Rosenheim – Wenn auf der Wiesn plötzlich die Schuhsohle abhandenkommt, ist guter Rat teuer – oder man hat Glück und trifft auf hilfsbereite Polizisten. Am zweiten Herbstfesttag wurde die Rosenheimer Wiesnwache kurzerhand zur Schuhmacherei. Mit Klebeband wurde ein kaputtes Schuhwerk notdürftig wieder zusammengeflickt. Ob die Eigenkonstruktion bis nach Hause hielt, ist allerdings nicht bekannt.
So sieht das Notfall-Schuhreperaturset auf der Wiesnwache aus: Klebeband und handwerkliches Geschick. 👮♂️😉👍Fotomontage: Copyright Polizeiinspektion Rosenheim
Ein Wiesnbesucher war hilfesuchend bei den Beamten erschienen und präsentierte seine abgerissene Schuhsohle. Schuhmacher-Fachwissen war bei der Wiesnwache allerdings ebenso wenig vorhanden wie geeignetes Reparaturwerkzeug. Also wurde das polizeiinterne „Notfallschuhreparaturprogramm“ aktiviert: Klebeband ringsherum, gut und fest angedrückt – fertig war das gute Stück.
Ein Meisterstück sei dabei zwar nicht entstanden, schreibt die Polizei mit einem Augenzwinkern. Für den Wiesnbesucher reichte die Reparatur aber offenbar zunächst aus. Er wollte noch ein Fahrgeschäft besuchen und anschließend ohnehin nach Hause gehen.
Neun Autos abgeschleppt
Ansonsten zieht die Rosenheimer Polizei nach dem zweiten Wiesntag am Sonntag (30. August) eine positive Bilanz. Die Stimmung auf dem Festplatz und in den Festzelten sei friedlich und fröhlich gewesen. Auch einige wenige Störenfriede hätten daran nichts Wesentliches ändern können. Bei sonnigem und warmem Wetter war das Herbstfest bereits zur Mittagszeit gut besucht, am Nachmittag kamen vor allem viele Familien.
Ein Schwerpunkt der polizeilichen und kommunalen Verkehrsüberwachung waren erneut Rettungswege und Behindertenparkplätze. Wie schon am Eröffnungstag mussten verbotswidrig abgestellte Fahrzeuge abgeschleppt werden.
Neun Verkehrsteilnehmer erlebten deshalb bei der Rückkehr zu ihrem Pkw eine Überraschung: Das Auto war verschwunden. Allerdings nicht spurlos, sondern am berühmten Abschlepphaken. Neben einem Verwarnungsgeld kommen für die Falschparker auch Abschleppkosten hinzu. Insgesamt rund 400 Euro werden dafür fällig.
Fahrrad als Karussell-Deko
Kurz nach Betriebsende sorgte ein 23-jähriger Rosenheimer noch für einen ungewöhnlichen Einsatz. Er ging an einem Kettenkarussell vorbei und schob dabei sein Fahrrad neben sich her. Plötzlich hob er den Drahtesel hoch und warf ihn in hohem Bogen gegen das Fahrgeschäft. Dort blieb das Fahrrad auf einer Trittfläche liegen. Als Deko machte es sich dort allerdings eher mäßig – und als Mitfahrgelegenheit war es ebenfalls nicht gedacht.
Der Grund für die ungewöhnliche Aktion könnte zumindest teilweise im Alkohol gelegen haben: Der 23-Jährige hatte mehr als 1,50 Promille. Die Wiesnwache stellte eine Anzeige wegen Sachbeschädigung aus und sprach ein Wiesnverbot aus.
„Da bin ich wieder“
Wenig Freude bereitete der Wiesnwache auch das erneute Treffen mit einem 23-jährigen Österreicher aus Hochfilzen. Gegen 22.30 Uhr trafen die Beamten wieder auf den Mann, den sie bereits gut eine Stunde zuvor kennengelernt hatten.
Der alkoholisierte 23-Jährige hatte zuvor wiederholt versucht, in einen Zeltbetrieb zu gelangen. Der Zutritt war ihm jedoch verwehrt worden. Die Wiesnwache verwies ihn vom Festplatz und gab ihm den Rat, nun doch lieber nach Hause zu fahren.
Der gut gemeinte Tipp blieb allerdings unbeachtet. Statt nach Hause zu gehen, tauchte der Mann erneut auf dem Festgelände auf. Diesmal gab es für ihn den „Check-In“ im „Hotel“ Polizei-Rosenheim. Mit rund drei Promille durfte der 23-Jährige dort seinen „Rausch“ ausschlafen.
(Quelle: Pressemitteilung Polizeiinspektion Rosenheim / Beitragsbild: Symbolfoto re)



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