Rosenheim – Unsere fotografische Zeitreise geht heute zurück in das Jahr 1898. Auf der historischen Aufnahme sehen wir den Rosenheimer Max-Josefs-Platz mit Fokus auf die Kirmaier`sche Bäckerei.
Das markante Gebäude am heutigen Max-Josefs-Platz 15 blickt bereits auf eine deutlich längere Vergangenheit zurück. Es stammt aus dem 16. Jahrhundert und diente im Laufe der Jahrhunderte ganz unterschiedlichen Zwecken. Ursprünglich gehörte es dem Marktphysikus, der damals zugleich Apotheker war. Im Jahr 1687 ging das Haus in den Besitz des Spitals über, 1731 erwarb es die Pfarrgemeinde St. Nikolaus und nutzte es bis 1884 als Pfarrhof.
Erst 1892 begann ein neues Kapitel: Jakob und Anna Kirmaier kauften das geschichtsträchtige Gebäude und richteten im Erdgeschoss eine handwerkliche Bäckerei ein. Gleichzeitig betrieben sie dort eine Mehl- und Getreidehandlung. Damit entstand mitten im Herzen Rosenheims ein Betrieb, der über Jahrzehnte das Stadtbild mitprägte.
Damals wurden die Backwaren noch auf ganz andere Weise zu den Kunden gebracht als heute. Frisches Brot und Gebäck lieferte der sogenannte Brotwagen, ein von Pferden gezogener Wagen, direkt zu den Haushalten.
Bäckerei blieb über Jahrzehnte erhalten
Die Kirmaier’sche Bäckerei bestand bis zum Jahr 1936. Dann verkaufte Jakob Kirmaier junior den Betrieb an den Bäcker Josef Bergmeister, da er nach München zog. Mit dem Besitzerwechsel blieb das traditionsreiche Backhandwerk an diesem Standort erhalten.
Bis heute wird das Gebäude als Café Bergmeister mit angeschlossenem Café im ersten Stock als Familienbetrieb geführt. Das sogenannte Bergmeisterhaus steht unter Denkmalschutz und gehört zu den prägenden Bauwerken am Max-Josefs-Platz.
(Quelle: Beitragsbild: Copyright Herbert Borrmann / Bildtext: Karin Wunsam)


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