Deutschland / Bayern / Rosenheim – Zwerghamster gewinnen als Haustiere zunehmend an Beliebtheit und verdrängen den klassischen Goldhamster immer häufiger. Experten erklären, welche Arten besonders verbreitet sind, worauf es bei einer artgerechten Haltung ankommt und warum die kleinen Nager trotz ihrer Größe besondere Ansprüche an ihr Zuhause und ihre Ernährung stellen.
„Zwerghamster verfügen über einige Eigenschaften, die sie zu faszinierenden Kleinsäugern machen. Ihr exploratives Verhalten und ihre Bewegungsfreude sind für interessierte Halter spannend zu beobachten“, berichtet Jonas Liebhauser, Fachreferent für Heimtiere vom Bundesverband für fachgerechten Natur-, Tier- und Artenschutz e. V. aus Hambrücken.
Etablierte Goldhamster werden abgelöst
Der aus Syrien stammende Goldhamster wird seit den 1950er-Jahren in Deutschland gehalten. Goldhamster leben allerdings oft sehr zurückgezogen, da ihre Aktivitätsphasen in die Dämmerung beziehungsweise Nacht fallen. Zwerghamster hingegen sind gelegentlich auch am Tag aktiv und lassen sich durch ihr ausgeprägteres Aktivitätsverhalten besser vom Halter beobachten. Deshalb haben sie in den letzten Jahren an Beliebtheit gewonnen. Folgende Arten von Zwerghamstern sind im Handel verbreitet:
Der Campbell-Zwerghamster (Phodopus campbelli) ist sieben bis zehn Zentimeter lang, überwiegend graubraun und hat einen dunklen Aalstrich entlang des Rückgrats. Campbell-Zwerghamster können gelegentlich auch am Tag beobachtet werden.
Der Dsungarische Zwerghamster (Phodopus sungorus) ist eine der bekanntesten Zwerghamsterarten. Er wechselt im Winter zu einem fast vollständig weißen Fellkleid. Im Gegensatz dazu steht das gräulich gefärbte Sommerfell, das ebenfalls über einen dunklen Aalstrich verfügt.
Der Roborowski-Zwerghamster (Phodopus roborovskii) ist mit nur sechs bis sieben Zentimetern Körperlänge der kleinste Vertreter der verbreiteten Zwerghamsterarten – und der bewegungsfreudigste. Er hat ein braunes Fell und einen farblich abgesetzten Strich über dem Auge, der einer Augenbraue ähnelt.
Zwerghamster tiergerecht halten
Nicht nur aufgrund ihres quirligen Auftretens sind die verschiedenen Arten der Zwerghamster eine interessante Alternative zum Goldhamster: Dank ihrer geringeren Körpergröße kann ihnen einfacher ein tiergerechtes Heim gestaltet werden. Optimal ist ein Terrarium oder Nagarium mit Maßen von mindestens 100 cm Länge x 50 cm Breite x 50 cm Höhe. Bei der Auswahl geeigneter Haltungssysteme sollten Halter in jedem Fall darauf achten, dass mindestens eine 20 Zentimeter hohe Einstreuschicht eingebracht werden kann, in der der Hamster seine Gänge graben kann. Damit diese nicht einstürzen, kann die Einstreu beispielsweise mit Heu vermischt werden. Die somit gegebene Struktur verleiht den Bauten die notwendige Stabilität.
Zur Einrichtung gehören auch Korkäste und -röhren. Vor allem Korkröhren dürfen gerne auch in die Einstreu eingegraben werden. Wichtig für die sehr bewegungsaktiven Tiere ist ein Laufteller oder ein Laufrad. Laufräder müssen rückseitig geschlossen sein, über eine geschlossene Lauffläche und über einen Durchmesser von mindestens 24 cm verfügen. Zudem freut sich der Hamster über weitere Möglichkeiten zur Bewegung wie Tunnel oder Etagen sowie über Verstecke wie Kokosnussschalen oder Häuschen. Ein Sandbad muss angeboten werden.
Die richtige Ernährung führt zur Langlebigkeit
Da Zwerghamster zu Verfettung und Diabetes neigen, gilt es bei der Ernährung einige Punkte besonders zu beachten. Hauptnahrung sollte eine kleinkörnige, für Zwerghamster geeignete Saatenmischung sein. Aufgrund des geringen Gewichtes der Tiere sind ein bis maximal zwei Teelöffel pro Tag eine vollkommen ausreichende Futtermenge. Ergänzt wird der Speiseplan durch Frischfutter, beispielsweise Kräuter, Blattsalate und Gemüse wie Gurke.
Zudem benötigen Zwerghamster täglich frisches Wasser sowie geringe Mengen an tierischem Eiweiß, zum Beispiel in Form getrockneter Insekten. Obst oder andere sehr zuckerhaltige Futtermittel sind nicht geeignet. Verhaltensbedingt transportieren Zwerghamster Futter in ihren unterirdischen Bau. Deshalb deutet ein leerer Napf nicht automatisch auf größeren Appetit hin.
Wichtig ist: Weder bei Gold- noch Zwerghamstern handelt es sich um Tiere, die aktiv den Kontakt zu Menschen suchen und angefasst werden möchten. Auch wenn mit viel Geduld des Halters eine gewisse Zutraulichkeit der Tiere erreicht werden kann beziehungsweise die Tiere gelegentlich einen Leckerbissen aus der Hand des Halters annehmen, sollte sich die Interaktion mit den Tieren in den meisten Fällen auf das Beobachten konzentrieren.
(Quelle: Pressemitteilung BNA/IVH / Beitragsbild: Symbolfoto re)


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