Rosenheim / Landkreis – Eine Woche lang tauschte der 16-jĂ€hrige Tobias Klassenzimmer gegen Werkzeugkiste: Im Rahmen eines Praktikums in der Hausmeisterei des Landratsamts Rosenheim konnte der SchĂŒler der Berufsschulstufe der Philipp Neri Schule den Berufsalltag eines Hausmeisters kennenlernen â und seinem Berufswunsch ein gutes StĂŒck nĂ€herkommen.
Lampen austauschen, Elektroschrott entsorgen, AuĂenanlagen pflegen, bei Transporten helfen und mit verschiedenen Maschinen arbeiten: Die Aufgaben in der Hausmeisterei waren vielfĂ€ltig. Schon nach wenigen Tagen war Tobias fest ins Team integriert und packte dort mit an, wo UnterstĂŒtzung gebraucht wurde.
Besonders gefallen haben ihm die abwechslungsreichen TĂ€tigkeiten und der praktische Umgang mit Werkzeugen und Maschinen. âHausmeister wollte ich eigentlich schon immer werdenâ, erzĂ€hlt Tobias. âIch kann mir gut vorstellen, spĂ€ter in diesem Beruf zu arbeiten.â
Ein Praktikum als wichtiger Schritt Richtung Berufsleben
Die Idee fĂŒr das Praktikum entstand bereits im vergangenen Herbst bei einem BeratungsgesprĂ€ch mit dem Team Verfahrenslotsen des Kreisjugendamts. Dabei wurde deutlich, dass sich Tobias fĂŒr den Beruf des Hausmeisters interessiert. Gemeinsam mit seiner Familie, der Schule und dem Landratsamt konnte schlieĂlich ein Praktikumsplatz organisiert werden.
FĂŒr die SchĂŒler der Philipp Neri Schule sind Einblicke in den allgemeinen Arbeitsmarkt keine SelbstverstĂ€ndlichkeit. Im Rahmen ihrer Berufsvorbereitung sammeln sie regelmĂ€Ăig Erfahrungen in unterschiedlichen Bereichen der Wendelstein WerkstĂ€tten. DarĂŒber hinaus sind aber auch Praktika in Betrieben auĂerhalb dieser Strukturen möglich. Damit solche Möglichkeiten entstehen, braucht es hĂ€ufig das Zusammenspiel von LehrkrĂ€ften, Eltern und engagierten Arbeitgebern.
FĂŒr Tobias war das Praktikum gleich in mehrfacher Hinsicht eine wichtige Erfahrung. Nicht nur die Arbeit selbst war neu â auch der tĂ€gliche Weg zum Praktikumsplatz war ein Schritt in Richtung mehr SelbststĂ€ndigkeit.
Jeden Morgen fuhr Tobias von seinem Wohnort Brannenburg mit dem Zug nach Rosenheim und ging anschlieĂend zu FuĂ zum Landratsamt. âIch fahre morgens zum Bahnhof, nehme den Zug und gehe dann zu FuĂ ins Landratsamtâ, erzĂ€hlt der 16-JĂ€hrige. Den Arbeitsweg eigenstĂ€ndig zu meistern, ist fĂŒr ihn ein weiterer wichtiger Baustein auf dem Weg ins Berufsleben.
Beide Seiten profitieren vom Praktikum
Auch das Hausmeisterteam des Landratsamts zog nach der Woche ein positives Fazit. Das Praktikum sei fĂŒr alle Beteiligten eine wertvolle Erfahrung gewesen, bei der beide Seiten voneinander lernen konnten.
Der Rektor der Philipp Neri Schule, Peter Kracker, betont die Bedeutung solcher Möglichkeiten: âSolche Praktika eröffnen unseren SchĂŒlern die Möglichkeit, Berufe unter realen Bedingungen kennenzulernen und eigene StĂ€rken und Interessen fĂŒr den spĂ€teren Berufsalltag zu entdecken. Gleichzeitig profitieren auch die Betriebe davon, jungen Menschen die Möglichkeit zu geben, ihre Talente im Arbeitsalltag zu zeigen.â
Die Philipp-Neri-Schule Rosenheim
Die Philipp-Neri-Schule in Rosenheim ist eine Förderschule mit dem Schwerpunkt geistige Entwicklung. Sie begleitet Kinder und Jugendliche mit unterschiedlichen Lernvoraussetzungen auf ihrem individuellen Weg und unterstĂŒtzt sie dabei, ihre persönlichen FĂ€higkeiten und StĂ€rken zu entdecken und weiterzuentwickeln.
Ein wichtiger Bestandteil der Arbeit ist auch die Vorbereitung auf das spĂ€tere Berufsleben. Die SchĂŒler sammeln praktische Erfahrungen in verschiedenen Bereichen und erhalten UnterstĂŒtzung dabei, eigene Interessen und berufliche Möglichkeiten kennenzulernen.
Dazu gehören neben Angeboten innerhalb der Schule und der Wendelstein WerkstÀtten auch Praktika in Betrieben des allgemeinen Arbeitsmarkts. Solche Erfahrungen helfen den Jugendlichen, mehr SelbststÀndigkeit zu entwickeln und Einblicke in mögliche Berufsfelder zu gewinnen. Weitere Infos zur Schule hier.
Noch liegt ein Schuljahr an der Philipp Neri Schule vor Tobias. Diese Zeit möchte er nutzen, um weitere Berufsfelder kennenzulernen und herauszufinden, welcher Weg am besten zu ihm passt.
Nach seinem Praktikum im Landratsamt ist sein Wunsch, spĂ€ter als Hausmeister zu arbeiten, jedenfalls noch einmal gewachsen. Ganz abgeschlossen ist die Suche nach dem passenden Berufsweg aber noch nicht: âEin Praktikum in einer Brauerei wĂŒrde ich auch gerne einmal machenâ, sagt Tobias mit einem LĂ€cheln.
(Quelle: Pressemitteilung Landratsamt / Beitragsbild: Landratsamt Rosenheim)


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