Amerang / Landkreis Rosenheim – Kartoffeln aus dem Acker, selbst reiben und anschließend knusprige Reiberdatschi probieren: Im Freilichtmuseum Amerang wurde das Ferienprogramm für mehr als 80 Kinder zum echten Erlebnis. Auch in den kommenden Tagen können Familien ohne Anmeldung mitmachen – mit neuen kreativen Aktionen rund um Seil, Faden und die Schätze des Gartens.
Kartoffeln aus dem Museumsacker holen, waschen, schälen und anschließend selbst reiben: Für mehr als 80 Kinder wurde der Besuch im Freilichtmuseum Amerang in den Sommerferien zu einem besonderen Erlebnis. Beim offenen Mitmachprogramm konnten sie selbst Hand anlegen und gemeinsam mit ihren Familien traditionelle bayerische Reiberdatschi zubereiten.
Auf dem alten Holzofen im Vierseithof brutzelte Angela Schreier die Kartoffelpuffer knusprig und leicht gebräunt. Die Kinder verfolgten aufmerksam, wie aus den selbst geernteten Kartoffeln Schritt für Schritt eine bayerische Spezialität entstand.
„Ich finde diese Idee toll“, sagte Maria Hirsch. Sie war aus Tübingen mit ihren Töchtern Theresa, Sophie und Hanna angereist und besuchte mit ihren Eltern das Museum. „Ich bin in der Region aufgewachsen und war früher öfter da. Es ist großartig, dass hier Traditionen weitergegeben werden. Meine Kinder interessieren sich sehr für alte Sachen.“
Auch die elfjährige Theresa war mit Begeisterung dabei. Sie rieb die Kartoffeln fast wie ein Profi. „Es ist toll, dass man hier die alten Bauernhäuser anschauen kann. Und dass ich selbst Reiberdatschi mache. Ich habe das noch nie gemacht, und ich habe auch noch keine gegessen.“
Reiberdatschi-Rezept aus dem Freilichtmuseum
Angela Schreier verriet den Kindern auch, was in echte Reiberdatschi gehört: geriebene Kartoffeln, ein Ei, Salz und etwas Grieß. Wer möchte, kann das Rezept abwandeln. „Man kann aber auch geriebene Zucchini dazugeben, oder Gelbe Rüben. Dann werden es echte Gemüsepuffer.“
Auch der zweijährige Benedikt aus Teisendorf durfte die frisch zubereiteten Reiberdatschi probieren. Beim Kartoffelwaschen konnte er bereits mithelfen, zum Reiben war er allerdings noch zu klein.
„Aber ihm hat‘s gefallen“, erzählte seine Mutter Theresa. Sie war spontan zur Gruppe dazugestoßen. „Ich wusste gar nicht, dass es stattfindet. Es ist schön, dass man dann einfach so mitmachen kann.“
Ferienprogramm in Amerang ohne Anmeldung
Genau diese spontane Teilnahme ist Teil des Konzepts des diesjährigen Ferienprogramms im Freilichtmuseum Amerang. Museumsleiterin Claudia Richartz hat sich bewusst für ein offenes Angebot entschieden, das Familien ohne vorherige Anmeldung besuchen können.
„So können Familien die Angebote unkompliziert und spontan in ihre Ferienplanung integrieren. Das Konzept hat sich bewährt, wie die große Resonanz zeigt.“
Das Mitmachprogramm findet während der Ferien jeden Mittwoch von 11 bis 16 Uhr statt. Dabei gibt es jede Woche ein anderes Thema.
Am Mittwoch, 2. September, dreht sich unter dem Motto „Seil und Faden“ alles um kreative Handarbeiten. Kinder und Erwachsene können unter anderem Freundschaftsbändchen knüpfen, Seile herstellen oder ein eigenes Mini-Buch binden.
Zum Abschluss des Ferienprogramms werden am Mittwoch, 9. September, die Schätze des Gartens entdeckt. Beim Ernten im Krautgarten sowie beim Flower Hammering oder Blaudruck können kleine Kunstwerke aus Naturmaterialien entstehen.
Das Freilichtmuseum Amerang befindet sich am Hopfgarten 2 in 83123 Amerang. Informationen zum Ferienprogramm und zu weiteren Veranstaltungen gibt es unter www.flm-amerang.de sowie telefonisch unter 08075/915090.
(Quelle: Pressemitteilung FLM Amerang / Beitragsbild: Angela Schreier erklärt Maria Hirsch und ihren Töchtern Theresa, Sophie und Hanna das Rezept für die Reiberdatschi. Copyright Bezirk Oberbayern, FLM Amerang)


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