Bruckmühl / Landkreis Rosenheim – In Bruckmühl gibt es jetzt das erste Ratschbankerl. Unter einer Platane an der Kirchdorfer Straße soll die neue Sitzgelegenheit Menschen unkompliziert ins Gespräch bringen. Weitere Standorte sind bereits geplant.
„S‘reden, bringt Leid zam“ – diesem Spruch aus dem Volksmund folgt eine neue Initiative in Bruckmühl. Im Ortszentrum steht seit Kurzem das erste Bruckmühler Ratschbankerl. Es befindet sich an der Kirchdorfer Straße unter der Platane, gegenüber der Eisdiele und neben dem Modegeschäft.
Ein entsprechendes Schild macht deutlich: Wer hier Platz nimmt, signalisiert Offenheit für ein Gespräch. Fremde können sich dazusetzen und spontan miteinander ins Gespräch kommen.
Ins Leben gerufen wurde die Aktion von Ursula Wagner und Regine Mosner gemeinsam mit dem Bruckmühler Stadtmarketing. Bürgermeister Richard Richter begrüßt die Initiative. Er hatte zugleich den ersten Standort für das Bankerl vorgeschlagen.
„Der Austausch macht ein gutes Gespräch aus“, sagt Richter. Als passenden Gedanken zur Initiative führt er zudem ein Zitat von Marie von Ebner-Eschenbach an: „Jemand, der nur redet, erfährt nichts von seinem Gegenüber“.
Ratschbankerl sollen Einsamkeit entgegenwirken
Hinter der Aktion steht das Ziel, Menschen wieder näher zusammenzubringen und soziale Kontakte zu fördern. Einsamkeit und fehlende Gesprächsmöglichkeiten können Menschen jeden Alters betreffen und gelten zunehmend als gesellschaftliche Herausforderung.
Die Idee der Ratschbankerl ist in der Region bereits verbreitet. Grundlage ist eine Initiative des Gesundheitsamtes Rosenheim aus dem Jahr 2023. Gefördert wurde das Projekt durch das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention.
In Bruckmühl soll es neben spontanen Gesprächen auch feste Ratschtermine mit Ehrenamtlichen geben.
Erste Termine stehen fest
Ursula Wagner ist am Dienstag, 18. August, von 17.15 bis 18.15 Uhr am Ratschbankerl anzutreffen. Ein weiterer Termin mit ihr ist für Donnerstag, 27. August, von 12.15 bis 13.15 Uhr geplant.
Regine Mosner steht am Donnerstag, 3. September, von 12.15 bis 13.15 Uhr sowie am Donnerstag, 10. September, von 12.15 bis 13.15 Uhr für Gespräche zur Verfügung.
Bei schlechtem Wetter entfallen die Termine. Im Winter soll das Gesprächsangebot in die Kulturmühle in der Bahnhofstraße 10 verlegt werden. Dort wird die Couch zum Ratsch-Treffpunkt.
Weitere Ratschbankerl sind geplant
Das erste Bankerl im Ortszentrum soll nicht das einzige bleiben. Im Herbst ist ein weiterer Standort im Bruck an der Leitha-Park geplant. Für 2027 sind außerdem Sitzgelegenheiten am Mangfall-Center sowie am Friedhof Hinrichssegen vorgesehen.
„Mit diesem Projekt ist es gelungen, ein Bewusstsein für gesellschaftliche Herausforderungen wie Einsamkeit zu schaffen“, betont Ute Heckl vom Staatlichen Gesundheitsamt Rosenheim.
Auch das Bruckmühler Stadtmarketing sieht in der Initiative einen weiteren Treffpunkt für die Gemeinde. „Orte der Begegnung machen eine lebendige Stadt aus und dies ist ein weiterer Baustein dazu“, erklären Silvia Mischi und Martina Neuhausen.
Die Ratschbankerl sollen künftig durch feste Schilder als solche erkennbar sein. Diese sollen bis zum Herbst, spätestens im kommenden Jahr, angebracht werden. Die festen Gesprächstermine werden über die Bruckmühl App und den Bürger Boten angekündigt.
Wer selbst als Ansprechpartner für Ratschtermine mitmachen möchte, kann sich unter 08062/59102 oder 08062/59103 melden. Mitmachen können Privatpersonen ebenso wie Vertreter von Vereinen oder Kirchen.
(Quelle: Pressemitteilung Markt Bruckmühl / Beitragsbild: Auf Initiative von Ursula Wagner (rechts) und Regine Mosner (links) hat Bruckmühl jetzt sein erstes Ratschbankerl. Eine Aktion für das Miteinander und gegen die Einsamkeit. Copyright Mischi)


0 Kommentare