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Herbstfesteinzug, Rosenheim, 1958

Rosenheimer Herbstfesteinzug 1958. Foto: Archiv Herbert Borrmann

Karin Wunsam

Schreibt immer schon leidenschaftlich gern. Ihre journalistischen Wurzeln liegen beim OVB-Medienhaus. Mit der Geburt ihrer drei Kinder verabschiedete sie sich nach gut 10 Jahren von ihrer Festanstellung als Redakteurin und arbeitet seitdem freiberuflich für die verschiedensten Medien-Unternehmen in der Region Rosenheim.

29. August 2026

Lesezeit: 2 Minute(n)

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Rosenheim – Unsere fotografische Zeitreise geht heute zurück in das Jahr 1958. Auf unserer historischen Aufnahme sehen wir den Herbstfesteinzug.

Entstanden ist das Foto am Rosenheimer Ludwigsplatz. Im Mittelpunkt steht der Motivwagen von Auerbräu mit dem damaligen Markenzeichen der Brauerei, dem Auerhahn. Wie heute säumten zahlreiche Menschen die Straßen und warteten auf den Einzug zur Rosenheimer Wiesn.
Beim Blick auf die Zuschauer fällt aber etwas anderes auf: Tracht ist kaum zu sehen. Lederhosen und Dirndl, die heute für viele ganz selbstverständlich zum Herbstfest gehören, waren damals im Stadtbild noch längst nicht so verbreitet. Die Aufnahme vermittelt damit auch einen Eindruck davon, wie sehr sich das Erscheinungsbild des Festes und seiner Besucher in den vergangenen Jahrzehnten verändert hat.

Das Herbstfest selbst war 1958 deutlich kleiner als heute. Die beiden großen Rosenheimer Brauereien waren aber bereits mit ihren Festzelten vertreten: Im Flötzinger-Zelt wurde ausgeschenkt, ebenso in der AuerBräu-Festhalle. Auch die Dreder Musi gehörte schon damals zum Festprogramm und spielte im Flötzinger-Zelt.
Ein vertrautes Symbol der Rosenheimer Wiesn war ebenfalls bereits präsent: Der Wiesntrommler. Er war 1951 entworfen worden und prägte schon in den 1950er-Jahren Plakate und Fahnen rund um das Herbstfest.

Auch bei den Fahrgeschäften ging es damals noch wesentlich beschaulicher zu. Zu den beliebten Attraktionen der 1950er-Jahre gehörten unter anderem der „Toboggan“, eine große Holzrutsche, sowie Martins Eisenbahnanlage. Dazu kamen klassische Schaustellerbuden, Karussells und Schiffsschaukeln auf der Loretowiese.

Für die Besucher dürfte das Herbstfest 1958 damit ein großes Ereignis gewesen sein – auch wenn die Dimensionen mit der heutigen Wiesn kaum vergleichbar sind. Weniger Fahrgeschäfte, weniger Buden und insgesamt ein kleinerer Festbetrieb prägten das Bild. Dafür standen die Rosenheimer und ihre Besucher dicht gedrängt am Straßenrand, um den Einzug zu sehen.
Und vielleicht ist gerade dieser Blick auf die Zuschauer besonders interessant: Die Menschen stehen dort wie heute voller Erwartung am Straßenrand – nur die Kleidung, die Wagen und das Fest selbst erzählen von einer anderen Zeit.

Erkennt Ihr auf dem Foto vielleicht noch jemanden oder erinnert Ihr Euch an Geschichten vom Rosenheimer Herbstfest aus dieser Zeit?
(Quelle: Beitragsbild: Archiv Herbert Borrmann / Artikel: Karin Wunsam)

1 Kommentar

  1. Wie schön und wie lange ist es doch her! 😀
    Der Kreisel am Ludwigsplatz trug seinen Namen noch zu recht! Er war immer reich bepflanzt und ein Pferdefuhrwerk konnte ihn mühelos umkreisen. ( beim heutigen braucht es eher ein Bobbycar)
    Die Frauen tragen alle Rock und Bluse, gelegentlich auch ein Kleid. Das war ihre „gute “ Sonntagskleidung. Das Dirndl gehörte doch eher noch zu den Dienstmägden, deren Alltagskleidung es eben war.
    Auch die Fahrgeschäfte waren weniger an der Zahl, doch für uns Kinder immer noch genug, wenn das Taschengeld gereicht hat.
    Für Verköstigung wurde ebenfalls gut gesorgt, nur eben alles in Maßen und nicht in Massen!
    Und am Glückshafen stand auch damals bereits auf meinen Losen “ Besten Dank, Städtisches Waisenhaus „.
    Eine schöne Zeit, für manche Jugendliche heute fast unvorstellbar!

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