Rosenheim – Für viele gehört es einfach nach wie vor zum Rosenheimer Herbstfest dazu: das große Brillantfeuerwerk. Auch wenn Feuerwerke inzwischen kontrovers diskutiert werden, war die Wiesn am Donnerstagabend wieder bestens besucht. Kurz nach 21 Uhr wurde es dann am Himmel bunt. Das Wetter spielte mit – und so war das Feuerwerk weithin über Rosenheim zu sehen.
Mehr als eine Viertelstunde lang leuchtete der Himmel über dem Herbstfest in immer neuen Farben und Formen. Goldene und silberne Schweife zogen ihre Bahnen, funkelnde Palmen und knisternde Effekte sorgten für lautere Momente. Dazwischen schwebten die sogenannten „Falling Leaves“ langsam nach unten. Dazu kamen immer wieder farbenprächtige Kombinationen, die den Nachthimmel über der Wiesn in ein glitzerndes Lichtermeer verwandelten.
Subjektiv hatten wir dabei den Eindruck, dass es in diesem Jahr wieder etwas mehr laute Donnerschläge gab als im vergangenen Jahr. Ganz verschwunden ist der Lärm also auch beim Rosenheimer Brillantfeuerwerk nicht.
Seit 2024 mit weniger Lärm
Denn das Feuerwerk steht inzwischen auch im Spannungsfeld zwischen Tradition und der Kritik an Lärm und Auswirkungen auf Umwelt und Tiere. Der Wirtschaftliche Verband der Stadt und des Landkreises Rosenheim hat deshalb bereits 2024 reagiert und das Brillantfeuerwerk auf eine lärmreduzierte Variante umgestellt.
Dabei wurde vor allem auf leisere Effekte gesetzt. Auch 3D-Herzen und, „Planeten“ und Wasserfälle aus Licht gehören zu den Elementen der Show. Auf den früher üblichen großen Schlussknall wird inzwischen verzichtet.
Ganz ohne lauten Knall geht es allerdings nicht. Zu Beginn gibt es weiterhin eine sogenannte Blitzbombe. Sie soll den Besuchern in den Festzelten signalisieren, dass das Feuerwerk beginnt und sich der Blick nach draußen lohnt.
Auch Alternativen wie Laser- oder Drohnenshows wurden bereits diskutiert. Bislang konnten diese den Veranstalter jedoch offenbar noch nicht vollständig überzeugen. Das Brillantfeuerwerk wird deshalb weiterhin mit echten Raketen in den Rosenheimer Nachthimmel geschossen.
Eine Tradition seit 1861
Und diese Tradition reicht weit zurück. Bereits beim ersten Rosenheimer Volksfest im Jahr 1861 war ein großes Feuerwerk angekündigt. Damals wurde das Fest noch als „landwirtschaftliches Bezirksfest mit Industrieschau“ bezeichnet. Allerdings fiel die geplante Premiere ins Wasser – im wahrsten Sinne des Wortes. Heftiger Regen machte dem Feuerwerk einen Strich durch die Rechnung, die Veranstaltung wurde abgesagt.
In den ersten Jahrzehnten fand das Rosenheimer Volksfest zudem noch nicht jedes Jahr statt. Es dauerte deshalb einige Zeit, bis sich das Fest und damit auch das Brillantfeuerwerk zu einer festen jährlichen Tradition entwickelten.
Heute gehört das Feuerwerk für viele Besucher nach wie vor zu den besonderen Momenten der Wiesn. Und so richteten sich am Donnerstagabend um kurz nach 21 Uhr wieder viele Blicke nach oben – bevor ein Goldregen das diesjährige Brillantfeuerwerk beendete.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild, Fotos: Josefa Staudhammer)

































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