Rosenheim – Mecki-Igel, Emaille-Töpfe und alte Gemälde, Autogrammkarten, Kleidung, Bücher, Schmuck und viele mehr: Beim Antik- und Trödelmarkt in der Rosenheimer Innenstadt gab es am gestrigen Samstag (15. August) wieder einiges zu entdecken. Trotz der hohen Temperaturen kamen viele Besucher zum Stöbern, Schauen und Kaufen. Rund 150 Händler waren mit ihren Ständen dabei.
Trotz hoher Temperaturen war der Andrang wieder groß beim Antik- und Trödelmarkt in der Rosenheimer Innenstadt. Fotos: Copyright Innpuls.me
Heiß war es, doch das hielt die Besucher nicht davon ab, zwischen den Ständen auf Entdeckungstour zu gehen. Auf dem Max-Josefs-Platz, dem Ludwigsplatz, in der Heilig-Geist-Straße und rund um die St.-Nikolaus-Kirche wurde geschaut, gefragt, gehandelt und so manches Stück genauer unter die Lupe genommen.
Veranstalter Harry Volkwein zeigte sich mit dem Verlauf zufrieden. „Von der Stimmung her und der Besucherzahl passt es wieder super“, freute er sich. Einen kleinen Wermutstropfen gab es allerdings: Einige Händler, die in den vergangenen Jahren immer wieder gerne dabei waren und auch für diesmal zugesagt hatten, kamen dann überraschend doch nicht.
Hohe Spritkosten und große Hitze
Über die Gründe für ihr Ausbleiben konnte auch Volkwein nur spekulieren. Gerade für Händler, die weite Strecken zurücklegen, seien die gestiegenen Spritkosten inzwischen ein Problem. „Wenn sie mehr ausgeben müssen, als sie einnehmen können, wird es natürlich schwierig“, meinte er. Dazu komme die Hitze, die ebenfalls dazu beigetragen haben dürfte, dass diesmal einige Plätze frei blieben.
Generell sei das Interesse der Händler an dem Rosenheimer Antik- und Trödelmarkt aber weiterhin groß. Vor jedem Markt schreibt Volkwein rund 800 Händler an, um sie an den Termin in Rosenheim zu erinnern. Gut 150 folgten seinem Ruf diesmal und bauten ihre Stände in der Innenstadt auf.
Wie in einem Spielzeugmuseum – beim Besuch des Verkaufsstands von Roland aus Lindau kamen bei so manchen Besucher Erinnerungen an die Kindheit auf.
Einer von ihnen ist Roland aus Lindau am Bodensee. Er gehört zu den Händlern, die gerne wieder nach Rosenheim kommen. „Es gibt nur ein paar Antikmärkte, bei denen ich mitmache, und Rosenheim gehört dazu, weil die Stimmung hier so gut ist“, erzählte er.
Ein Stand wie ein kleines Spielzeugmuseum
Wer an seinem Stand stehen blieb, fühlte sich fast wie in einem kleinen Spielzeugmuseum. Dort gab es ausschließlich antikes Spielzeug zu sehen: Mecki-Igel, Pumuckl, alte Baukästen und Spielzeugautos. Vieles davon war in erstaunlich gutem Zustand.
Das liegt daran, dass die Stücke aus Rolands Familie stammen. „Meine Oma hat das alles feinsäuberlich verpackt und aufbewahrt“, erzählte er. Seine Großmutter betrieb einst einen Krämerladen. Auch aus dieser Zeit fanden sich Erinnerungsstücke auf dem Verkaufstisch – darunter alte Blechdosen aus dem Laden. Zwei große Mecki-Figuren, die Roland heute zum Verkauf anbietet, standen einst sogar im Schaufenster seiner Oma.
Als die Großmutter im Alter von 101 Jahren starb, stellte sich für die Familie die Frage, was mit dem gesamten Spielzeug und den anderen gesammelten Dingen geschehen sollte. Gemeinsam habe man schließlich entschieden, dass es Zeit sei, die Sachen weiterzugeben – an neue Besitzer, die daran ebenso viel Freude haben können wie einst seine Familie.
Vom alten Geldbeutel bis zum Emaille-Topf
Das Interesse an Rolands Stand war groß. Doch auch an vielen anderen Ständen herrschte immer wieder Andrang. Die Besucher kamen nicht nur zum Schauen. So manches Fundstück wechselte an diesem Tag den Besitzer.
„Ich habe zwar nicht konkret danach gesucht, habe aber dennoch etwas gefunden – einen neuen alten Geldbeutel“, erzählte eine Besucherin. Kaum hatte sie das gute Stück erstanden, sortierte sie ihr Geld schon einmal in ihr neues altes Portemonnaie um. Eine andere Besucherin ging mit alten Emaille-Töpfen nach Hause. Zum Kochen sollen sie dort allerdings nicht mehr zum Einsatz kommen. „Kochen werde ich damit wohl nicht, aber sie sind eine schöne Deko für meinen neuen Wintergarten“, freute sie sich.
Genau solche Dinge machen für Harry Volkwein einen Teil des Erfolgs des Rosenheimer Antik- und Trödelmarkts aus. Denn gesucht seien heute weniger die ganz teuren Sammlerstücke, sondern schöne alte Dinge, die sich auch zu erschwinglichen Preisen finden lassen.
„Hochpreisige Antikwaren lassen sich nicht mehr so gut verkaufen. Und es gibt auch immer weniger Sammler, beispielsweise von Uhren“, stellte Volkwein fest. Das Interesse an alten Dingen sei aber keineswegs verschwunden. „An alten schönen Dingen, die man sich leisten kann, haben die Leute nach wie vor großes Interesse.“
Und so dürften auch diesmal wieder zahlreiche Dinge, die lange Zeit in Schränken, Schubladen, auf Dachböden oder in Familienbesitz aufbewahrt wurden, ein neues Zuhause gefunden haben.
(Quelle: Artikel Karin Wunsam / Beitragsbild, Foto: Josefa Staudhammer und Karin Wunam)










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