Motiv in der Ausstellung. Foto: Copyright Städtisches Museum Rosenheim

Die Schlangenbändigerin – ein wiederkehrendes Motiv in der aktuellen Ausstellung in der Städtischen Galerie Rosenheim. Fotos: Copyright Städtische Galerie Rosenheim

Eine immer wiederkehrende Figur auf den handgemalten Filmplakaten aus Ghana ist Mami Wata. Sie gilt als Schenkerin von Schönheit, Reichtum und Wohlstand, zugleich aber auch als geheimnisvolle und ambivalente Gestalt, deren Gaben ihren Preis haben können. Auf vielen Plakaten wird sie als Frau mit Schlangen und häufig auch mit einem Fischschwanz dargestellt.

Nach Angaben der Städtischen Galerie geht dieses Bild unter anderem auf ein Werbeplakat des Hamburger Tierhändlers und Zirkusunternehmers Hagenbeck zurück. Darauf war Ende des 19. Jahrhunderts eine Schlangenbändigerin mit einer Python um den Hals zu sehen. Das Motiv wurde später in Großbritannien und Indien vielfach nachgedruckt und gelangte schließlich über Handelswege nach Ghana.

Ein Bild bekommt eine neue Bedeutung

Dort wurde die Frau auf dem Plakat offenbar nicht mehr als Zirkusartistin wahrgenommen, sondern mit der Wassergeist-Göttin Mami Wata in Verbindung gebracht. Nach Angaben der Ausstellungsmacher passten Details wie die Schlangen, der Schmuck und die lange Haarpracht zu den Vorstellungen, die mit der Gottheit verbunden werden. So entwickelte das ursprünglich europäische Werbemotiv in Westafrika eine völlig neue kulturelle Bedeutung.

Weiterer Lesestoff passend zum Thema: 

Diese Geschichte ist eines von vielen Beispielen dafür, wie Bilder über Länder und Kontinente hinweg neue Bedeutungen annehmen können.

Ausstellung noch bis Mitte August zu sehen

Die Ausstellung „BIG PROMISES. Gemalte Filmplakate aus Ghana“ ist noch bis 16. August 2026 in der Städtischen Galerie Rosenheim zu sehen. Präsentiert werden mehr als 100 handgemalte Filmplakate, die zwischen den 1980er- und 2000er-Jahren für mobile Wanderkinos in Ghana entstanden. Die Künstler interpretierten Filme dabei oft frei, ergänzten Szenen oder steigerten deren Dramatik bewusst.

Die gezeigten Werke stammen aus der Sammlung des Rosenheimer Historikers Dr. Wolfgang Stäbler, der über viele Jahre mehr als 500 ghanaische Filmplakate zusammengetragen hat.
(Quelle: Pressemitteilung Städtische Galerie Rosenheim / Beitragsbild, Foto: Copyright Städtische Galerie Rosenheim)

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