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Nepomuk-Brunnen, Rosenheim, 1918

Der Nepomuk-Brunnen auf dem Max-Josefs-Platz in Rosenheim im Jahr 1918. Foto: Archiv Herbert Borrmann

Karin Wunsam

Schreibt immer schon leidenschaftlich gern. Ihre journalistischen Wurzeln liegen beim OVB-Medienhaus. Mit der Geburt ihrer drei Kinder verabschiedete sie sich nach gut 10 Jahren von ihrer Festanstellung als Redakteurin und arbeitet seitdem freiberuflich für die verschiedensten Medien-Unternehmen in der Region Rosenheim.

14. Juli 2026

Lesezeit: 2 Minute(n)

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Rosenheim – Unsere fotografische Zeitreise geht heute zurück in das Jahr 1918. Auf der historischen Aufnahme sehen wir den Nepomuk-Brunnen am Max-Josefs-Platz in Rosenheim.

Der Brunnen war schon damals ein besonderer Blickfang im Herzen der Stadt. Auf dem Foto posieren ein Mädchen und ein junger Mann neben dem kunstvollen Bauwerk. Vieles hat sich rund um den Max-Josefs-Platz seitdem verändert – der Nepomuk-Brunnen ist aber geblieben und zählt bis heute zu den beliebtesten Fotomotiven der Rosenheimer Altstadt.
Der Nepomuk-Brunnen ist der älteste und bekannteste Brunnen der Stadt. Seine Geschichte reicht bis ins 18. Jahrhundert zurück. Zwischen 1740 und 1750 stand an dieser Stelle, dem damaligen Markt- oder Schrannenplatz, zunächst ein hölzerner „Fischbrunnen“.

Eine Statue aus einem einzigen Marmorblock

Im Jahr 1773 beauftragte die Rosenheimer Bürgerschaft den Bildhauer Franz de Paula Hitzl mit der Gestaltung einer Statue des heiligen Johannes von Nepomuk. Der Künstler schuf eine lebensgroße Figur im Stil des Spätrokokos. Der dafür verwendete weiße Marmor stammte aus den Steinbrüchen am Untersberg bei Salzburg. Die Statue wurde aus einem einzigen Steinblock gefertigt.
Der heilige Johannes von Nepomuk gilt als Schutzpatron der Schiffer und Flößer. Für Rosenheim hatte diese Figur eine besondere Bedeutung: Die Flüsse rund um die Stadt waren im Mittelalter wichtige Handelswege und trugen wesentlich zum Wohlstand der Stadt bei.

Das heute markante achteckige Brunnenbecken kam allerdings erst später hinzu – in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Eine erste große Restaurierung des Brunnens erfolgte im Jahr 1904.

Ein Brunnen mit bewegter Geschichte

Der Nepomuk-Brunnen blieb in seiner langen Geschichte nicht von Schäden verschont. Am 24. März 1953 wurde die Statue bei einem Unfall schwer beschädigt: Ein ausscherender Lastwagen, der mit langen Baumstämmen beladen war, riss die Figur komplett von ihrem Sockel.
Damals wurde sogar darüber diskutiert, den Brunnen ganz zu entfernen. Stadtplaner sahen ihn als Hindernis für den zunehmenden Autoverkehr. Doch viele Rosenheimer setzten sich für den Erhalt ihres Wahrzeichens ein. Nach einer aufwändigen Restaurierung kehrte die Figur am 14. Juni 1954 auf den Max-Josefs-Platz zurück.

Auch danach blieb der Brunnen nicht völlig verschont: 1960 verschwand der rechte Arm der Statue mitsamt dem Kreuz spurlos. 1965 pinselten Studenten die Figur nach einer feuchtfröhlichen Nacht blau an. 1972 wurde der Brunnen erneut von einem Fahrzeug gerammt, wobei die Hand der Statue beschädigt wurde.

Nach jeder Beschädigung wurde der Nepomuk-Brunnen wieder originalgetreu restauriert. Heute steht er mitten in der Rosenheimer Fußgängerzone und ist Treffpunkt, Orientierungspunkt – und für viele Besucher eines der beliebtesten Erinnerungsfotos aus der Stadt.
(Quelle: Beitragsbild: Archiv Herbert Borrmann / Bildtext: Karin Wunsam)

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