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LBV appelliert: „Bergseen sind keine Freizeitparks“

Bergsee. Foto: LBV

Karin Wunsam

Schreibt immer schon leidenschaftlich gern. Ihre journalistischen Wurzeln liegen beim OVB-Medienhaus. Mit der Geburt ihrer drei Kinder verabschiedete sie sich nach gut 10 Jahren von ihrer Festanstellung als Redakteurin und arbeitet seitdem freiberuflich für die verschiedensten Medien-Unternehmen in der Region Rosenheim.

23. August 2026

Lesezeit: 2 Minute(n)

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Allgäu / Bayern – Bergseen wie der Schrecksee und die Gaisalpseen ziehen im Sommer viele Besucher an. Bilder und Videos in sozialen Medien haben die Bekanntheit einzelner Ziele zusätzlich gesteigert. Der Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV) sieht dadurch sensible Lebensräume zunehmend unter Druck und appelliert an Besucher, Rücksicht auf Natur und Tiere zu nehmen.

„Soziale Medien können Menschen für unsere beeindruckende Bergnatur begeistern. Wenn aber immer mehr Menschen für dasselbe Fotomotiv denselben sensiblen Ort aufsuchen, braucht es umso mehr Rücksicht“, erklärt LBV-Gebietsbetreuer Felix Steinmeyer. Viele Bergseen der Allgäuer Hochalpen liegen in einer Landschaft, in der Pflanzen und Tiere unter besonderen Bedingungen leben. Die Gewässer und angrenzenden Alpweiden sind laut LBV häufig nährstoffarm. Gerade dadurch könnten sich dort spezialisierte Arten behaupten.

Trampelpfade und Müll belasten die Natur

Nach Angaben des Naturschutzverbands entstehen an stark besuchten Orten neben den eigentlichen Wegen immer wieder Trampelpfade. Pflanzen würden niedergetreten und Wildtiere zögen sich aus stark genutzten Bereichen zurück. Auch zurückgelassene Essensreste und Abfälle seien ein Problem. „Eine einzelne Person hinterlässt vielleicht kaum sichtbare Spuren. Wenn aber jeden Tag Hunderte denselben Weg abkürzen oder am selben Ufer sitzen, wird daraus schnell ein echtes Problem“, erklärt Steinmeyer.

Der LBV-Gebietsbetreuer erinnert deshalb an eine einfache Regel: „Am Berg gilt deshalb eine einfache Regel: Was ich hinauftrage, nehme ich auch wieder mit hinunter. Das gilt vom Müsliriegelpapier bis zum Taschentuch“, sagt Steinmeyer.

LBV rät vom Baden in Bergseen ab

Auch das Baden in Bergseen sieht der LBV kritisch. Nach Angaben des Verbands können unter anderem Rückstände von Sonnenschutzmitteln ins Wasser gelangen. Bestimmte chemische UV-Filter könnten Wasserorganismen beeinträchtigen. Beim Ein- und Aussteigen würden zudem empfindliche Uferbereiche belastet. „Ein Bergsee ist kein Schwimmbad. Wer sich abkühlen möchte, sollte für den Badetag ein dafür geeignetes Gewässer wählen. Es gibt auch im Allgäu genügend natürliche Seen und Baggerseen, an denen eine Abkühlung ohne Schaden für die Natur möglich ist“, so Steinmeyer.

Der Verband nennt vier Regeln, die Besucher beachten sollten: nicht am Bergsee zelten oder übernachten, den eigenen Müll vollständig wieder mitnehmen, auf den vorhandenen Wegen bleiben und keine Drohne einsetzen.

LBV fordert auch Behörden zum Handeln auf

Der Naturschutzverband sieht nicht nur die Besucher in der Verantwortung. Auch die zuständigen Behörden müssten bei stark überlasteten Orten konsequent handeln. Kontrollen, eine klare Besucherlenkung und gut sichtbare Hinweise auf geltende Regeln könnten nach Ansicht des LBV dazu beitragen, besonders sensible Bereiche zu schützen. „Für ein schönes Bergerlebnis braucht es weder ein Zelt direkt am See noch eine Drohne über dem Wasser. Das beste Erinnerungsfoto entsteht dort, wo für das Bild keine Natur zu Schaden kommt“, betont Steinmeyer. Und er ergänzt: „Wir wollen, dass Menschen unsere Bergnatur erleben können. Aber dort, wo der Besucherdruck so groß wird, dass Schutzregeln regelmäßig missachtet und Lebensräume geschädigt werden, müssen die zuständigen Stellen handeln“, mahnt der LBV-Gebietsbetreuer.

Nach Ansicht des LBV betreffen die Auswirkungen des Besucherdrucks nicht nur Schrecksee und Gaisalpseen, sondern auch andere sensible Bergseen und alpine Lebensräume in Bayern.
(Quelle: Pressemitteilung LBV / Beitragsbild: Symbolfoto re)

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