Rosenheim – Die Ernte in den heimischen Gärten ist in vollem Gang. Auch bei uns fällt die Ausbeute in diesem Jahr trotz der sommerlichen Hitze erfreulich aus. Nicht alles, was dabei aus dem Garten kommt, landet allerdings direkt im Kochtopf. Manches wird eingelagert, manches verarbeitet – und manches kommt für ganz andere Zwecke zum Einsatz. So wie auf unserem aktuellen Foto: Drei schwarze Rettiche stehen ausgehöhlt in Gläsern, aus ihnen tropft langsam eine Flüssigkeit. Die Frage an Euch: Was meint Ihr, was wir da gerade brauen?🤔
Die Auflösung: Rettich-Hustensaft
Bei unserer kleinen „Hexenküche“ handelt es sich um ein altes Hausmittel: Aus schwarzem Rettich und braunem Zucker entsteht ein süßer Rettichsaft, der traditionell bei Husten und Erkältungsbeschwerden eingesetzt wird.
Schwarzer Rettich wird schon seit langer Zeit als Heilpflanze geschätzt. Besonders seine Senföle sind für die typische Schärfe verantwortlich und werden traditionell mit einer schleimlösenden Wirkung in Verbindung gebracht. Auch die Zubereitung eines Hustensafts aus schwarzem Rettich mit Zucker oder Honig ist seit Generationen überliefert.
Das Prinzip ist einfach: Der Zucker zieht Flüssigkeit aus dem Rettich. Der dabei entstehende Saft sammelt sich unter der Knolle im Glas.
So wird der Rettichsaft hergestellt
Das braucht Ihr:
- 1 großen schwarzen Winterrettich
- etwa 3 bis 4 Esslöffel braunen oder weißen Kandiszucker – alternativ Honig
- 1 langen Holzspieß, beispielsweise einen Schaschlikspieß
- 1 sauberes Glas zum Auffangen
Und so geht’s:
- Den Rettich gründlich waschen und abbürsten. Schälen ist nicht notwendig.
- Oben einen Deckel abschneiden und beiseitelegen.
- Den Rettich mit einem Löffel vorsichtig aushöhlen. Die Wände sollten etwa 1 bis 2 Zentimeter dick bleiben.
- Mit dem Holzspieß ein kleines Loch von der Höhlung aus komplett durch den Boden stechen.
- Den Rettich so auf das Glas setzen, dass das Loch über der Öffnung liegt.
- Die Höhlung mit Kandiszucker oder Honig füllen und den Deckel wieder aufsetzen.
- Nun heißt es warten: Nach einigen Stunden beginnt der süße Rettichsaft durch das Loch in das Glas zu tropfen.
Der fertige Saft sollte sauber aufgefangen und im Kühlschrank aufbewahrt werden. Da es sich um ein selbst hergestelltes Naturprodukt ohne Konservierungsstoffe handelt, sollte er nicht über längere Zeit aufbewahrt werden. Das ausgehöhlte Rettichfleisch muss übrigens ebenfalls nicht im Abfall landen. Fein geraspelt lässt es sich beispielsweise als Rettichsalat weiterverwenden.
Wichtig: Der Rettichsaft ist ein traditionelles Hausmittel und ersetzt keine medizinische Behandlung. Bei starkem oder länger anhaltendem Husten sollte die Ursache ärztlich abgeklärt werden. Übrigens: Schwarzer Rettich kann noch mehr. Die Knolle enthält unter anderem Vitamin C sowie weitere Vitamine und Mineralstoffe und gilt deshalb auch unabhängig vom traditionellen Einsatz bei Husten als gesundes Wintergemüse.
Und jetzt sind wir gespannt: Habt Ihr das Hausmittel schon einmal selbst ausprobiert?
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild: Fotomontage: Karin Wunsam)


0 Kommentare