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Vom Petersberg verschwunden, in Aising schwer verletzt gefunden: Wanderkater Bari braucht Hilfe

Wanderkater Bari. Fotomontage: Copyright Marion Protzek

Karin Wunsam

Schreibt immer schon leidenschaftlich gern. Ihre journalistischen Wurzeln liegen beim OVB-Medienhaus. Mit der Geburt ihrer drei Kinder verabschiedete sie sich nach gut 10 Jahren von ihrer Festanstellung als Redakteurin und arbeitet seitdem freiberuflich für die verschiedensten Medien-Unternehmen in der Region Rosenheim.

9. September 2026

Lesezeit: 4 Minute(n)

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Flintsbach / Landkreis Rosenheim – Wanderkater Bari, der vielen Wanderern rund um den Petersberg (Landkreis Rosenheim) bekannt ist, ist nach wochenlangem Verschwinden schwer verletzt in Aising wiedergefunden worden. Wie der siebenjährige Kater mehr als 15 Kilometer von seinem Zuhause entfernt landete, ist bislang ein Rätsel. Fest steht: Bari hat überlebt, kämpft sich derzeit zurück auf die Beine und ist für seine weitere Behandlung auf Hilfe angewiesen.

Für viele Wanderer am Petersberg ein treuer Begleiter und eine gute Seele. Foto: Copyright Marion Protzek

Seit rund fünf oder sechs Jahren gehört der rotgetigerte Kater für viele Wanderer zum Weg auf den Petersberg einfach dazu. Sein Zuhause hat er in Flintsbach, direkt neben der Burg. Von dort aus zog es ihn regelmäßig hinauf zum Petersberg und manchmal sogar noch weiter bis zur Asten. Auch beim Berggasthaus Petersberg war Bari längst ein vertrauter Gast und wurde von den Wirtsleuten Nina und Mike ebenso ins Herz geschlossen wie von vielen Besuchern.

Bari, Burli, Simba oder Peter

Sein eigentlicher Name ist Bari. Beim Bauern am Berg wurde er irgendwann Burli genannt, die Buben tauften ihn Simba und später kam noch Peter dazu. „Also Peter Simba“, erzählt Nina im Gespräch mit Innpuls.me. Beim Berggasthaus war der Kater praktisch überall anzutreffen – auf dem Fensterbrett, in der Wirtsstube und auch in den privaten Räumen der Wirtsleute.

Auch für viele Wanderer war Bari ein vertrauter Begleiter. Die Brannenburgerin Marion begegnete ihm bei ihren Touren immer wieder, manchmal lief er sogar ein Stück mit. „Manchmal ist er sogar mit mir bis zur Asten hoch. Er ist wirklich ein treuer Wegbegleiter am Berg“, erzählt sie im Gespräch mit Innpuls.me.

Von einem Tag auf den anderen verschwunden

Irgendwann im Juni 2026 war plötzlich Schluss mit den gemeinsamen Bergtouren. Bari tauchte nicht mehr auf – weder am Petersberg noch beim Bauern am Berg oder beim Berggasthaus. Für seine Besitzer und die Wirtsleute war das besonders ungewöhnlich, denn länger als eine Woche war der Kater bisher nie weg. Irgendwo wurde er immer gesehen.
Diesmal blieb jede Spur aus. Niemand wusste, was passiert war, und auch Marion machte sich zunehmend Sorgen. „Auch ich befürchtete, dass ihm irgendetwas Schlimmes passiert sein muss“, erzählt sie.

Ein kleines Wunder in Aising

Dann kam am 23. August die Nachricht, die für alle, die Bari kennen, einem kleinen Wunder gleichkam: Der Wanderkater war wiedergefunden worden.
Doch nicht am Petersberg und auch nicht in Flintsbach. Bari lag schwer verletzt in Aising, mehr als 15 Kilometer von seinem Zuhause entfernt, am Straßenrand. Er wurde in eine Tierklinik gebracht – und dort sorgte schließlich sein Chip für die Gewissheit: Der verletzte Kater ist tatsächlich Bari.
Nach Wochen der Ungewissheit war damit zumindest klar, dass der kleine Kerl noch lebt. Gleichzeitig war die Freude von großer Sorge begleitet, denn Bari hatte schwere Verletzungen erlitten.

Wie er nach Aising gekommen ist, bleibt bis heute ein Rätsel. Ist er vielleicht unbemerkt in ein Auto gestiegen und mitgefahren? Wurde er von Menschen mitgenommen und später wieder ausgesetzt? Oder ist er irgendwo aus einem Fahrzeug entkommen? Eine Antwort darauf gibt es bislang nicht.

Fest steht nur, dass Bari als Bergkater den Straßenverkehr kaum gekannt haben dürfte. Für Marion ist deshalb nachvollziehbar, dass die Situation in Aising für ihn gefährlich wurde. „Auf alle Fälle ist klar, dass er mit dem Autoverkehr bisher überhaupt noch keine Erfahrung hatte. Er ist ja ein Bergkater. Darum ist es leider kein Wunder, dass es dann in Aising zu diesem Unfall gekommen ist“, sagt sie traurig.

Zutraulich heißt nicht herrenlos

Baris Geschichte ist deshalb auch eine Warnung an Wanderer und Spaziergänger: Eine zutrauliche Katze, die Menschen ein Stück begleitet, ist nicht automatisch herrenlos. Gerade Freigänger können sich an bestimmten Orten aufhalten oder Wanderer über ein Stück Weg begleiten, obwohl sie ein Zuhause haben.
Eine Katze sollte deshalb nicht einfach von ihrem vertrauten Umfeld mitgenommen oder in ein Auto gesetzt werden. Wer unsicher ist, ob ein Tier Hilfe braucht, sollte zunächst versuchen, den Besitzer ausfindig zu machen oder sich an eine Tierarztpraxis, ein Tierheim oder eine andere geeignete Stelle wenden.

Bari kämpft sich zurück

Bari kämpft sich jetzt tapfer zurück ins Leben. Inzwischen ist er zwar schon wieder auf den Beinen, allerdings zunächst nur auf drei. Die Behandlung und Pflege seiner schweren Verletzungen werden deshalb noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Auch Tierphysiotherapie soll ihm helfen, wieder vollständig auf die Beine zu kommen.

Die Kosten belaufen sich bereits jetzt auf mehrere Tausend Euro. Auf der Internetseite des Berggasthauses ist derzeit ein Foto von Bari zu sehen. Mit bandagierter Pfote und Halskrause,. Dazu haben Nina und Mike geschrieben: „Das Leben ist eine wunderbare Wanderkarte….und manchmal braucht es Freunde, wenn der Weg schwer wird.“

🐾 Benefizaktion für Wanderkater Bari

Wann? Samstag, 12. September 2026, ab 15 Uhr
Berggasthaus Petersberg

Die Benefizveranstaltung soll helfen, die bereits aufgelaufenen Kosten für Baris Behandlung, Pflege und Tierphysiotherapie zu finanzieren. Die Besucher erwartet unter anderem Leckeres vom Grill. Für die Kinder läuft passend zum Thema der Disney-Film „Der gestiefelte Kater“.🐈‍⬛

Und genau diese Freunde braucht Bari jetzt. Denn er soll wieder selbstständig und frei unterwegs sein können – möglichst irgendwann auch wieder auf seinem geliebten Petersberg. Dort wird der kleine rotgetigerte Kater von seinen Besitzern, Nina und Mike und vielen Wanderern bereits sehnsüchtig zurückerwartet. Für seine Behandlung, Pflege und die notwendige Tierphysiotherapie organisieren die Wirtsleute deshalb jetzt sogar eine Benefizaktion am Samstag, 12. September ab 15 Uhr. Wer da keine Zeit hat, aber spenden will. Kontakt ist möglich über die Internetseite der Wirtsleute vom Petersberg. Für sie steht auf alle fest, dem Kater muss geholfen werden, denn: „Er ist ein Wanderer, wie viele von Euch“.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild, Foto: Copyright Marion Protzek)

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