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Hundstage haben begonnen – doch mit Hunden haben sie eigentlich gar nichts zu tun

Hund steht im Geriinne am Rosenheimer Ludwigsplatz. Foto: re

Karin Wunsam

Schreibt immer schon leidenschaftlich gern. Ihre journalistischen Wurzeln liegen beim OVB-Medienhaus. Mit der Geburt ihrer drei Kinder verabschiedete sie sich nach gut 10 Jahren von ihrer Festanstellung als Redakteurin und arbeitet seitdem freiberuflich für die verschiedensten Medien-Unternehmen in der Region Rosenheim.

24. Juli 2026

Lesezeit: 3 Minute(n)

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Rosenheim – Ein Hund steht ganz entspannt im Wasser am Rosenheimer Ludwigsplatz und genießt sichtlich die kleine Abkühlung. Das Bild könnte kaum besser zu den Hundstagen passen. Tatsächlich führt der Name jedoch auf eine falsche Fährte. Mit unseren vierbeinigen Begleitern haben die Hundstage nämlich so gut wie nichts zu tun – stattdessen geht es um einen der hellsten Sterne am Himmel. Und streng genommen würden die „echten“ Hundstage heute sogar erst Ende August beginnen.

Seit Donnerstag (23. Juli) dauern die Hundstage. Traditionell reichen sie bis zum 23. August und gelten als die statistisch heißeste Zeit des Jahres. Schon ihr Name sorgt dabei immer wieder für Verwunderung.

Der Hund am Himmel

Der Begriff geht auf das Sternbild Großer Hund und dessen hellsten Stern Sirius zurück. Sirius wird deshalb auch „Hundsstern“ genannt und ist der hellste Stern am Nachthimmel.
Bereits vor mehr als 4.000 Jahren beobachteten die alten Ägypter, dass Sirius im Hochsommer kurz vor Sonnenaufgang wieder am Morgenhimmel erschien. Für sie war das ein bedeutendes Ereignis, denn sein erster sichtbarer Aufgang fiel damals mit der lebenswichtigen Nilschwemme zusammen.

Später übernahmen die Griechen und Römer diese Himmelsbeobachtung. Sie prägten den lateinischen Begriff dies caniculares – die Hundstage. Damals glaubte man, die Strahlung des hellen Sterns verstärke die Kraft der Sonne und verursache die drückende Sommerhitze. Heute weiß man: Sirius hat auf das Wetter keinerlei Einfluss.

Eigentlich beginnen die Hundstage heute erst Ende August

Hier kommt eine Besonderheit ins Spiel, die viele nicht kennen. Durch die langsame Taumelbewegung der Erdachse – die sogenannte Präzession – hat sich der Sternenhimmel im Laufe der Jahrtausende verschoben. Während Sirius zur Zeit der Römer Ende Juli am Morgenhimmel erschien, ist das in Deutschland heute erst um den 30. August der Fall.
Astronomisch betrachtet müssten die Hundstage deshalb heute eigentlich vom 30. August bis etwa 30. September dauern. Der traditionelle Zeitraum vom 23. Juli bis 23. August blieb jedoch im Kalender erhalten und wird bis heute verwendet.

Warum es ausgerechnet jetzt oft besonders heiß wird

Obwohl Sirius keinen Einfluss auf das Wetter hat, liegen die Hundstage statistisch tatsächlich häufig in der heißesten Phase des Sommers.
Der Grund dafür ist einfach: Nach dem astronomischen Sommerbeginn im Juni erwärmen sich Böden, Städte und Gewässer über Wochen hinweg immer weiter. Erst Ende Juli und Anfang August ist die gespeicherte Wärme meist am größten. Treffen dann stabile Hochdruckgebiete auf Mitteleuropa, entstehen häufig längere Hitzeperioden.

Zwischen Aberglauben und Wirklichkeit

Mit den Hundstagen verbanden die Menschen früher zahlreiche Ängste. Im Mittelalter glaubte man beispielsweise, die große Hitze mache Hunde aggressiv oder begünstige die damals gefürchtete „Hundswut“, also die Tollwut. In manchen Regionen wurden Hunde deshalb besonders streng beaufsichtigt.
Heute weiß man, dass zwischen Sirius und der Krankheit keinerlei Zusammenhang besteht.

Was sagen die Bauernregeln?

Seit Jahrhunderten versuchen Bauernregeln, aus dem Wetter der Hundstage Rückschlüsse auf Herbst und Winter zu ziehen.

Bekannt sind unter anderem:

  • „Hundstage heiß, bringen Winter lang und weiß.“
  • „Was die Hundstage gießen, muss der Winzer büßen.“
  • „Sind die Hundstage voller Sonnenschein, wird das Jahr voll gutem Wein.“
  • „Wie die Hundstage einbrechen oder ausgehen, so wird sich das Wetter im Herbst verhalten.“

Wissenschaftlich belegt sind diese Vorhersagen zwar nicht. Meteorologen räumen den Regeln aber einen kleinen wahren Kern ein: Wetterlagen können sich im Hochsommer durchaus über mehrere Tage oder sogar Wochen stabilisieren.

So starten die Hundstage in Rosenheim

Zum Auftakt zeigen sie sich in der Region zunächst von ihrer angenehmen Seite. Am heutigen Freitag bleibt es sonnig bei bis zu 25 Grad.
Am Samstag wird es dann mit bis zu 31 oder 32 Grad hochsommerlich heiß. Bereits am Sonntag folgt nach den aktuellen Prognosen ein Wetterumschwung: Die Temperaturen gehen auf rund 22 Grad zurück, dazu ziehen Regen und einzelne Gewitter auf. Auch der Montag bleibt wechselhaft.

Ab Dienstag steigen die Temperaturen voraussichtlich wieder an. Während für Teile West- und Südwestdeutschlands örtlich extreme Hitze erwartet wird, dürfte Rosenheim nach derzeitigem Stand mit Höchstwerten zwischen etwa 33 und 37 Grad zwar ebenfalls sehr warme Tage erleben. Die vielfach diskutierte 40-Grad-Marke scheint in der Region aber vorerst außer Reichweite zu liegen.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild: re)

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