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Ein Knopfdruck zur Security: Neues Sicherheitskonzept fürs Rosenheimer Herbstfest

Tilman Rumland hat SafeNow entwickelt. Foto. Josefa Staudhammer

Karin Wunsam

Schreibt immer schon leidenschaftlich gern. Ihre journalistischen Wurzeln liegen beim OVB-Medienhaus. Mit der Geburt ihrer drei Kinder verabschiedete sie sich nach gut 10 Jahren von ihrer Festanstellung als Redakteurin und arbeitet seitdem freiberuflich für die verschiedensten Medien-Unternehmen in der Region Rosenheim.

28. August 2026

Lesezeit: 3 Minute(n)

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Rosenheim – Wenn sich jemand auf einem Volksfest bedrängt fühlt oder eine Situation unangenehm wird, ist Hilfe nicht immer sofort in Sichtweite. Genau hier setzt ein neues Sicherheitskonzept an, das beim Rosenheimer Herbstfest in diesem Jahr erstmals auf dem gesamten Festgelände zum Einsatz kommt: Mit einem Knopfdruck über die App SafeNow können Besucher und Mitarbeiter die Security alarmieren.

Vorgestellt wurde das Konzept bei der traditionellen Wiesn-Pressekonferenz im Glückshafen auf der Loretowiese. Die WV-Veranstaltungs GmbH hat dafür eine auf drei Jahre angelegte Kooperation mit der SafeNow GmbH geschlossen.

Die Idee entstand nach einem persönlichen Erlebnis

Entwickelt wurde SafeNow vom Münchner Unternehmer Tilman Rumland. Die Idee dazu entstand nach einem persönlichen Erlebnis: Eine damalige Freundin von ihm wurde in einem Nachtclub von einem Mann verfolgt und sexuell bedrängt. Sicherheitspersonal war zwar vor Ort, bekam die Situation aber nicht rechtzeitig mit.
Rumland wollte deshalb eine Möglichkeit schaffen, mit der Menschen in einer solchen Situation schnell und möglichst unauffällig Hilfe anfordern können. Daraus entstand die SafeNow-App.

Das Prinzip: Über einen Button auf dem Smartphone wird ein Alarm ausgelöst. In einer sogenannten SafeNow Zone erhält das zuständige Sicherheitspersonal die Meldung und den Standort der Person und kann sich dorthin auf den Weg machen.

Vom Fahrgeschäft bis ins Festzelt

Beim Rosenheimer Herbstfest wird in diesem Jahr nach Angaben des Veranstalters erstmals das gesamte Festgelände zur SafeNow Zone. Dazu gehören die Fahrgeschäfte ebenso wie die Festzelte und Festhallen von Flötzinger, Tatzlwurm, Auerbräu, Johan Auer, Proseccostadel und Franz am Wiesntor.

Für die Besucher bedeutet das: Wer sich unwohl fühlt oder Unterstützung durch die Security benötigt, kann über die kostenlose App einen Alarm auslösen. Statt selbst einen Sicherheitsmitarbeiter suchen zu müssen, wird dieser gezielt zu der betreffenden Stelle gerufen.

Für medizinische Notfälle oder akute Gefahren bleiben Polizei und Rettungsdienst zuständig. SafeNow ist als zusätzliche Möglichkeit gedacht, das Sicherheitspersonal des Herbstfestes zu erreichen.

Auch die Bedienungen werden eingewiesen

Nicht nur die Besucher sollen die Funktion nutzen können. Auch die Bedienungen in den Festzelten werden in die App eingewiesen.
Das kann beispielsweise dann hilfreich sein, wenn ein Gast aggressiv wird, einer Bedienung zu nahe kommt oder sich eine Situation unangenehm entwickelt. Die Mitarbeiterin oder der Mitarbeiter muss dann nicht erst selbst nach der Security suchen, sondern kann den Alarm auslösen.

Dabei geht es auch um den Selbstschutz der Beschäftigten. Die Security soll bereits dann hinzugezogen werden können, wenn eine Situation aus Sicht des Mitarbeiters oder der Mitarbeiterin problematisch wird – und nicht erst, wenn tatsächlich etwas passiert ist.

Was ist mit Fehlalarmen?

Bei der Vorstellung des Konzepts kam auch die Frage auf, was passiert, wenn Besucher den Knopf ohne Grund oder aus Spaß drücken. Rumland sieht darin nach eigenen Angaben kein großes Problem. Mit Missbrauch habe man bislang keine Schwierigkeiten gehabt. Die Security sei ohnehin auf dem Gelände unterwegs. Wenn sie aufgrund eines Alarms zu einer Stelle gehe und dort keinen weiteren Handlungsbedarf feststelle, sei das aus seiner Sicht kein Problem. Seine Haltung: Lieber einmal zu viel nachschauen, als einmal zu wenig und dadurch passiert etwas.

Wie häufig die Funktion beim Rosenheimer Herbstfest tatsächlich genutzt wird und wie sich das System im laufenden Festbetrieb bewährt, wird sich allerdings erst zeigen.

Auch Freunde und Familie können alarmiert werden

SafeNow lässt sich auch außerhalb einer SafeNow Zone nutzen. Über eine Gruppenfunktion können Nutzer Familie, Freunde oder Kollegen hinterlegen. Wird ein Alarm ausgelöst, erhalten die ausgewählten Kontakte eine Benachrichtigung und können den Standort sehen.

Nach Angaben des Anbieters wird die App inzwischen von mehr als einer Million Menschen weltweit genutzt. SafeNow kommt unter anderem bei Veranstaltungen, in Stadien und Unternehmen zum Einsatz. Auch auf dem Münchner Oktoberfest gibt es bereits SafeNow-Zonen.
Beim Rosenheimer Herbstfest ist nun das komplette Festgelände einbezogen. Die Kooperation zwischen der WV-Veranstaltungs GmbH und SafeNow ist zunächst auf drei Jahre angelegt.

Ob der digitale Hilferuf für die Besucher und Beschäftigten tatsächlich zu einem häufig genutzten Instrument wird, dürfte sich im Laufe des Herbstfestes zeigen.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild: Josefa Staudhammer)

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